50 Jahre Knabenchor

Seit 1976 bereichern zahlreiche Stimmen und Charaktere den Knabenchor der Jenaer Philharmonie.

Hier finden Sie einen kleinen geschichtlichen und persönlichen Überblick über 50 Jahre Knabenchor in Jena.

Die Chronik


Gründungsaufruf der Jenaer Philharmonie vom 23. Juni 1976 in der Volkswacht.
1976 bis 1980 – Die Gründungsjahre

Chronist: Jörg Golombek


1976 – Die Gründung

Mit einem Artikel in der „Volkswacht“ vom 23. Juni 1976 trat die Jenaer Philharmonie mit der Absicht, einen Knabenchor gründen zu wollen, an die Öffentlichkeit. Der damalige Chefdirigent der Jenaer Philharmonie, Günter Blumhagen, und seine Frau, die Musikpädagogin Helga Blumhagen, nahmen im Probenhaus der Philharmonie (Prof.-Ibrahim-Str. 12 [heute Forstweg 12, „Normannenhaus“]) die Eignungsprüfungen der ersten Sängerknaben vor.

Eine Intension, die Günter Blumhagen auch mit der Gründung des Knabenchores verfolgt hat, war, ein Nachwuchsensemble aufzubauen, das vor allem auch für die bereits existierenden Chöre der Jenaer Philharmonie ein Reservoir an jungen Männerstimmen darstellen konnte. Mit Beginn der Spielzeit 1976/77 begann Helga Blumhagen mit ca. 60 Knabenstimmen die regelmäßige Probenarbeit, die im November 1976 von Michael Pezenburg, Dozent für Sprecherziehung an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar, übernommen wurde, wobei Frau Blumhagen noch einige Zeit in Registerproben helfend zur Seite stand. Weitere wichtige Helfer in der Anfangszeit waren auch Gisela Große als Repetitorin, Karl Müller – Schmied und Georg Friedrich Händel, die ihre Erfahrung in der Chorarbeit vor allem bei den probenintensiven Wochenendschulungen einbrachten, die zur Vorbereitung besonderer Aufgaben stattfanden.


1977 – Erste Konzerte

Im Frühjahr 1977 gab es dann den ersten Auftritt des Knabenchores der Jenaer Philharmonie. Mit improvisierter Auftrittskleidung – dunkle Hose, möglichst weißes Hemd oder weißer Pullover – ging es vom Probenhaus der Philharmonie zu Fuß zum Altersheim Wagnergasse, wo einfache Frühlings – und Volksliedsätze erklangen.  Das Jahr 1977 brachte dann auch weitere Auftritte, wie z.B. bei Schülerkonzerten im Jenaer Volkshaus und in Apolda, zu Weihnachtsfeiern in der Nerven- und der Hals-Nasen-Ohren-Klinik. Eine kleine Gruppe von 15 Knaben wirkte bei einem weihnachtlichen Konzert in der Rathausdiele mit.

In einer Probe stellte Michael Pezenburg die organisatorische Leiterin der Chöre der Jenaer Philharmonie, Frau Dr. Renate Meyer, vor, die in den folgenden Jahren auf ihre Weise zu einer das Chorleben prägenden Person wurde – ihrem wachsamen Auge entging beispielsweise keine Unordentlichkeit bei der Auftrittskleidung. Ihr Engagement, das oft weit über die Aufgaben der Organisation hinaus ging, machte sie zu einer unentbehrlichen aber auch unbequemen Verantwortlichen. Ihre Unentbehrlichkeit in Sachen Ordnung und Sicherheit kam schon bei der von ihr trefflich organisierten Kindertagsfeier 1977 im Garten des Probenhauses zum Tragen, wo sie ganz energisch einschritt, als etliche Knaben den gesperrten, womöglich gar baufälligen, schmalen Turm des Hauses „erobert“ hatten.

Überhaupt brachten die engen Räumlichkeiten, wo im Orchesterprobenraum geprobt werden mußte, mancherlei Ärger mit sich, waren es verstellte Notenpulte, verschwundene Bleistifte oder andere Kleinigkeiten, die den Sängerknaben nicht nur Wohlwollen der Orchestermusiker einbrachten.

Im September 1977 wurden wieder neue Knaben in den Chor aufgenommen, die ab diesem Zeitpunkt zunächst für ein Jahr dem neu entstandenen Nachwuchschor angehörten und dann in den großen Chor übernommen wurden. In dieser Art werden seither jedes Jahr die zukünftigen Sänger auf die Chorarbeit vorbereitet.


1978 – Neue Räume und neue Kleidung
Probe im neuen Domizil in der August-Bebel-Straße

Die Probenbedingungen für alle Ensembles der Jenaer Philharmonie konnten mit dem Umzug in das einstige Gebäude des Oberlandesgerichtes (August-Bebel-Straße 4) zu Beginn des Jahres 1978 spürbar verbessert werden. Inzwischen hatte Michael Pezenburg einen Kammerchor aufgebaut, dem die besten Knabenstimmen des großen Chores angehörten. Der Kammerchor studierte Lieder mit größerem Schwierigkeitsgrad ein, welche dann auch bei Konzerten und Auftritten Bestandteil des Programms waren. Die Mitglieder des Kammerchores hatten auch schon zweimal wöchentlich Probe, während der große Knabenchor sich immer am Montagnachmittag zur Gesamtprobe traf. 1978 gab es zum 60. Jahrestag der Sowjetarmee ein Gratulationskonzert im Kultursaal der sowjetischen Garnison, an dem u.a. der Knabenchor der Jenaer Philharmonie beteiligt war.

Einige Knaben wirkten auch schon bei der Aufführung der „Carmina Burana“ von Carl Orff durch die Jenaer Philharmonie im Volkshaussaal mit, wo sie damals noch von der alten Orgelempore den Knabenchor „Amor volat undique“ sangen.

Mit einem Konzert am 22. April im Rathaussaal Orlamünde begann eine freundschaftliche Verbindung zu diesem Städtchen, die in den folgenden Jahren noch vertieft werden sollte. Dieses war auch der erste eigenständige Auftritt des Knabenchores, mit 20 Chortiteln – vor allem Volks – und Kinderlieder aus verschiedenen Ländern, aber auch zwei „alte Meister“ (Kammerchor)und der dreistimmige Satz aus Beethovens Chorfantasie – dazu kamen noch instrumentale Solodarbietungen , z.T. von Chormitgliedern ausgeführt. Unterstützung gab es noch durch die Männerstimmen des Philharmonischen Chores und von der Gesangsgruppe des Bezirkstanzensembles Gera. Der Chronist vermerkt zu diesem ersten eigenständigen Konzert außerhalb Jenas noch, das hier erstmals die Einteilung des Chores in Gruppen vor einer Bewährungsprobe stand, als nämlich nach dem Einsingen und einer kurzen Stellprobe die verbleibende Zeit bis zum Konzertbeginn mit einem gruppenweisen Spaziergang durch die Oberstadt verbracht wurde.

Weiterhin beteiligte sich der Knabenchor an der „Spartakiade der Volkskunst“ – einem Chorleistungsvergleich, bei dem es galt, den erreichten Leistungsstand mit den guten Kinderchören Jenas zu messen, was von einer Jury , der Musikpädagogen angehörten, bewertet wurde. Außer dem von Karl Müller – Schmied geleiteten Chor des Pionierhauses Jena hatte der Knabenchor in seiner Heimatstadt damals kaum Konkurrenz zu fürchten.

Die Spielzeit 1978/79 brachte mit der Mitwirkung des Knabenchores bei den „Tagen der Volkskunst des Bezirkes Gera“ im Berliner „Palast der Republik“ im November und der Aufführung des „Stabat mater“ von Giovanni Battista Pergolesi in drei Philharmonischen Konzerten im Dezember bereits enorme Aufgaben für den gerade seit zwei Jahren bestehenden Chor.

Um dem gerecht werden zu können, fanden im August und Oktober jeweils mehrtägige Intensivprobenlehrgänge im Probenhaus der Jenaer Philharmonie statt, bei denen auch wieder Georg Friedrich Händel, der sich vor allem wegen seiner lustigen Einsingeübungen großer Beliebtheit erfreute, und Karl Müller – Schmied einen Teil der Probenarbeit übernahmen. Der Hinweis des jungen Chronisten, daß diese Probentage allen Beteiligten sehr schwer fielen, „… zumal alle Stimmgruppen eine andere Stimme sangen, und unser Chor alle Lieder sicher beherrschen mußten“ läßt ahnen, daß das Repertoire deutlich anspruchsvoller geworden war.

Im Oktober fanden wieder zwei Schülerkonzerte im Jenaer Volkshaus statt, die gleichsam der Vorbereitung der Auftritte in Berlin dienten.  In Vorbereitung der Reise nach Berlin wurde ein Elternaktiv gegründet, dem zehn Mütter bzw. Väter von Chorknaben angehörten, den Vorsitz übernahm der umsichtige Herr Binder.

Alle Hände voll zu tun hatte auch Frau Dr. Renate Meyer, als der Knabenchor anläßlich der Berlin-Reise seine erste Chorkleidung erhielt, die nun für jeden der inzwischen 113 Sängerknaben passend ausgewählt werden mußte. Noch ganz der Mode der 70er Jahre verpflichtet, hatten die weinroten Hemden lang heruntergezogene Kragenecken und die dunkelblauen Hosen den schon nicht mehr so modernen Schlag unterhalb des Knies. Dazu gehörten Gummizuggürtel, die aus drei einzelnen bunten Streifen bestanden und mit einer Hakenschnalle versehen waren. Dazu hatte jeder möglichst dunkle private Schuhe zu tragen.

In der Woche vor der Fahrt nach Berlin fand im großen Probensaal der Philharmonie eine Regieprobe für das „Festliche Konzert“ im Palast der Republik statt, an dem neben dem Jenaer Knabenchor auch der Knabenchor der Stadt Pskow beteiligt war. Beide Knabenchöre hatten einen eigenen Programmteil zu gestalten, zuerst die Jenaer, dann die Knaben aus dem sowjetischen Partnergebiet, dann sollten die Jenaer von zwei Seiten kommend den Pskower Chor in die Mitte nehmen, um gemeinsam „Im schönsten Wiesengrunde“ im Satz von Karl Müller – Schmied zu singen. Die dazu nötigen Auf – und Abgänge wurden unter Leitung des Regisseurs Lothar Arnold geübt, weil in Berlin nicht genügend Zeit dafür war. Dazu hatten beide Knabenchöre auch ihre Chorkleidung angezogen, die Jenaer Sänger waren, wie das Foto von dieser Probe belegt, noch nicht alle vollständig ausgestattet.

Proben mit dem Knabenchor der Stadt Pskow – noch nicht jeder hat Chorkleidung.

Die Fahrt nach Berlin wurde dann zu einem riesigen Erlebnis, einem echten Höhepunkt in der Entwicklung des Chores und auch zu einem künstlerischen Erfolg. Allein das gemeinsame Auftreten mit dem seit 15 Jahren bestehenden und dabei musikalisch schon weiter entwickelten Knabenchor der Stadt Pskow war ein großer Ansporn. Eine Fahrt in die Hauptstadt war zudem eine aufregende Sache. Dazu kommt dann das Gebäude des Palastes der Republik mit seiner modernen Ausstattung, vor allem die überwältigende Technik im Großen Saal mit der die verschiedenen Saalgrößen und Nutzungsvarianten hergestellt werden konnte. All das erzeugte schon fast allein die nötige Spannung, die für die beiden Auftritte benötigt wurde.

Am ersten Tag, dem 18. Nov. 1978, war der Chor 7.00 Uhr am Volksbad nach Berlin aufgebrochen, wo es gleich zum Palast der Republik ging. Am Nachmittag fand dann im riesigen Foyer des Palastes ein Programm mit verschiedenen Ensembles aus dem Bezirk Gera statt, dabei wirkten auch der Knabenchor der Jenaer Philharmonie und der Knabenchor aus Pskow mit. Der Chronist berichtet von einem gut besuchten Foyer: „Es war zwar nicht wie beim Fußball und es wurde auch niemand totgetrampelt, aber die Musik und der Gesang verfehlte nicht viele Ohren.“

Nach dem Auftritt gab es unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen Stadtbummel in Gruppen, bis man sich zum Abendessen am Fuße des Fernsehturms traf. Die Busse brachten die Sänger in die Unterkünfte, in Bungalows in Kagel bei Berlin.

Am folgenden Tag fuhr man wieder zum Palast, wo den ganzen Vormittag geprobt wurde. Noch einmal gab es eine Stellprobe für das abendliche Konzert im Großen Saal. Anschließend fand in Kagel eine strenge Mittagsruhe statt. Danach wurden die Sachen gepackt und es ging wieder zum Palast, wo nochmals die Auf – und Abgänge von der Bühne probiert wurden. 19.00 Uhr begann dann das „Festliche Konzert“, das im Zeichen des 150. Todestages von Franz Schubert stattfand. Im ersten Teil des Programmes trat zuerst das Jugendsinfonieorchester der Bezirksmusikschule Gera auf, dann folgten die Beiträge beider Knabenchöre. Die Jenaer Jungs waren zuerst an der Reihe und präsentierten acht Lieder aus ihrem Repertoire. Die Jenaer verließen die Bühne und fieberten dem gemeinsam mit den Pskower Jungs zu singenden „Im schönsten Wiesengrunde“ entgegen, das sich den fünf Titeln deren Programmbeitrags anschloß. Alles funktionierte wunderbar, nur der von Lothar Arnold so streng eintrainierte Abgang nach dem gemeinsamen Lied ging voll daneben. Aber daran störte sich niemand. Mit den Sängern aus Pskow wurden Geschenke ausgetauscht, beide Chorleiter hielten eine kleine Ansprache und während im zweiten Teil des Programms die Messe Es – Dur von Franz Schubert erklang, saßen die Jenaer Sängerknaben in ihren Bussen und fuhren nach diesem großen Erlebnis und mit der Freude darüber, am nächsten Tag von der Schule freigestellt zu sein, zurück in ihre Heimatstadt.

Eine Verschnaufpause gab es nach dieser Berlin-Reise allerdings nicht. Mit zusätzlichen Proben wurde nun ausschließlich die erste eigenständige Aufführung eines chorsinfonischen Werkes, des „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi vorbereitet. Orchesterproben und eine öffentliche Generalprobe – gleichzeitig ein Jugendkonzert – kamen erstmals auf den gesamten Chor zu. Michael Pezenburg und Dr. Renate Meyer baten die Eltern und die Klassenlehrer, die anstrengenden Wochen ihrerseits zu berücksichtigen, um den Sängerknaben alle Probenbesuche zu ermöglichen.

Der Knabenchor bei der Aufführung des „Stabat Mater“ im Volkshaus.

Das Jugendkonzert und die beiden Philharmonischen Konzerte am 18., 20. und 21 . Dezember 1978 im Volkshaus wurden ein Erfolg und die Konzertkritik in der Thüringischen Landeszeitung berichtet von einer „neuen Potenz“ im Musikleben Jenas und lobt die „beachtlich gute“ Intonation und das Singen mit „großer Konzentration und Hingabe“. Michael Pezenburg dirigierte das „Stabat Mater“ mit den Solisten Ute Mai, Sopran (Dresden) und Käthe Röschke, Alt (Halle) und dem Orchester der Jenaer Philharmonie. Außerdem wurden in diesem Konzert noch eine Variationssuite über ein altes Rokoko – Thema für kleines Orchester op. 64 von Joseph Haas und das Konzert A-Dur für Gitarre und Streicher von Mauro Guiseppe Giuliani unter Leitung von GMD Günter Blumhagen aufgeführt.


1979 – Erster Chorfasching und erstes Mal Thalbürgel

Das Jahr 1979 weist als ersten Höhepunkt des Chorlebens den 1. Chorfasching im Februar im Orlamünder Rathaussaal auf. Diese Möglichkeit ergab sich aus den Beziehungen Michael Pezenburgs aus dessen Orlamünder Zeit. Seine früheren Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr gestalteten eine tolle Feier, bei der auch einige Knabenchormitglieder mit Beiträgen auftraten. Als Gäste waren die Mitglieder des Kammerchores der Adolf-Reichwein-Oberschule II eingeladen.

Der Chronist berichtet, daß „mit den Mädchen nicht viel los war“, weshalb einige junge Männerstimmen während der Disco lieber das Fußballspiel Chemie Böhlen gegen den FC Carl Zeiss Jena am Radio verfolgten und den Jenaer Sieg bejubelten.

Trotzdem war dieser Chorfasching ein voller Erfolg. Die Orlamünder Gastgeber verpflichteten den Knabenchor zu einem weiteren Konzert in Orlamünde, als Dankeschön sollte der Knabenchorfasching zu einer Tradition werden.

Im März fand im Klubhaus „Magnus Poser“ in Kahla ein frühlingshaftes Knabenchorkonzert statt. Auf dem Programm standen 27 (!) Chortitel, zu denen noch Darbietungen der Vokalgruppe des Bezirksfolkloreensembles, Rezitationen und instrumentale Solodarbietungen kamen.

Im April fand im Gebäude der Jenaer Philharmonie der Kreisleistungsvergleich der Chöre statt. Etwa 30 Chöre verschiedener Institutionen beteiligten sich daran. Der Knabenchor, mit der „verschluckenden“ Akustik des großen Saales schon vertraut, konnte den „Heimvorteil“ mit seiner Darbietung in das Prädikat „Ausgezeichnet“ ummünzen. Der Chronist vermerkt, daß wohl der hohe Schwierigkeitsgrad einzelner Stücke ( u.a. Fuge aus „Stabat mater“ und „Vöglein im Wald“) den Ausschlag für diesen Erfolg gegeben hat. Außerdem stellt er fest, daß die Männerstimmen erstmals ohne Unterstützung durch die Herren des Philharmonischen Chores ausgekommen sind.

Ab September gab es einen neuen Probenplan für den Knabenchor. Montags probten der Nachwuchschor von 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr und von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr der gesamte Knabenchor. Zusätzlich gab es am Dienstag bzw. am Donnerstag Gruppenproben, die in den zehn Chorgruppen abgehalten wurden, denen immer Sänger aus einer Stimmgruppe angehörten. Die Männerstimmen probten am Donnerstag. Für die Unterstützung der Probenarbeit hatte Michael Pezenburg Frau Schilling und Frau Machnik gewinnen können, denen die Freude an dieser Tätigkeit von den Knaben nicht gerade leicht gemacht wurde. Glücklicherweise hat Liebhild Machnik diese Anfangsschwierigkeiten überwinden können und ist mit der Zeit zu einer unverzichtbaren Stütze der Chorarbeit und des Lebens in der Chorgemeinschaft geworden. Fortan war sie als Stimmbildnerin tätig, kümmerte sich um den Nachwuchschor und um den Mutantenunterricht, war für das Einsingen zuständig und leitete Registerproben.

Am 15. September war der Knabenchor bei den 10. Betriebsfestspielen des Graphischen Großbetriebes Karl-Marx-Werk Pößneck im Haus der Jugend und des Sportes beim Ball der Kulturschaffenden mit einem vorwiegend volkstümlichem Programm zu hören.

Gemeinsam mit dem Jenaer Madrigalkreis trat der Knabenchor im September im Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera auf. Anlaß war eine festliche Veranstaltung anläßlich des 30. Jahrestages der Gründung der DDR.

Am 30. September hatte der Knabenchor erstmals die Möglichkeit, in der Klosterkirche Thalbürgel aufzutreten. Diese sonst nur renommierten Künstlern und Ensembles vorbehaltene Konzertstätte mußte zu diesem Konzert mit zusätzlichen Sitzplätzen ausgestattet werden, um dem Besucheransturm gerecht zu werden. Von dieser prachtvollen Kulisse beeindruckt, sang der Knabenchor zu Beginn des Konzertes sieben Chorsätze a cappella. Dem folgten eine Motette für Alt – Solo und Streicher von Antonio Vivaldi und „Exsultate jubilate“ für Sopran – Solo und Kammerorchester von Wolfgang Amadeus Mozart. Hauptwerk des Konzertes war das „Stabat mater“ von Giovanni Battista Pergolesi, das wieder mit Ute Mai, Sopran und Käthe Röschke, Alt aufgeführt wurde. Michael Pezenburg leitete das gesamte Konzert, das für den Knabenchor zu einem großen Erfolg wurde, was sich auch in der Konzertkritik widerspiegelt: „Klarheit, saubere Einsätze und die stets lebendige Gestaltung ließen kaum einen Wunsch offen“. So konnte drei Jahre nach Gründung des Chores auch in dieser Konzertstätte, wo schon der Thomanerchor und der Dresdener Kreuzchor zu erleben waren, ein Achtungserfolg erreicht werden.

Die Weihnachtszeit bescherte dem Knabenchor drei Konzerte. Am 19. und 20. Dezember gestaltete er mit dem Orchester der Jenaer Philharmonie und Mitgliedern des Jenaer Madrigalkreises zwei weihnachtliche Konzert im Volkshaus. Im ersten Teil erklangen die Orchestersuite Nr. 3 D – Dur BWV 1068 von Johann Sebastian Bach und „In dulci jubilo“ für Chor und Streichorchester von Dietrich Buxtehude, „das in der Schlichtheit seiner musikalischen Struktur mit den Knabenstimmen so recht zum Tragen kam“, wie der Kritiker feststellte. Nach der Pause erklangen noch Weihnachtsliedsätze, vorgetragen von den Madrigalisten und dem Knabenchor und Solovorträge für Harfe und Cembalo.

Am 22. Dezember war der Knabenchor wieder in Orlamünde zu Gast. Im ausverkauften Rathaussaal sang der Knabenchor Lieder zur Weihnachtszeit und wurde am Ende des Konzertes von einem Weihnachtsmann mit einer lustigen Rede und kleinen Geschenken überrascht.


1980 – Von Dreh- und Theaterbühnen

Am 16. Februar war der Knabenchor zum 2. Chorfasching in den Orlamünder Rathaussaal eingeladen. Der Orlamünder Carnevalsverein (OCV) hatte wieder ein buntes Programm vorbereitet, aber es gab auch wieder choreigene Beiträge. Wiederum war der Schulchor der ARO II mit von der Partie. Der Chronist berichtet, daß die Disco erst in Schwung kam, als Pezi und die Männerstimmen die Tanzenden mit Schokoladentafeln belohnten. Im Mai waren die Bühnen der Stadt Gera Veranstaltungsort des Festprogramms anläßlich der Festveranstaltung zum 35. Jahrestag der Befreiung. Neben zahlreichen mitwirkenden Künstlern und Sportlern war daran auch der Jenaer Knabenchor beteiligt, der zu seinem Auftritt mit der Drehbühne hereingedreht wurde – ein äußerste Zerreißprobe für die Chordisziplin.

Die 2. Festtage der Chorsinfonik der DDR in Jena brachten für den Knabenchor die Bekanntschaft mit einem weiteren chorsinfonischen Werk, mit der Friedensode von Georg Friedrich Händel.

 Am 19. Juni wurden die Festtage auf dem Jenaer Marktplatz mit der Feuerwerksmusik und der Friedensode von Händel eröffnet. Neben den Singakademien Jena und Gera und dem Philharmonischen Chor Jena stand auch der Knabenchor auf der Bühne. Der Marktplatz war restlos mit Menschen gefüllt. Leider mußt Günter Blumhagen das großartige Konzert vor der letzten Nummer „Vereinter Völkerstimm‘ erschallt“ wegen Regens abbrechen.

Die chorsinfonischen Festtage brachten für eine kleine Gruppe von Knaben die Mitwirkung bei der Aufführung der „Carmina Burana“ von Carl Orff durch die Schweriner Singakademie und dem Chor des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin unter der Leitung von Edgar Hykel im Volkshaus. Am 22. Juni fanden in den Vormittagsstunden kleine Chorkonzerte an verschiedenen Plätzen Jenas statt. Der Knabenchor sang vor sehr wenigen Zuhörern vor dem Kulturhaus in Lobeda – West. Am Nachmittag wurden die Festtage mit einem A – cappella – Konzert mehrerer Chöre auf dem Markt abgeschlossen, wobei der Knabenchor den Schlußpunkt setzen sollte, das Wetter aber wieder einen Strich durch die Rechnung machte, so daß der Knabenchorbeitrag etwa nach der Hälfte abgebrochen werden mußte.

Im September rief Michael Pezenburg die Väter der Chorknaben auf, über eine Mitwirkung im Männerchor des Knabenchores nachzudenken. Damit sollte eine Unabhängigkeit von Gästen aus dem Philharmonischen Chor erreicht und das für 1981 geplante Philharmonische Sonderkonzert mit drei Kantaten von Johann Sebastian Bach aus eigener Kraft abgesichert werden. Außerdem versprach sich Michael Pezenburg einen Gewinn für den Chorklang durch die Mischung von jungen und reifen Männerstimmen.

Mit der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck , die in einer Inszenierung des Deutschen Nationaltheaters Weimar im Stadttheater Jena zur mehrmaligen Aufführung kam, konnten einige Sängerknaben erstmals auch richtige Theaterluft schnuppern. Musikalische und Bühnenproben, Kostüm und Maske, das Verfolgen der Vorstellung bis zum eigenen Auftritt aus der Gasse – das waren prägende und ganz anders geartete Eindrücke vom Wirken auf der Bühne.


1983: Jürgen Puschbeck ist neuer Chorleiter des Knabenchores.
1981 bis 1985 – Musikalische Höhepunkte und entscheidende Veränderungen

Chronisten: Jörg Golombek (1981), Ralf Rodegast (ab 1982)


1981 – Reise in die Sowjetunion und 5 Jahre Jubiläum

Das Jahr 1981, das zunächst den 3. Knabenchorfasching in Orlamünde brachte, wurde zu einem ganz besonders aktiven und erfolgreichen Jahr.

In den Winterferien besuchte eine Gruppe von Sängerknaben den Anklamer Knabenchor in dessen Chorlager in Ilmenau. Dieser kleine Knabenchor verfügte schon über eine längere Chorerfahrung und arbeitete unter Leitung seines Gründers Wilfried Scheffler recht professionell, wovon sich die Besucher aus Jena überzeugen konnten. Eine Zusammenarbeit mit diesem Chor wurde eingeleitet. So konnten zum Kantaten – Abend am 15. April im Jenaer Volkshaus auch Gäste aus Anklam unter den Zuhörern begrüßt werden. Die Sängerknaben aus Anklam besichtigten die Stadt Jena und erlebten dann besagtes Konzert, zu dem die Kantaten „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“ BWV 6,“ „Mer han en neue Oberkeet“ (Bauernkantate) BWV 212 und „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ BWV 140 von Johann Sebastian Bach aufgeführt wurden. Solisten waren Gisela Burkhardt-Mühlbach, Sopran (Dresden), Christiane Götz, Alt (Magdeburg), Ekkehard Wagner, Tenor (Leipzig) und Johannes Künzel, Baß (Halle). Michael Pezenburg leitete das Philharmonische Orchester. Der Knabenchor fand mit diesem ersten eigenständigen chorsinfonischen Konzert die Anerkennung des Konzertpublikums. Einen Monat später wurden die Kantaten BWV 6 und BWV 140 in der Klosterkirche Thalbürgel ein weiteres Mal aufgeführt, wieder vor vollbesetztem Kirchenraum und bei festlichem Kerzenschein.

Am 8 .Juni war der Knabenchor gemeinsam mit Kinder- und Jugendchören auf dem Marktplatz in Gera anläßlich eines Konzertes zum Pfingstreffen der FDJ zu hören.

Absoluter Höhepunkt im Chorleben wurde dann die Reise des Knabenchores vom 19. – 24. Juni in die Sowjetunion nach Pskow. 61 Knaben- und 29 Männerstimmen fuhren mit zwei Bussen am 19. Juni nach Berlin – Schönefeld, von wo dann mit einer TU 154 nach Leningrad gestartet wurde. Nach der Landung in Leningrad ging es wieder mit Bussen in das ca. 300 km entfernte Pskow. Die Tage dort waren voller Erlebnisse und Eindrücke von der außerordentlichen Gastfreundschaft, die den Jenaern überall begegnete. Auftritte hat es in drei Kinderferienlagern gegeben. Dort wurden auch die künstlerischen Darbietungen, vor allem die schwindelerregenden Tänze bestaunt, die die russischen Kinder vorführten. Einen festlichen Auftritt gab es noch in einem Kulturhaus in Pskow, wo wiederum auch ein Programm für die Jenaer Gäste gestaltet wurde. Viele Sehenswürdigkeiten in der Umgebung wurden besichtigt, der Kreml von Pskow wurde bei einer Stadtführung bestaunt. Außerdem fand eine Fahrt auf dem Pskower See statt. Die Tage vergingen wie im Fluge und werden zu einem bleibenden Erlebnis für alle Beteiligten. Die Rückfahrt ging wieder mit Bussen nach Leningrad und von dort per Flugzeug nach Berlin – Schönefeld vonstatten. Busse brachten den Knabenchor dann auch wieder nach Jena zurück. Jeder hatte etliche Souvenirs im Gepäck, manche hatten einige gesundheitliche Problemchen wegen des ungewohnten Essens noch nicht ganz überwunden, aber alle haben unzählbare Eindrücke von dem großen Land und seinen Bewohnern mitgebracht.

Die nahen Sommerferien brachten dem Knabenchor dann das erste und langersehnte Chorlager, das der Leiter des Anklamer Knabenchores, Wilfried Scheffler, in Rossin, einem kleinen Dorf bei Anklam, für die Jenaer organisiert hatte. Es war ja nicht leicht, einem so großen Chor (zu diesem Zeitpunkt etwa 120 Mitglieder) ein passendes Objekt zu besorgen. Das 14tägige Chorlager war für die Chorgemeinschaft und für das musikalische Weiterkommen des Chores sehr wichtig. Man konnte sich hier besser kennenlernen, auch bei viel Sport, Spiel und Spaß. Es wurden zahlreiche Ausflüge unternommen, es gab einen „Tag der Überraschungen“, den Wilfried Scheffler mit seinen Chorknaben maßgeblich organisiert hat. In geselligen Runden saß man abends unter der Dorflinde zusammen und pflegte das Volksliedgut – lernte aber auch das lustige „Milchbarlied“, das Pezi einstudierte und das später immer mal wieder hervorgeholt wurde. Dabei begann das Chorlager vor allem musikalisch mit einem herben Rückschlag, als der Jenaer Knabenchor bei einem Schloßkonzert in Neetzow bei Anklam eine katastrophale Vorstellung gab, die vor allem einem Konzertbesucher starke Sorgenfalten auf die Stirn trieben: Prof. Kammersänger Siegfried Lorenz. Dieser international profilierte Sänger war damals der Chorpate des Anklamer Knabenchores. Er hatte vor, im September mit den Anklamer und den Jenaer Sängerknaben in Rostock und Greifswald zwei Bach-Kantaten-Konzerte zu bestreiten. Bis dahin war also noch viel zu tun.

Die Grundlagen dazu wurden im Chorlager in Rossin gelegt, wo Siegfried Lorenz auch selbst Proben leitete, in denen äußerste Disziplin und Konzentration gefragt waren.

Im September fanden dann die Konzerte in der riesigen Rostocker Marienkirche und im Theater Greifswald statt. Zu den Kantaten BWV 6 und BWV 140 wurde noch die Kantate „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“ BWV 117 einstudiert. Diese drei Kantaten wurden zunächst noch in Anklam geprobt – Siegfried Lorenz leitete die Proben, ebenso die öffentliche Generalprobe mit Solisten und dem Kammerorchester der Komischen Oper Berlin in Anklam. Die Konzerte an den beiden folgenden Tagen wurden zu einem großen Erfolg, so daß selbst der strenge Kammersänger große Worte des Lobes für die Sängerknaben fand.

Nun stand das 5jährige Gründungsjubiläum des Knabenchores der Jenaer Philharmonie im Vordergrund, das am 3.Dezember mit einem großen Knabenchor – Sonderkonzert begangen werden sollte. Das A – cappella – Programm mit einigen Liedern mit Klavierbegleitung war auch schon in Rossin angelegt worden.


Zum Jubiläumskonzert war als Gastchor der Anklamer Knabenchor eingeladen worden, der unter der Leitung von Wilfried Scheffler zu Beginn neun Chorsätze zu Gehör brachte. Dem schlossen sich 13 Chorsätze mit den Jenaer Knaben an. Zur großen Überraschung der Konzertbesucher im restlos ausverkauften Volkshaussaal folgte dann vor der Pause noch das Echo von Orlando di Lasso, wobei der Jenaer Chor auf der Bühne sang, und das Echo durch die Anklamer aus dem Treppenaufgang in den Saal schallte – die Wirkung war großartig, weil niemand sehen konnte, daß die Anklamer während des Jenaer Liedprogramms durchs Foyer zum Treppenaufgang gelangt waren.

Nach der Pause kamen Ausschnitte aus dem „Stabat mater“ von Pergolesi und die Eingangschöre der Bach – Kantaten BWV 6 und BWV 140 zu Gehör. Das Philharmonische Orchester Jena wurde von Michael Pezenburg dirigiert. Am Ende des Programmes stand noch der neu einstudierte Eingangschor des Weihnachtsoratoriums BWV 248 von Johann Sebastian Bach, zu dem sich alle Jenaer und Anklamer Sänger auf der Bühne vereinigt hatten.
Das begeisterte Publikum forderte „da capo“ und bekam den in der Aufregung von Michael Pezenburg vergessenen Choral der Kantate BWV 140 doch noch zu hören. Nach weiterem anhaltenden Beifall wurde das umjubelte Jubiläumskonzert mit „Guten Abend, gut‘ Nacht“ von Johannes Brahms unter der Leitung von Wilfried Scheffler beendet.

Der Knabenchor der Jenaer Philharmonie wurde am Ende des bis dahin großartigsten und erfolgreichsten Jahres seiner Entwicklung als „Hervorragendes Volkskunstkollektiv der DDR“ ausgezeichnet.


1982 – Abschied von Michael Pezenburg

Das Jahr 82 begann mit einer Manifestation der Künstler und Kulturschaffenden des Bezirkes Gera im neuerbauten Haus der Kultur in Gera. Im Frühjahr standen noch kleinere Auftritte zu Jugendweihefeiern auf dem Programm. Das örtliche Chorlager am Ende der Sommerferien in Jena bestand aus Proben, Sport und Spiel. Zu Beginn des Schuljahres lud uns Herr Pezenburg einen Tag nach Weimar ein. Er zeigte uns die Stadt, die Hochschule für Musik und in der Herderkirche führte uns Prof. Johannes-Ernst Köhler die Orgel vor.

Vom 15.10.-24.10 verbrachten wir das 2. Knabenchorlager in Berga/Elster in einem Ferienlager des BMK Erfurt. Gleich am ersten Sonntag stand ein Auftritt im Foyer des Hauses der Kultur im nahen Gera auf dem Plan. Vor wenigen, meist aus Jena angereisten, Zuhörern war es kein sehr guter Auftritt und der Platz im Foyer bekam von uns den Namen „Katastrophenecke“. Es war aber sonst ein schönes Chorlager.

Der G-Betrieb des VEB Carl Zeiss Jena wurde ab Herbst unser Patenbetrieb. Wir sollten zukünftig bei Veranstaltungen singen und dafür Unterstützung erhalten. Die Zusammenarbeit begann mit der Ausgestaltung von zwei Rentnerveranstaltungen am 3. und 4. November.

Nun folgte ein schwerer Schicksalsschlag. Auf einer Elternversammlung am 15.11. wurde den Anwesenden mitgeteilt, daß Herr Pezenburg den Antrag auf Ausreise aus der DDR gestellt hat und damit der Chor nun ohne Chorleiter ist. Diese Nachricht hat sehr viele unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Einig waren sich aber alle Eltern, daß es weiter gehen muß.

Nach einer kurzen probefreien Zeit übernahm die Chorleitung Harald Dübler. Seine Art und seine Literaturauswahl ließen aber keine gute Weiterführung des Chores erkennen. Deshalb haben einige ältere Männerstimmen gemeinsam mit Frau Machnik bei einem Besuch anläßlich des 10jährigen Bestehens des Suhler Knabenchores beschlossen, die Leitung der Jenaer Philharmonie auf eine Ablösung des Chorleiters zu drängen. Lothar Schellknecht, der damalige Betriebsdirektor, unterstützte diese Forderung, um die Existenz des Knabenchores zu retten.

Nach der Verleihung des Titels „Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv der DDR“ beendete eine Weihnachtsfeier das Schicksalsjahr ’82, bei der allen Sängern gedankt und zum Durchhalten aufgemuntert wurde.


1983 – Ein neues Gesicht am Pult

Das Knabenchorjahr 1983 begann mit dem 4. Chorfasching am 29.1.in Orlamünde. Der OCV und der Elferrat des Knabenchores unterhielten den Chor mit Büttenreden, Tanzdarbietungen und Disco. Natürlich haben auch die traditionellen Pfannkuchen sehr gut geschmeckt.

Zwei Tage später war ein sehr bedeutender Tag für den Chor. An diesem Tag leitete die Montagsprobe ein junger Mann, der aus Weimar angereist war und mit einem leicht sächsischen Akzent sprach. Jürgen Puschbeck übernahm von nun an die Geschicke des Knabenchors. Seine „Feuertaufe“ hatte er bereits vier Wochen später beim Familien – und Jugendkonzert im Volkshaus zu bestehen. Die Zeit bis zum Sommer habe ich als Mutant erlebt und es gibt keine Aufzeichnungen über große Höhepunkte. In der Gruppe der „Stimmwechsler“ haben wir als Ausklang vom Schuljahr eine sehr schöne Wanderung nach Cospeda in den „Grünen Baum zur Nachtigall“ unternommen.

In den Herbstferien führten wir unser 3. Chorlager im uns schon vom Vorjahr bekannten Objekt des BMK in Berga/ Elster durch. Hier bereiteten wir uns mit dem Einstudieren der Bach-Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ auf das Weihnachtsprogramm vor. Inzwischen war der Chor ein „Förderkollektiv des Bezirks Gera für die Arbeiterfestspiele 1984“ und im Rahmen der Vorbereitung fand ein „Tag der Kultur der Stadt Jena“ in Gera statt. Wir bestritten einen Teil des Nachmittagsprogramms in der „Katastrophenecke“ des Hauses der Kultur und erfreuten an diesem Tag noch die Bewohner eines Altersheims in Gera – Lusan.

Am 14. und 15.12.1983 führten wir gemeinsam mit Philharmonischem Chor und Orchester unter der Leitung von Matthias Brauer die Bachkantate BWV 21 „Ich hatte viel Bekümmernis“ im Volkshaus Jena auf.


1984 – Puhdys und Pannen

Anfang des Jahres begann unser Chorleiter mit dem Aufbau eines Männerchorrepetoires. In einer speziellen Chorschulung im Januar studierten wir Klassiker wie „Ännchen von Tharau“ und „In einem kühlen Grunde“ sowie die „Spanischen Nächte ein. Natürlich fand der Abschluß des Tages wie es sich für einen Männerchor gehört, feuchtfröhlich in der Gaststätte auf dem Landgrafen statt.

Einige Männerstimmen trafen sich Ende Januar in Cospeda zu einem Abschiedsabend mit unserem ehemaligen Chorleiter Michael Pezenburg. Er hatte damals schon so ein Gefühl, daß seine Ausreise bald genehmigt würde und mußte dann auch nicht mehr lange darauf warten.

Im Februar feierten wir zum 5. Mal den traditionellen Chorfasching in Orlamünde. Der OCV und unser Elferrat mit Hartmut Scheuermann als Präsident hatten auch diesmal für Stimmung und Unterhaltung gesorgt.

Das 4. Chorlager fand vom 6.2.-11.2.84 im Wetteratal statt und sollte der Vorbereitung der Arbeiterfestspiele dienen. Gemeinsam mit einem Blasorchester aus Jena und einer Tanzgruppe aus Gera verbrachten wir eine schöne Woche im Schnee. Besonders bei der allabendlichen Disco zeigten sich die „jungen Männer“ als wahre Kavaliere. Unsere Org.-Leiterin konnte an diesem Chorlager nicht teilnehmen. Deshalb kamen Michael Große und Jörg Golombek auf die Idee den Chor mit einem Gruß von ihr zu überraschen. „Frau Dr. Meyer grüßt den Knabenchor“ schrieben beide in den Schnee hinter dem Bettenhaus.

Im März, April und Mai leisteten wir unseren Beitrag bei der Ausgestaltung zahlreicher Jugendweiheveranstaltungen. Auch in diesem Jahr bestritt der Knabenchor sein zur Tradition werdendes Familien- und Jugendkonzert im Volkshaus. Deutsche Volkslieder und Volksliedbearbeitungen aus Vergangenheit und Gegenwart standen auf dem Programm. Der Männerchor zeigte sein Können mit den im Januar einstudierten Männerchören und auch kleine Gruppen und Solodarbietungen erklangen.

Puschi sang mit dem Publikum den Kanon „Stimmt alle mit uns ein“, was für uns eine willkommene Entspannungspause war. Es war ein gutes und wichtiges Konzert für Chor und Chorleiter.

Ende Mai nahmen wir am, leider verregneten, Kreis-chortreffen in Orlamünde teil und wirkten bei einer Veranstaltung in Vorbereitung des Pfingsttreffens der FDJ im Geraer Haus der Kultur mit. Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt der Puhdys, den wir auf der Bühne sitzend miterleben durften. Uns hat es gefallen, nur Puschi war von der Musik nicht so angetan.

Am 7.6. reisten wir dann mit einem Sonderzug zum Pfingsttreffen nach Berlin. Dort traten wir an den vier Tagen mehrmals mit Volksliedern und Ausschnitten aus dem Arbeiterfestspielprogramm im Bezirkszentrum Gera auf. Unsere Freizeit gestalteten wir mit Besuchen des Plänterwaldes, des Tierparks, des Sport- und Erholungszentrums und natürlich mit Stadtbummeln.

 Die 20. Arbeiterfestspiele der DDR im Bezirk Gera vom 22.-24.Juni waren ein weiterer Höhepunkt im Jahr 1984. In Vorbereitung bekam der Chor seine 2. Chorkleidung. Braune Stoffhosen, gelbe Hemden, grüne Samtwesten mit goldnen Knöpfen und ein braunes Samtbändchen wurden für uns maßgeschneidert. Leider stimmte das Maß oft nicht, denn manche Chorkleidung hielt nur dank Sicherheitsnadeln und anderer Provisorien die drei Auftritte durch. Am 22.6.eröffneten wir die „Festtage der Werktätigen der sozialistischen Landwirtschaft“ in Oppurg. Regiegemäß waren die meisten Männerstimmen dem stationären Chor zugeordnet und konnten den Auftritt des Knabenchores auf der anderen Seite der Bühne nur beobachten. Da die ganze Veranstaltung als Vollplayback vom Band kam, tat dieses keinen künstlerischen Abbruch. Bei zwei weiteren Veranstaltungen am 22. und 23. Juni war aber wieder Livegesang gefordert. Unter dem Motto „Für den Frieden der Welt“ gestalteten wir mit dem Bezirksmusikkorps, verschiedenen Tanzensembles und Solotänzern der Deutschen Staatsoper Berlin Programme auf der Bühne des Geraer Platzes der Thälmannpioniere und im Greizer Goethepark.

 Das örtliche Chorlager am Ende der Sommerferien in Jena diente schon der Vorbereitung der Auftritte in der Weihnachtszeit. Natürlich kamen auch Spaß und Spiel z.B. im Freibad Porstendorf nicht zu kurz. Nach den Ferien erfreuten wir mit einem guten Konzert die Bewohner des Pflegeheims Bad Sulza. Wegen des Vorhandenseins von zwei Chorkleidungen kam es hier zu einen organisatorischen Panne, indem der Knabenchor mit der alten, der Männerchor mit der neuen Chorkleidung am Treffpunkt erschien. Bis zur Umarbeitung der gelben Hemden wurde nun immer in der alten Chorkleidung gesungen.

Die Weihnachtszeit brachte für den Chor zwei besondere Höhepunkte. Am 7. und 8.12. gestalteten wir 2 Weihnachtskonzerte in der Uni – Aula und in Orlamünde.

Gemeinsam mit dem Kammerchor der Hochschule für Musik Weimar sangen wir die Kantaten „Am Fest der Offenbarung Christi“ von Georg Philipp Telemann und „Also hat Gott die Welt geliebt“ BWV 68 von Johann Sebastian Bach. Begleitet vom Philharmonischen Orchester gestalteten wir zwei Konzerte im Volkshaus. Mit der traditionellen Chorweihnachtsfeier mit Weihnachtsmann und Geschenken des Patenbetriebes ging das ereignisreiche Jahr 1984 zu Ende.


1985 – Zu Gast bei Familie Puschbeck

Den Auftakt für das Jahr 85 bildete der 6. Chorfasching in Orlamünde. Höhepunkte waren hierbei die Wiederaufführung des „Milchbarliedes“ aus dem Chorlager Rossin und ein weiterer Sketch, indem die Arbeit unserer Org.- und Chorleitung kabarettistisch dargeboten wurde. Natürlich fehlte auch die Disko mit Spieleinlagen nicht.

Das 5. Chorlager fand wie im Jahr zuvor im Wetteratal statt. Bei herrlichem Winterwetter bereiteten wir uns auf die Aufgaben im Frühjahr und Herbst vor. Im März und April gestalteten wir Frauentags-und Jugendweihefeiern im Kulturhaus Optik, in der Uni-Aula und im Palast-Theater. Zum zweiten Mal in der Geschichte des Knabenchores standen Knaben auf der Theaterbühne. In einer Inszenierung des DNT Weimar gestalteten sie in Lorzing’s „Wildschütz“ die Kinderchorpartie in Knaben- und Mädchenkostümen im Stadttheater Jena.

Das Familien- und Jugendkonzert am 28.4. diente schon als eine Generalprobe für das Knabenchortreffen in Halle im Herbst. Kernstück war ein Volksliederzyklus von Max Reger, welcher von uns sehr gut interpretiert wurde. Volkmar Glauche gab sein Debüt als Komponist und begleitete am Flügel den Solisten Georg Gemmel bei der Uraufführung seiner Vertonung von E. Mörikes Frühlingsgedicht „Er ist’s“ Natürlich mußte auch diesmal das Publikum seine Gesangskünste unter Beweis stellen. Beim Boogie-Woogie Kanon hatte der Chor eine kleine Verschnaufpause. Mit „Veronika der Lenz ist da“ brachte der Männerchor erstmalig ein Stück der Commedian Harmonists zu Gehör. Übrigens an gleiche Stelle wie das Originalensemble kurz vor seiner Trennung in den 30er Jahren. Insgesamt ging dieses Konzert als guter Meilenstein in die Geschichte des Chores ein. Am 7.5. wirkte der Chor in einer Veranstaltung der Universität Jena für Gäste aus verschiedenen Universitäten der Welt mit. Durch das Programm mit FDJ-Singegruppe und exotischen Tänzen führte Herr Müller – Kaynsberg vom Kreiskabinett für Kulturarbeit Jena. Er erzählte in seine Moderationen unbekannte Fakten über uns.

Zwei Begegnungen mit anderen Chören standen Anfang Juni beim Kreischortreffen in Kahla und beim Bergsingen der Jenaer Chöre auf dem Landgrafen auf dem Programm. Der Chronist des Knabenchores vermerkt bei beiden Veranstaltungen Probleme mit dem Wetter und leckere Bratwürste.

Den letzten Auftritt in dem Schuljahr hatten wir wieder im Pflegeheim in Bad Sulza. Nach einer problematischen Anreise mit der Deutschen Reichsbahn wurden wir singend von den Heimbewohnern empfangen. Die dankbare Stimmung war sicherlich auch Grund für einen guten Auftritt, der mit einer gemütlichen Kaffeerunde ausklang.

Das 6. Chorlager führte uns in den Sommerferien ins Erzgebirge. In Schneeberg, dem Heimatort unseres Chorleiters, verbrachten wir in einer Schule eine schöne Woche. Als Lagerleiter sorgte Volker Oehmke für Ordnung in den Klassenräumen, die mit Liegen und Luftmatratzen „zweckentfremdet“ wurden. Frühstück und Abendbrot wurden unter sehr einfachen Bedingungen von fleißigen Muttis liebevoll zubereitet, Mittag gab es in einer Großküche oder Gaststätte.

Ein Konzert in der „Goldenen Sonne“ bildete den künstlerischen Abschluß. Wir lernten die Familie und das Elternhaus von Jürgen Puschbeck kennen. Traktor „Brockenhexe“ fahren, frische Kuhmilch („schmeckt fast wie richtige Milch, ist nur viel dicker“) und „Wernesgrüner Bier“ vom Faß waren die Höhepunkte des Abschlußabends. Spitzenreiter war Steffen Hebenstreit mit 11 Gläsern, die er gerecht mit dem Puschbeckschen Gerstenfeld teilte. Für das große Engagement der ganzen Familie Puschbeck, das in den nächsten Jahren immer größer wurde, möchte auch ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanken.

Nach dem Chorlager waren die Männerstimmen bei der Mitwirkung an zwei Sonderkonzerten gefordert. Mit der Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie eröffnete die Philharmonie die Spielzeit 85/86. Begleitet vom Philharmonischen Orchester und gemeinsam mit dem Philharmonischen Chor und der Singakademie Jena brachten wir dieses schwere Werk unter der Leitung von Christian Ehwald zur Aufführung. Eine Tradition, die Spielzeit alljährlich so zu eröffnen, ist aber nicht daraus geworden.

Am 12. Oktober hatten wir unsereren großen Auftritt beim „3. Halleschen Knabenchortreffen“. Hier war offensichtlich, daß sich die intensive Vorbereitung gelohnt hatte und wir dadurch ein gutes Konzert sangen. Das Fachpublikum lobte besonders das disziplinierte und engagierte Singen der Kinder und Jugendlichen und die temperamentvollen und durchdachten Interpretationen. Zum Konzert hatten übrigens unsere neuen Hemden Premiere. Es waren die gelben Hemden von den Arbeiterfestspielen, die durch Änderung des Kragens und Aufsticken des Zeichens der Philharmonie uns von nun an für viele Jahr als Chorkleidung dienen sollte.

Die Weihnachtszeit war wieder ausgefüllt mit Konzerten und kleineren Auftritten. Die Premiere im „Jenzig-Krug“ sollte aber lieber nicht erwähnt werden. Besser war das erste Konzert in Bad Berka, aber am 10.12. zum großen Weihnachtskonzert in Jena war die Leistung wieder so, wie man sie erwarten konnte. Ursprünglich war dieses Konzert für den 6.12. in der Uni-Aula geplant. Dem Umstand fehlender Kohlen war es zu danken, daß wir im Volkshaus im großen Saal das Konzert singen konnten. Schlechter war das Konzert am 14.12 in Orlamünde, woran sicher auch die schlechte Disziplin schuld war. Frank Kummer verwechselte bei der Rückfahrt sogar die Haltestellen Lobeda und Stadtzentrum und mußte von Torsten Heinrich nach Hause zu seinen Eltern gebracht werden, die inzwischen bei Frau Machnik Alarm geschlagen hatten.

Am 11.12. erfreute eine kleine Gruppe die Veteranen der HNO mit zwei Auftritten mit Volks- und Weihnachtsliedern. Dieser Einsatz wurde vom Chorleiter mit einer Stimmgabel für jeden Sänger gewürdigt. Vor der traditionellen Weihnachtsfeier stand noch ein Auftritt im Kulturhaus Lobeda auf dem Programm. Volkmar Glauche nahm die Textstelle „dann legt man dich ins Grab“ zu wörtlich und konnte nur durch seine Nachbarn an der bildhaften Darstellung gehindert werden. Der Moderator dieses Programms, Herr Müller-Kaynsberg, konnte auch dieses Mal uns unbekannte Neuigkeiten über den Knabenchor erzählen. Die traditionelle Weihnachtsfeier im Probenhaus der Philharmonie war ein guter Ausklang für das Chorjahr.


Zu Gast beim Mädchenchor der Pädagogischen Fachschule Karlovy Vary.
1986 bis 1990 – Vom 10-jährigen Jubiläum bis zur Wende

Chronisten: Ralf Rodegast (1986), Konrad Börner (1987-1990)


1986 – Erste Männerchöre zum Zehnjährigen

Das 10. Jahr des Knabenchors begann traditionell mit dem 7. Knabenchorfasching in Orlamünde. Der OCV und der KarnevalsKlub des Knabenchores unter Leitung von Ralf Rodegast hatten auch in diesem Jahr Besonderheiten zu bieten, z.B. eine Mädchentanzgruppe, welche von Dirk Luges Schwester geleitet wurde, und eigene Meldungen in den neuesten Nachrichten des OCV. Konrad Börner gewann auch dieses Mal den Preis für das beste Kostüm und bei Disko, Bonbonregen und Bier (P16) hat es auch dieses Mal allen gefallen.

Das Frühjahr brachte Auftritte zu Frauentags – und Jugendweihefeiern. Daß sich auch gestandene Musiker irren können, zeigte sich bei einer Jugendweihe am 6.4. im Stadttheater. Das Lohse-Quartett spielte zwar gleichzeitig, aber nicht alle das gleiche Stück.

Das erste große Konzert 1986 fand dann, nach intensiven Vorbereitungen, am 20.4. im großen Volkshaussaal statt. In diesem Familien- und Jugendkonzert sollte die Einstufung des Chores erfolgen, was für den Ruf und die Höhe der Honorare wichtig war. Die musikalische Frühlingswanderung mit Volksliedern aus dem In – und Ausland wurde von Publikum und Wertungskomission sehr gut angenommen. Wir erhielten das Prädikat „Oberstufe Sehr gut“, was im Bezirk Gera damals die höchste Note war und in Jena nur noch die Singakademie hatte. Zwei Jugendweiheauftritte im Palast-Theater und das Kreischortreffen in Orlamünde beendeten die erste Hälfte des Jahres.

Zur Vorbereitung des anstrengenden Herbstes fuhren wir vom 16.-24.8 wieder nach Schneeberg ins 7. Chorlager. Wettermäßig hatten wir weniger Glück als im Jahr zuvor, so daß ein Auftritt am „Filzteich“ buchstäblich ins Wasser fallen mußte. Die Stimmung war auch nicht so gut, daran waren aber sicher noch mehrere Faktoren schuld. Geprobt wurde auch in einer benachbarten Schule, bis der Trabant des Direktors als Pausenbeschäftigung zwischen zwei Bäume geschoben wurde und es mächtigen Ärger für die Org.-Leitung gab. Als Generalprobe für die Konzerte in Jena dienten ein kleiner Auftritt in einem Altersheim und ein großes Konzert im Klubhaus „Vorwärts“ im Stadtteil Neustädtel. Bei Letzterem stellten sich erstmalig mit „Veronika der Lenz ist da“ die Rebläuse in einem Konzert des Knabenchores vor. 9 Männerstimmen hatten sich im Frühjahr zur gleichnamigen Gruppe zusammengeschlossen und bestritten eigenständige Auftritte. Eine leicht verregnete Abschlußfeier auf der Puschbeck-Farm mit Rostbräteln, Wernesgrüner Bier und Fahrten auf der „Brockenhexe“ war der Abschluß eines doch noch ganz schönen Chorlagers.

Kaum nach Jena zurückgekehrt wurden die Stimmen wieder beansprucht. Das 1. Familien- und Jugendkonzert der Spielzeit 86/87 im Volkshaus wurde vom Knabenchor gestaltet. Neben deutschen und europäischen Volksliedern standen auch jüdische Volkslieder auf dem Programm. Unter dem Titel „Tumbalalaika“ hat der zeitgenössische Komponist Gunther Erdmann fünf Lieder zu einem Zyklus zusammengefaßt und bearbeitet.

Danach begannen die Vorbereitungen für das 10jährige Jubiläum des Chores. Erstmalig sollte ein eigener Männerchorblock mit Studentenliedern erklingen. Wir holten uns dafür Verstärkung aus dem Philharmonischen Chor und studierten diese Lieder an einem Chorwochenende auf der Leuchtenburg bei Kahla ein.

Unser Jubiläumskonzert war eingebettet in die Feierlichkeiten zum 750. Jubiläum der Stadt Jena und fand am 6.Oktober im Capitol statt. Im ersten Teil erklangen Volkslieder, danach brachten die Männerstimmen mit den Herren des Philharmonischen Chores den Studentenliederblock zu Gehör. Und wie es sich für eine Universitätsstadt gehört kamen Titel wie“Gaudeamus igitur“ , „Und in Jene lebt sich’s bene“ und „Studentenhymne“ natürlich gut an.

Danach erklang der jüdische Volksliederzyklus, der schon im Volkshaus zu hören war. Mit Abendliedern klang das Programm aus. Jörg Golombek, Michael Große und Falk Ballay bedankten sich stellvertretendend für alle, die den Chor haben wachsen lassen bei unserem Chorleiter mit einen Blumenstrauß. Für diese drei Gründungsmitglieder begann kurze Zeit später die Armeezeit und sie nahmen mit diesem Konzert Abschied vom Chor. Eine Feier haben wir selber organisiert, die Philharmonie nahm den Anlaß nur formell zur Kenntnis. Natürlich waren wir auch an der Abschlußveranstaltung des Stadtjubiläums beteiligt. Eine Großveranstaltung, bei der wir auf der Bühne mit einem riesigen roten Tuch eine flatternde Fahne darstellen sollten. So konnten wir die Lasershow und das Feuerwerk auf dem Uni- Turm aus der „ersten Reihe“ bewundern.

Die Weihnachtszeit stand im Zeichen eines Choraustausches mit dem Stadtchor Halle – Neustadt. Am 6.und 7. Dezember besuchten wir die Mädchen in Ihrer Heimatstadt und sangen ein gemeinsames Konzert in der Konzerthalle am Boulevard in Halle. Der Gegenbesuch fand eine Woche später statt, und mit einem Konzert in der Uni-Aula wurde der Mädchenchor in Jena vorgestellt. Am Sonntag lernten die Mädchen die Stadt und das Planetarium kennen und mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier klang das Wochenende aus. Natürlich gab es bei zwei Chören auch zwei Weihnachtsmänner, die für jedes „Pärchen“ auch einen Spruch hatten.

Außer diesen Konzerten haben wir in dem Jahr noch eigenständige Programme in Bad Berka, im Rathaussaal in Gera und in Orlamünde gesungen. Das ereignisreiche 10.Jahr des Chores ging damit zu Ende.


1987 – Lobgesang und sozialistische Großveranstaltungen

Zur Eröffnung des Jahres 1987 fand am 7. Februar im Orlamünder Rathaussal unser 8. Chorfasching statt, mit Untertützung des OCV und „…Tanzgruppe: Sie brachte alle in Schwung, vor allem den Elferrat, bloß die konnten nicht tanzen.“ (V.H.).

Die erste Winterferienwoche war einem „örtlichen“ Chorlager gewidmet, das neben Kinobesuch und gemeinsamen Mittagessen in der HO-Gaststätte „Zur Sonne“ reichlich Probenarbeit einbrachte. Außer den Neu- und Nachstudierungen für das Frühjahrsprogramm standen für die Männerstimmen Johannes Brahms‘ „Alt-Rhapsodie“, Felix Mendelssohn Bartholdys „Lobgesang“ und „Quassus terrae“ von Wolfram Otto auf dem Plan.

Unserem gesellschaftspolitischen Auftrag kultureller Bereicherung wichtiger Lebensstationen zukünftiger und kampferprobter Werktätiger konnten wir in der ersten Jahreshälfte reichlich nachkommen: eine Frauentagsfeier im ZIMET Mitte März und fünf Jugendweiheveranstaltungen im April und Mai erhielten Dank unserer Mitwirkung ihr unverwechselbares Profil.

Der Einbau der Orgel im Volkshaus verlegte unser traditionelles Frühjahrskonzert am 24. Mai in die mit Publikum wohlgefüllte Aula der Universität. Besonderer Leckerbissen des Programms war für Zuhörer wie ausführenden Männerchor gleichermaßen „Der Speisezettel“ von Carl Zöllner, ein musikalisches Zeugnis unserer Wertschätzung des gastronomischen Standes.

„Nur wenige Tage verblieben bis sich in Gera die Jugend der DDR und der UdSSR traf. In einer beeindruckende Veranstaltung wurden die Teilnehmer am VII. Festival willkommen geheißen. ‚Komsomolzen, wir grüßen Euch!‘ war das Nationalprogramm unseres Landes, an dem aus unserem Bezirk der Knabenchor und das Kammerorchester der Jenaer Philharmonie mitwirkten.“ (nach VOLKSWACHT) So hatten wir Gelegenheit, am 5. Juni im Geraer „Haus der Kultur“ zwischen Beiträgen des „Oktoberklub Berlin“ und dem „Balalaika-Ensemble des Hauses der DSF“ Leipzig, „Ave Verum Corpus“ von W.A. Mozart zu Gehör zu bringen.

Auch die Teilnahme am Bergsingen der Jenaer Chöre am 21. Juni kann nicht zu den Höhepunkten unserer regen Auftrittstätigkeit gezählt werden, aus anderem Grund. Am 27. Juni veranstaltete die Jenaer Philharmonie ein Sonderkonzert in der Klosterkirche Thalbürgel. Zur Unterstützung des Philharmonischen Chores wirkten die Männerstimmen an der Aufführung der unter anderem im Winterchorlager erarbeiteten Werke von Brahms, Otto und Mendelssohn Bartholdy mit.

Aber die nächste sozialistische Großveranstaltung ließ nicht lange auf sich warten: Das „Thüringer Volksfest“ im Rahmen der 750-Jahr-Feierlichkeiten der Hauptstadt der DDR bescherte uns einen Auftritt im Foyer des Berliner „Palast der Republik“, der, wenn nirgends anders, wenigstens hier Erwähnung finden soll. Unser Sommerchorlager in Schneeberg mit Kinobesuch, Filzteichwanderung, Fete bei Puschbecks (einschließlich Ausfahrt mit der Brockenhexe) und natürlich vielen Proben legte den Grundstein für unser erstes Konzert in der St.-Wolfgangs-Kirche. Dank ebenso üppigen Klangs wie Publikums wurde es zu einem schönen Erlebnis.

Wieder in Jena, bereicherten wir einen Ärztekongress auf dem Fuchsturm und Konzertpublikum auf dem Landgrafen eher zahlenmäßig. Neben einer Aufführung des „Lobgesang“ in Greiz am 17. September wirkten die Männerstimmen einen Tag später beim 1. Akademischen Konzert in der Aula der Universität mit. Nach „Einführenden Worten“ (Programmzettel) wurden drei Freiheitschöre von Robert Schumann intoniert.

Dem heldenhaften Kampf der Fahrer des Kraftverkehrs Jena mit ihren so zuverlässigen wie komfortablen Bussen ist es zu danken, daß wir im Oktober eine Reise nach Frankfurt/Oder durchführen konnten. In der Konzerthalle Carl Phillip Emanuel Bach gaben wir gemeinsam mit den Chorknaben der Frankfurter Singakademie ein Konzert.

„… zum Abschlußkonzert [der 4. Geraer Orgeltage] am 15. November 1987 konnten 120 junge Soldaten eine Seite des kulturellen Lebens unserer Stadt kennenlernen – kaum so viele weitere Zuhörer waren nur erschienen, der Knabenchor der Philharmonie Jena ist noch zu unbekannt. Die durchweg gängigen Volkslieder und Chorsätze wurden mit ehrlichem Beifall belohnt, der sich bei Lassos unverwüstlichem ‚Echo’… sogar zur Emphase steigerte.“ (nach VOLKSWACHT)

Unser erstes Weihnachtskonzert in dieser Spielzeit fand am 3. Dezember in Krossen statt. Am 12. Dezember führten wir außer dem dort erklungenen Programm gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester und Gesangsstudenten aus Weimar „Te Deum“ von M.A. Charpentier in der Universitätsaula in Jena auf. Dieses Konzert fand eine Wiederholung eine Woche später im Rathaussaal in Kahla. Am 20. Dezember beendeten wir das Arbeitsjahr 1987 mit unserer traditionellen Weihnachtsfeier im Probenhaus der Jenaer Philharmonie.


1988 – Beim Mädchenchor in Karlovy Vary

Unser alljährlicher Chorfasching in Orlamünde (der Neunte) eröffnete das Jahr 1988. Am 3. Februar wurden „Alt-Rhapsodie“ und „Lobgesang“ im Volkshaus aufgeführt.

1988 gelang es uns, für unser Winterchorlager auch außerhalb Jenas eine geeignete Unterkunft zu finden. Vom 20. bis 26. Februar wurde daher das Lehrlingswohnheim der KBS ‚Wilhelm Liebknecht‘ (in Schneeberg) unser Domizil: „Einzig die Konstruktion der Betten bereitete manchmal Sorgen.“ (V.G.) Zwei Konzerte, in Hundshübel und Aue, waren die „Generalprobe“ für unser Familien- und Jugendkonzert am 28. Februar im Volkshaus.

Auf Einladung des Mädchenchores der Pädagogischen Fachschule Karlovy Vary nahmen wir als Gäste und besondere Bereicherung an einem Internationalen Mädchenchortreffen in Karlsbad teil. Vom 29. April bis 1. Mai hatten wir dort unter anderem im „akustisch ausgezeichneten Konzertsaal des Hotels ‚Moskva'“ (H.L.) und in der Wandelhalle vier Konzerte zu singen, mittels derer unser Chor, nicht nur aus musikalischen Gründen, zum Publikumsliebling avancierte. „Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch die Tat von Ronald Wackernagel, der Sonntag früh in Windeseile sämtliche Chorhemden bügelte.“ (B.B.)

Nach Hause zurückgekehrt, fanden am 11. Mai die für den Chor ersten Rundfunkaufnahmen mit dem Sender Weimar in der Peterskirche Lobeda statt.

Die beiden letzten Konzerte vor der Sommerpause wurden am 13. und 18. Juni veranstaltet. Im Greizer Sommerpalais und im Rittersaal auf Schloß Burgk gaben wir neben einem a-capella-Programm deutscher und internationaler Volkslieder „Te Deum“ von Charpentier mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Greiz nicht eben zum besten.

Für unser Sommerchorlager gelang es uns nicht, außerhalb Jenas eine feste Unterkunft zu finden. Wir campierten deshalb auf dem Zeltplatz am Forstteich in Lindenau bei Schneeberg. Von solcherart Widrigkeiten unbeeindruckt wurde trotzdem reichlich und erfolgreich geprobt und mit Konzert in der Schneeberger St.-Wolfgangskirche abgeschlossen.Nach Beteiligung an einem für UNICEF veranstalteten Konzert der Jenaer Philharmonie gastierte der Knabenchor Ende September mit dem Schneeberger Konzertprogramm in Lobenstein und Pößneck.

Mit dem unabdingbaren Hinweis „Rundfunkaufnahme! Bitte leise fahren!“ war – Dank Frau Dr. R. Meyers Einsatz – im November aus genanntem Anlaß der Carl-Zeiss-Platz vor dem Volkshaus beschildert. Am 2. Dezember stellten wir uns kritischem Publikum: die Beteiligung am „Chorkonzert anläßlich der Fachkonferenz der Chorbewegung der DDR“ in Erfurt wurde zur gemeisterten Herausforderung.

Einen Tag später hatten wir unser erstes Weihnachtskonzert in Bad Berka. Mit der bewährten Moderation von Herrn Müller-Kaynsberg fand am 11. Dezember im Kulturhaus Lobeda-West eine „weihnachtliche Veranstaltung“ (B.B.) statt, an der wir uns wieder beteiligeten.

„Nach diesem sehr ‚heißen‘ Konzert folgte am 17. 12. das ganze Gegenteil in Dornburg in der Kirche. Dort war es so kalt, daß wir sogar mit Jacken auftreten mußten. Trotzdem wurde es ein recht brauchbares Konzert. Einen Tag später fuhren wir nach Apolda, wo unser vorletztes Konzert stattfinden sollte. Leider war es so schlecht besucht, daß bei uns keine rechte Freude aufkam und dementsprechend die Qualität einige Wünsche offenließ.“ (B.B.)

Mit Weihnachtskonzert im Volkshaus und Weihnachtsfeier in der Philharmonie war auch dieses Jahr „geschafft“ .


1989 – Gegenbesuche aus Frankfurt und Karlovy Vary

Nicht ohne Chorfasching in Orlamünde (dem Zehnten) begann das Jahr 1989.

Anfang Februar erwiderten die Frankfurter Chorknaben unseren Besuch der vergangenen Spielzeit. Ein gemeinsames Familien- und Jugenkonzert war für Gäste und Gastgeber ein schönes Erlebnis. Das diesjährige Winterchorlager in der Jugendherberge Meisdorf brachte neben Ortsveränderung auch wesentliche Disziplinierungen des Tagesablaufes. Ein zur organisatorischen Betreung des Unterfangens mitgereister Vater ließ den Tag mit Frühsport in klarer Harzluft eröffnen. Daß diese Beschäftigung inzwischen kein Ritual geworden ist, spricht nicht gegen den Chor.

Der Gegenbesuch des Karlsbader Mädchenchores im April verschlug uns mangels Auftrittsmöglichkeit in unserer Heimatstadt zum Konzert mit den Gästen nach Lobenstein. Neben einigen Jugendweiheauftritten folgten Konzerte in Hirschberg und Reinstädt. Die neue Spielzeit fand ihre Vorbereitung abermals mit einem Schneeberger Sommerchorlager. Ihre Eröffnung bildeten Konzerte am 16. und 17. September in Thalbürgel. Unser Volksliederprogramm wurde durch die Bach-Kantate BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“ , zusammen mit der Akademischen Orchestervereinigung Jena aufgeführt, ergänzt. Das Konzert am 23.9. in Wurzbach bei Lobenstein mit gleichem Programm kann aus qualitativen Gründen – des Musizierens, wie der Lokalität – nicht als Wiederholung dieser beiden sehr erfolgreichen Auftritte verstanden werden.

„Sicher ist sicher“ dachten sich wohl die Veranstalter, als sie eine Festveranstaltung des VEB „Carl Zeiss“ Jena zum 40. Jahrestag der DDR , an der auch wir unseren (musikalischen) Anteil hatten, schon auf den 5. Oktober datierten. Mitte Oktober besuchte uns ein Chor aus Bulgarien, der beim Konzert in der Aula der Universität als Zugabe (wohl auch sicherheitshalber) noch einmal die (eigene) Nationalhymne erklingen ließ. Auch in diesem Jahr fanden im November wieder Rundfunkaufnahmen mit dem Sender Weimar statt, diesmal in der Drackendorfer Kirche.

Die Weihnachtssaison hielt zum Auftakt ein besonderes Schmankerl deutscher Bühnenkunst bereit: eine „Weihnachtsrevue“ unter anderem mit der unübertroffenen Dagmar Frederic in Bad Berka, Maxhütte Unterwellenborn, Kulturhaus Lobeda-West und „Meininger Hof“ Saalfeld. Zwei Wehnachtskonzerte im Volkshaus, bei denen auch „Herz und Mund und Tat und Leben“ noch einmal erklang, und unsere Weihnachtsfeier beendeten das Chorjahr


1990 – Erstes Gastspiel „im Westen“

Noch bevor der 11. Chorfasching das Jahr 1990 eröffnen konnte, fand unter Mitwirkung der Knabenstimmen am 14. Januar im Volkshaus ein Familien- und Jugenkonzert statt, bei dem die „Schulmeisterkantate“ von Telemann zur Aufführung gebracht wurde. Im Meisdorfer Winterchorlager wurde das Programm für unser Frühjahrskonzert am 10 . März im Volkshaus vorbereitet.

Am 3. Mai führte die Jenaer Philharmomie „König David“ von Athur Honegger auf, selbstverständlich nicht ohne Unterstützung durch die Männerstimmen des Knabenchores. Auch diversen Jugendweiheveranstaltungen konnten wir diese Unterstützung nicht versagen. Es bleibt zu hoffen, dass solchermaßen zwangsrekrutiertes Publikum infolgedessen auch Konzertsäle füllt.

Offiziell, aber dem Verfasser dieser Zeilen nicht mehr erinnerlich, war der Anlaß, der das Können unseres Chores im Eisenacher Landestheater am 27. Mai vor honorigem Publikum unter Beweis zu stellen erlaubte.

Trotz zahlreicher Zuhörerschaft gelang uns dieser Beweis Ende Juni in der Drackendorfer Kirche nicht. Aber das Schneeberger Chorlager ließ uns neue Kräfte sammeln, das war Familie Puschbeck nicht vergönnt. Unterstützt von mitgereisten Müttern vollbrachte sie das Wunder der täglichen Bereitung dreier köstlicher Mahlzeiten für die singende Hundertschaft, die bisherige Versorgung mit volkseigener Mittagskost stand nämlich nicht mehr zur Verfügung. Ebenso hatte unser neuer Stimmbildner Thomas Prange Chorlagerpremiere und unterstützte nicht nur die Probenarbeit, sondern auch das St.-Wolfgangs-Konzert.

„Gleich zu Beginn der neuen Spielzeit … stand am 7. und 8. September die erste Konzertreise auf dem Programm. Unser Ziel war Karlsbad, wo wir an diesem Wochenende drei Konzerte singen durften. Untergebracht waren wir im … selben Wohnheim wie vor zwei Jahren. Unsere Auftritte fanden wie beim letzten Mal in den Kolonaden statt.“ (B.B.)

Schon eine Woche später reisten wir abermals ins Ausland. Im hessischen Hedemünden, dessen gastfreundliche Einwohner rühmend erwähnt werden müssen, gaben wir Konzert und musikalischen Glanzpunkt des sonntäglichen Gottesdienstes. Nach dieser Reisewelle begann in Jena die Vorbeitungen der Weihnachtsvorhaben. „Sankt Nikolaus“ war deren erstes für die Jenaer Philharmonie, also auch die Männerstimmen des Knabenchores. Nach den Konzerten im Volkshaus am Vorabend und Abend des dem Heiligen gewidmeten Tages begannen die Adventskonzerte auch für die Knaben. Im Zuge des Schneeberger Lichtelfestes gastierten wir am 8. Dezember in der St.-Wolfgangs und der Neustädteler Kirche. Auch die Bewohner des Winzerlaer Altenheimes erfreuten wir mit unserem Besuch. Uns erfreuten die Karlsbader Mädchen, mit denen wir am 20. und 21. Dezember unsere Weihnachtskonzerte im Jenaer Volkshaus veranstalteten, und ohne Weihnachtsfeier wäre natürlich auch dieses Jahr nicht zu Ende gebracht worden.


Der Knabenchor in Thalbürgel 1995
1991 bis 1996 – Vom 15. zum 20. Jubiläum

Chronisten: Stephan Paedrow (1990-1995), Ralf Rodegast (ab 1996)


1991 – Struwwelpeter und die kleinen Kirchen im Umland

Mit einem Winterchorlager in der Jugenderholungsstätte „Stern“ sollte unser Chor im Februar 1991 auf die kommenden Herausforderungen – das Frühlingsprogramm und insbesondere die Aufführung des „Struwwelpeter“, der von Tilo Medek vertonten Kindergeschichten Hansgeorg Stengels, vorbereitet werden. Auf dem „Stern“ war allerdings wieder einmal die Heizung defekt, weshalb das Chorlager zu einer Probenwoche in der Jenaer Philharmonie degradiert wurde. Verbissen übten die Knaben am „Struwwelpeter“, der aufgrund seiner gewöhnungsbedürftigen, modernen Tonsprache eine echte Schwierigkeit darstellte.

Unser erstes Frühlingskonzert, noch ohne dieses Stück, fand am 1. März im Orlamünder Rathaus statt. Das Lied „Guten Abend, gute Nacht“ für Knabensolo mit Männerchor begann unser Solist mal eben einige Töne höher als vorgesehen. Unser Chorleiter Jürgen Puschbeck wiederholte daraufhin den Anfang des Stückes, eine Notlösung, auf die er nur sehr selten zurückgreift. Damit konnte er die in der Erwartung kommender Töne leidvoll und ängstlich dreinblickenden ersten Tenöre spürbar erleichtern. Zu unserem Familien- und Jugendkonzert am 17. März führten wir erstmals den „Struwwelpeter“, zusammen mit einigen Frühlingsliedern, auf. Die Knaben konnten das neue Stück trotz redlichen Bemühens jedoch noch nicht in guter Qualität meistern.

Am 25. April 1991 verstarb unsere langjährige Stimmbildnerin und Betreuerin Liebhild Machnik an Krebs. Für viele von uns stellte ihr Tod einen Schicksalsschlag dar, denn sie hatte uns nicht nur mit viel Feingefühl in die Welt der Musik eingeführt, sondern war aufgrund ihres Einfühlungsvermögens und ihrer menschlichen Wärme für uns auch Ansprechpartner in jeder schwierigen Situation gewesen. Die Erinnerung an sie lebt deshalb in vielen von uns auf Dauer weiter.

Nach der Mitwirkung unserer Männerstimmen in „Rhapsodie für Alt – Solo, Männerchor und Orchester“ von Johannes Brahms am 23. Mai vereinte die zwei Tage später stattfindende musikalische Vesper in der Friedenskirche wieder den ganzen Chor und damit auch die ganze überschüssige Energie unserer Knaben in einem relativ schlechten Konzert. Viel höher war da die Aufmerksamkeit am 1. Juni in Eisenberg, wo nicht Jürgen Puschbeck, sondern sein Schüler Christoph Peter vor uns stand, um sein Diplomkonzert zu geben. Ein gutes Konzert gaben wir auch am 23. Juni in der Lobedaer Peterskirche, zu dem extra unsere Hedemünder Quartiereltern angereist waren, um kurz danach ohne offiziell organisiertes Treffen wieder abzureisen.

Die zweite Aufführung des „Struwwelpeter“ am 6. Juli im Saal der Philharmonie sollte zu einer Selbstinszenierung des Komponisten Tilo Medek werden, der uns erfolgreich motivierte, indem er uns eine Belgien – Tournee in Aussicht stellte, die allerdings nie zustandekam. Im Juli verbrachten wir erneut ein Chorlager in Schneeberg, wobei wir uns hauptsächlich der Einstudierung der Motette „Jesu, meine Freude“ von Johann Sebastian Bach widmeten. Aber auch der obligatorische Besuch auf der Puschbeckschen „Farm“ und eine verregnete Fahrt ins Bad (es blieb bei der Fahrt) gehörten zum Programm. Mit einem gelungenen Konzert in St. Wolfgang zu Schneeberg beendeten wir das Chorlager.

Im September begaben wir uns zweimal auf die Suche nach den kleinsten Kirchen in Jenas Umgebung. Unsere Busfahrer suchten lange und fanden schließlich Hirschroda und Nerkewitz als ideale Objekte für zwei mäßige Konzerte, die vom zwar leicht abzählbaren aber umso begeisterungsfähigeren Publikum sehr gut aufgenommen wurden. Besser, sowohl bezüglich Zuschauerzahl als auch Qualität waren da die Auftritte in Drackendorf und Frauenprießnitz.

Jetzt widmeten wir uns der Einstudierung des Weihnachtsprogrammes. Dieses sollte bei unserer Erzgebirgsfahrt vom 6. bis 8. Dezember sechsmal aufgeführt werden. Das erste Konzert in Sosa begann sehr kurzfristig, nämlich fünf Minuten vor der Ankunft unserer Busse und war von entsprechender Qualität. Am darauffolgenden Samstag besuchten wir das Schneeberger Lichtelfest und sangen in der festlich geschmückten St. Wolfgangskirche, sowie danach in Neustädtel, wo, nach Aussage des Pfarrers, nach dem Konzert in Büchsen für unseren Chor gesammelt wurde. Der mit drei Konzerten (Weißbach, Mülsen St. Jakob, Albernau) völlig ausgebuchte Sonntag beendete diese Fahrt.

Es folgten einige kleinere Auftritte: ein Konzert in Bad Berka, die Mitgestaltung der Weihnachtsfeier der OTEV, die Mitwirkung der Männerstimmen an der Aufführung von Arthur Honeggers „Une Cantate de Noël“ und die Eröffnung der Goethestraße, welche für viele von uns ohne Sichtkontakt zum Dirigenten verlief. Der 22. Dezember begann mit einem Fototermin vor und im Volkshaus. Um 15 Uhr begann dann unser Jubiläumskonzert zum 15jährigen Bestehen, in dem unter anderem die Motette „Jesu, meine Freude“ erklang. Die Scheinwerfer und die geschlossenen Fenster im Volkshaus leisteten Rekordarbeit: 18 Knaben konnten durch diese Kombination von Grill und Sauna dazu bewogen werden, vorzeitig die Bühne zu verlassen. Als das trotzdem sehr gute Konzert verklungen war, gingen wir zum gemütlichen Teil über – unserer Weihnachtsfeier, organisiert von Monika Feesche und einigen Männerstimmen, womit dieses Chorjahr ausklang.


1992 – Wieviele Knaben passen in einen Trabant?

Am Beginn des Jahres stand unser letztes Winterchorlager in Eschershausen, welches sich insgesamt als mäßig erfolgreich einstufen läßt. Die Jugendherberge sowie durchweg regnerisches Wetter taten ihr übriges dazu. So verlief eine geplante Wanderung buchstäblich. Es blieb uns nur noch der Besuch des Geburtshauses des Barons von Münchhausen in Bodenwerder, was wahrscheinlich sowieso gelogen ist. Glücklicherweise konnten wir eine Schulaula, in der wir auch ein Konzert gaben, zum Proben nutzen. Ein zweites Konzert mit einem geistlichen Programm in Holzminden bildete den Abschluß des Chorlagers.

Unser alljährliches Frühlingskonzert im Volkshaus verlief gut und ohne besondere Vorkommnisse. Mit einem Auftritt auf dem Jenaer Frühlingsmarkt konnten wir an das Wetter des Chorlagers anknüpfen. Am 23. Mai nahmen einige von uns am Bergsingen der Jenaer Chöre teil. Die anderen stießen erst zum zweiten Konzert des Tages in Frauenprießnitz dazu, da ihnen niemand vom ersten Termin erzählt hatte. In Frauenprießnitz gab es zuerst Kaffee und Kuchen, dann ein gelungenes Konzert und dann Bratwürste und das ganze im Rahmen des Gemeindefestes. Während des Konzertes konnten die Knaben die Männerstimmen wieder einmal durch gewagt moderne Harmonien am Anfang von „Im schönsten Wiesengrunde“ verwirren.

 Nun standen „kleinere“ Konzerte auf dem Plan, so ein Benefizkonzert zugunsten der Kinderhilfestiftung e.V. unter der Leitung von Berit Walther, sowie Auftritte in Lobeda und Bad Berka.

Unser Sommerchorlager war diesmal im altbekannten Internat in Karlovy Vary geplant, und zwar in der Zeit vom 15. bis 22. August. Unser erstes Konzert einen Tag nach der Anreise konnten wir wegen der unzureichenden Probenzeit und der vermehrt auftretenden Konditionsschwächen (wohl aufgrund der krampflösenden und abführenden Wirkung der Karlsbader Heilquellen) nur mit mäßiger Qualität bewältigen. Unsere neue Reisebegleiterin war wesentlich erfolgreicher als die alte, wodurch sich unsere Möglichkeiten bezüglich Essen, Trinken, Einkaufen und Baden im Termalbad deutlich erweiterten. Sie hieß Deutsche Mark. Am letzten Tag fuhren wir zunächst von Karlsbad nach Schneeberg, um es uns bei Bratwürsten, Limo und dem Tuckern der „Brockenhexe“ (der beliebte Puschbecksche Traktor) auf der „Farm“ im Schatten des Wasserballons wohl sein zu lassen. Zwei Konzerte, in Albernau und in St. Wolfgang, absolvierten wir, bevor wir die Heimreise antraten.

 Am 9. und 10. September wirkten unsere Männerstimmen an der Aufführung des „Fliegenden Holländers“ von Richard Wagner mit. Diese Konzerte machten den meisten von ihnen Spaß, auch wenn das Orchester zu laut spielte, einige Chorstellen unklar waren und die Männerstimmen des Philharmonischen Chores das Stück etwa so gut beherrschten, als ob sie nur zu fünft zur ersten Orchesterprobe erschienen wären. Für den Knabenchor folgte eine Reihe kleinerer Auftritte; so im „Faulloch“ und in Hainichen unter der schon gewohnten Leitung Berit Walthers, in Drackendorf und in der Friedenskirche.

 Am 26. Oktober fand die erste Probe in unserem neuen Domizil, dem Adolf-Reichwein-Gymnasium, kurz ARO, statt. Es ist natürlich klar, daß ein solcher Umzug nicht grundlos erfolgt ist. Die Probenbedingungen in der ARO waren nicht vergleichbar mit denen der alten Philharmonie. Sie waren ungleich schlechter. Allein das Oberlandesgericht hatte Bedarf auf das Gebäude August – Bebel – Straße 4 angemeldet. Trotz dieses Wechsels reichten unsere Energien noch, um bis zum geplanten Konzertwochenende im Erzgebirge am 28. und 29. November ein ansprechendes Weihnachtsprogramm zusammenzustellen, was diesmal die Verlesung der Weihnachtsgeschichte anstelle der üblichen Ansagen enthielt.

Unser Chorleiter wurde auf dieser Fahrt von einer mysteriösen Pechsträne verfolgt. Zunächst leitete er als gebürtiger Schneeberger unsere Busse aufgrund zahlreicher Straßensperrungen in Schneeberg in eine Sackgasse, von der aus wir dann zu Fuß zu unserem ersten Konzert im Stadtteil Neustädtel laufen mußten. Beim Umkleiden bemerkte er, daß er seine schwarze Hose vergessen hatte. Hier konnte unser Gastpräfekt und Sprachberater Michael Große glücklicherweise aushelfen. Beim zweiten Konzert in Breitenbrunn hatte Jürgen Puschbeck im Lied „Laßt alle Gott uns loben“ arge Probleme, den Chor zusammenzuhalten, denn das durch einen kreislaufschwachen Konzertbesucher hervorgerufene Poltern auf der dritten Empore hatte den Chor aus dem Metrum gebracht. Auch ohne Organisationsleitung fanden wir unsere Quartiere in Albernau und Aue. Problematisch war nur der nächste Morgen, als eine Hälfte des Chores mit, die andere ohne Chorkleidung zum Gottesdienst erschien, der dann auch noch ein musikalischer Reinfall wurde. Am Nachmittag in Albernau war man sich aber wieder über Kleiderordnung und musikalische Qualität einig.

Nach einem Konzert in Dornburg und der Mitwirkung bei der Eröffnung der Aula der Grete-Unrein-Schule besuchte uns vom 18. bis 21. Dezember der „Neue Knabenchor Hamburg“. Ein Konzert in Bürgel und das traditionsgemäße Weihnachtskonzert im Volkshaus wurden, mit gutem Erfolg, von beiden Chören gemeinsam bestritten. Wie in jedem Jahr bildete die Weihnachtsfeier den Ausklang.


1993 – Ein neuer Name für „Puschi“

Zu Beginn des Jahres wirkten unsere Männerstimmen zunächst wieder bei einer Aufführung des Philharmonischen Chores mit. Diesmal waren es Szenen aus der Oper „Othello“ von Guiseppe Verdi. Dafür bekamen wir sogar eine Erwähnung im Programmheft. Der Knabenchor als solcher trat erst wieder am 13. März in Orlamünde und am 28. März im Volkshaus (Familien- und Jugendkonzert) in Aktion.

Kein Konzert, aber doch eine lustige Abwechslung lieferte der Wochenspiegel am 29. April. Hier wurde Jürgen Puschbeck als Alleinhersteller der Werbefigur für die neuen Postleitzahlen gepriesen. Der Text begann mit den Worten: „Das ist Rolf.“ Klugerweise wies man in der Entschuldigung darauf hin, daß dies nicht Anlaß für einen Spitznamen sein sollte.

Nach Konzerten in Lobeda und Frauenprießnitz traf man sich am 26. Juni im Kollegienhof zum Singen und um sich fotografieren zu lassen. Kein Wunder also, daß zu diesem Konzert besonders viele Chormitgleider erschienen. Auch die 1155. Musikalische Vesper in der Friedenskirche am 24. Juli gestaltete unser Chor.

Das Sommerchorlager fand in der Thüringer-Wald-Metropole Tambach-Dietharz statt. Es kursierten Gerüchte, daß es in der Jugendherberge verborgene Verpflegungsvorräte gebe, etwa für den Fall, daß der Ort von der Außenwelt abgeschnitten würde. Eines Abends wurden Männerstimmen unseres Chores diesbezüglich fündig, und zwar kurz bevor sie selbst vom Herbergsleiter gefunden wurden. Drei Konzerte in Ilmenau, Gotha und Tambach selbst begleiteten das Chorlager.

Am 7. Oktober wurde mit unserer musikalischen Unterstützung das erste Strohheizkraftwerk Deutschlands in Schkölen eingeweiht. Das geschah in einem Rahmen, der trotz aller Alternativität des Werkes selbst sehr tradtionell anmutete, so daß die Geduld einiger Knaben, besonders während der Grußworte vieler wichtiger Personen, arg strapaziert wurde.

Am 6. November 1993 konnte unser Chor aus dem Landeschorwettbewerb in Weimar mit „hervorragendem Erfolg“ und 24 Punkten (von 25) hervorgehen und sich so für den Bundeswettbewerb im darauffolgenden Jahr qualifizieren. Diese Leistung haben wir, wie unser Chorleiter Jürgen Puschbeck bemerkte, zu einem großen Teil der stimmbildnerischen Arbeit Thomas Pranges zu verdanken.

 Es folgte noch ein Auftritt bei den Musiktagen in Bad Sulza, bevor wir mit dem Adventssingen in Drackendorf am 27. November die Vorweihnachtszeit begannen. Wie immer bildete das Lichtelfest Schneeberg einen Höhepunkt, und wer einmal diesen noch echten Weihnachtsmarkt besucht hat, der weiß auch, warum. Wie so oft führten uns Konzerte nach St. Wolfgang, Neustädtel und Albernau. Am 14. Dezember veranstaltete der Chor zwei Schülerkonzerte im Volkshaus. Unser Ansager Jörg Golombek konnte im Hinblick auf die Disziplin einiger Zuhörer nur auf das nächste Jahr verweisen, in dem es ja vielleicht besser klappe. Konzerte in Schkölen, Thalbürgel und unser traditionelles Weihnachtskonzert im Volkshaus (mit anschließender Weihnachtsfeier) am 19. Dezember rundeten die Knabenchor-Weihnachtsaktivitäten ab. Hinzu kamen noch zwei Auftritte in Jenaer Altersheimen. Das dortige Singen wird von unserem Chor (meist in kleinen Besetzungen) schon seit langem gepflegt. Wir hoffen, den Heimbewohnern damit die Weihnachtszeit etwas aufheitern zu können.


1994 – Erfolg beim Bundeschorwettbewerb in Fulda

Das erste musikalische „Großereignis“ stellte für den Knabenchor im Jahre 1994 das Familien- und Jugendkonzert im Volkshaus am 6. März dar. Nach dem „Probekonzert“ in Orlamünde am Vortag stand einer von unserem langjährigen Kritiker Karl Müller-Schmied hervorgehobenen besonders guten Leistung nichts mehr im Wege. Unsere Knabenstimmen und einige Männerstimmen durften am 31. März in Pößneck und am 1. April in der Stadtkirche St. Michael an der Darbietung der Matthäuspassion mitwirken, des Stückes, welches 1976 mitverantwortlich für die Gründung des Knabenchores war.

Der Chorwettbewerb in Fulda rückte jetzt immer näher. Aus diesem Grunde veranstaltete man, gewissermaßen als Probe, ein Preisträgerkonzert der qualifizierten Thüringer Chöre und der Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ im Volkshaus. Am 12. Mai 1994 war es dann soweit – um 12.20 Uhr im Fuldaer Stadtschloß schritt der Knabenchor zur größten Herausforderung seit seinem Bestehen. Die aufgeführten Stücke waren: „Laudate Dominum“ (G. Palestrina), „Richte mich, Gott“ (F. Mendelssohn-Bartholdy), „Wie liegt die Stadt so wüst“ (R. Mauersberger) und „Der Kuckuck“ (J. P. Link). Wir erreichten mit 21 Punkten einen zweiten Preis bei nicht vergebenem ersten Preis, was einen sehr großen Erfolg für uns bedeutete. 30 Knabenstimmen, die nicht mit nach Fulda gefahren waren, wirkten in Jena an zwei Konzerten mit den „Carmina Burana“ und den „Catulli Carmina“ von Carl Orff mit. Jürgen Puschbeck und einige Männerstimmen hatten beide Verpflichtungen, weshalb sie mit PKWs zwischen Fulda und Jena pendeln mußten.

Am 29. Mai fuhren wir nach Arnstadt zwecks Fernsehaufnahme für die Sendung „Zauberhafte Heimat“ des MDR mit Gunther Emmerlich. Hier sollten zur vier Tage früher erfolgten Tonaufnahme die Bilder ergänzt weden. Leider konnte das Lied „Der Kuckuck“ nicht für die Sendung verwendet werden. Dieses hatte man sich doch, entsprechend der anderen Beiträge, wesentlich volkstümlicher und nicht als moderne Bearbeitung vorgestellt. Herr Emmerlich zeigte sich von der Qualität der Darbietung jedoch persönlich sehr beeindruckt. Am 5. Juni in Leipzig und am 7. Juni in Berlin führten 35 Knaben, zusammen mit Chor und Orchester des MDR, die Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini konzertant auf. Nach den Knaben durften sich die Männer am 17. Juni allein produzieren, nämlich mit drei Schubert – Männerchören beim Philharmonischen Sommerfest im Kollegienhof.

Am 30. Juni versuchten auch wir unseren Beitrag „zur Förderung familiärer Beziehungen und der Einbeziehung von Jugendlichen in Neubaugebieten“ zu leisten, indem wir bei der gleichnamigen Veranstaltung im Geraer „Club der Jugend und Sportler“ auftraten. Es folgten Konzerte an altbekannten Orten: in der Friedenskirche und in Frauenprießnitz, bevor wir unser Chorlager vom 22. bis 26. August in Fulda durchführten. Neben der guten Jugendherberge wären die zwei Konzerte in Lauterbach und Fulda-Horas hervorzuheben. Bei letzterem Konzert wurden zwecks Getränkeverteilung von der Gemeindeverwaltung Berechtigungsmarken an die Sänger verteilt, mit denen dann jeder das ihm zustehene Glas Limo oder Cola abholen konnte.

Im neuen Schuljahr fand zunächst ein Konzert in der Barockkirche zu Schkölen statt. Danach besuchten wir unseren Partnerchor in Hamburg. Obwohl die von unserem Busfahrer ausgewählte Fahrstrecke „200 km kürzer“ war als üblich, benötigten wir 3 Stunden länger für die Hinfahrt. Außerdem schien der Bus, seit wir das letzte Mal damit gefahren waren, gewachsen zu sein, denn er „paßte“ plötzlich nirgendwo mehr durch. Unsere Gastgeber in Hamburg verfügten demhingegen über eine außerordentlich gute und flexible Organisation. So wurde uns von einer Stadtrundfahrt über einen Flughafenbesuch bis hin zum Erleben von „Hamburg bei Nacht“ (P16) viel geboten. Konzerte gab es natürlich auch – in der Kreuz(ungs)kirche Ottensen und der Marktkirche Poppenbüttel. In der Rezension des zweiten Konzertes wurden wir an die „Spitze aller deutschen Knabenchöre“ gestellt, was wohl besonders an Sängern wie „Karsten Miller“ (Müller), „Christoph Barvidor“ (Bravidor) und „Jörg Gombek“ (Golombek) gelegen hat.

In der Nähe Jenas folgten herbstliche Konzerte in Apolda und Eisenberg. Den Auftakt zur vorweihnachtlichen Konzerttätigkeit bildete erneut das Lichtelfest in Schneeberg, diesmal mit Auftritten in der Hospitalkirche und der Kirche zu Weißbach. Desweiteren war unser Weihnachtsprogramm in der Jenaer Grete-Unrein-Schule und im Vorlkshaus zu einem Schülerkonzert zu hören. Ab 17. Dezember war der Fuldaer Kinderchor „St. Bonifatius“ zu Gast bei uns. Zusammen gestalteten wir zwei Weihnachtskonzerte, in Thalbürgel und im Volkshaus. – Der aufmerksame Leser ahnt es bereits: Eine Weihnachtsfeier beendete die chorischen Aktivitäten des Jahres.


1995 – War Requiem und Gründung des Fördervereins

Der Frühling des Jahres war von der Aufführung eines sehr tragischen Stückes – dem „War-Requiem“ von Benjamin Britten – bestimmt. Dieses schwierige, moderne Werk gelangte siebenmal zur Aufführung: am 4. März in Mylau, am 5. des Monats in Zwickau, am 9. April in Plauen, am 29. und 30. April in Erfurt, am 10. Mai im Jenaer Volkshaus und am 28. Mai ohne die Knabenstimmen in der Stuttgarter Liederhalle.

Hinzu kamen noch zwei Frühlingskonzerte des Knabenchores: am 6. Mai in Eisfeld und am darauffolgenden Tag traditionell im Volkshaus. Auch am 31. Mai in Oberweißbach und am 18. Juni in Schkölen war das Programm nochmals zu hören.

Aufgrund der guten Erinnerungen an das Chorlager in Fulda im Vorjahr sollte auch das 95er Sommerchorlager vom 22. bis 30. Juli dort stattfinden. Besonders zu erwähnen wäre diesmal der Besuch der von einigen Männerstimmen noch wesentlich mehr genutzten Rhönterme, eines Erlebnishallenbades mit Sauna, Wasserrutschen, Wellenbad usw. Auch ein für Kinder gebautes Floß im Stadtpark erfreute sich wie im Vorjahr großer Beliebtheit. Dieses etwa 2 mal 2 Meter große Gerät wurde durch unseren Knabenchor regelrecht übervölkert. Es befanden sich ständig etwa 20 Kinder auf dem Floß, während weitere 20 versuchten, es zu besteigen, wenn es mal das Ufer erreichte. Auch für die Männerstimmen war dieses Schauspiel interessant, besonders dann, wenn der eine oder andere danebentrat. Durch derartige Ausflüge ließen sich die Kleineren natürlich abends viel leichter ins Bett bringen. In einem Chorlager sollte aber auch die Musik eine große Rolle spielen. So fanden neben den zahlreichen Proben Kirchenkonzerte in Neuhof und Fulda-Horas statt, mit denen wir Publikum und Kritik („dynamisch fein austarierter, feierlicher Chorklang“) gleichermaßen überzeugen konnten. Am 29. Juli wurde der Nachmittagskaffee zur Gründungssitzung unseres Fördervereines umfunktioniert. Seitdem steht dem Chor darin ein aktiver Partner zur Seite.

Nach dem Chorlager war es zunächst der Männerchor, der sich erstmals in einem eigenen Konzert, der Serenade im Kollegienhof am 12. August, profilieren durfte. Ein buntes Programm – von Volksliedern über Schubertmännerchöre bis hin zu Titeln der Comedian Harmonists – wurde geboten, wenn auch noch nicht in hoher Qualität.

Eine wichtige Konzertreise unternahm der Knabenchor am 19. und 20. August. Das Ziel war St. Blasien – ein riesiger und bekannter Dom im Schwarzwald. Hier konnten wir ein sehr gutes Konzert absolvieren.

Doch noch mehr Höhepunkte warteten in diesem Jahr auf uns. Vor allem ein CD-Livemitschnitt unseres Konzertes in der Klosterkirche zu Thalbürgel am 26. August. Ein geistlich – romantisches Programm wurde hier aufgezeichnet. Zur Einschätzung des Gelingens dieses Konzertes kaufen Sie sich am besten die dazugehörige CD. Ein kleiner Tip: Das Wort „Live“ sagt im Prinzip schon alles.

Bevor wir an die Einstudierung des Weihnachtsprogrammes gingen, sang unser Chor zu einem Benefizkonzert zur Unterstützung von chronisch kranken Kindern am 12. Oktober im Volkshaus.

Etwas ganz besonderes hatten sich Jürgen Puschbeck und Wolfgang Grohmann für die Weihnachtskonzerte des Knabenchores ausgedacht. Es handelte sich um ein Weihnachtsspiel, welches zusammen mit altbekannten Liedern die Weihnachtsgeschichte und eine Rahmenhandlung in zeitgemäßer und unterhaltsamer Form darstellen sollte. Es ist leicht denkbar, daß die Einstudierung eines solchen Programmes ein schwieriges Unterfangen ist, besonders für absolute Laienschauspieler, wie es die meisten der spielenden Sänger sicher waren. Bei unserer Fahrt zum Lichtelfest nach Schneeberg am 9. und 10. Dezember sollte sich nun zeigen, was 6 Wochen Probenarbeit gebracht hatten. Freilich nicht professionell aber doch erstaunlich gut ging unser Weihnachtsspiel über die Bühne, so in einer Weißbacher Turnhalle , in der Kirche zu Sosa, der Hospitalkirche zu Schneeberg und der Albernauer Kirche. Einen weiteren Auftritt auf dem Schneeberger Marktplatz bestritten wir mit einem normalen Programm.

Zurück aus Schneeberg folgte ein Weihnachtskonzert in Thalbürgel am 16. Dezember. Hier erhielt der zum Weihnachtsspiel gehörende Satz „Es ist so bitter kalt.“ eine wahrhaftige Bedeutung für unsere „Hirten“, die auf dem eiskalten Steinfußboden der Klosterkirche „nächtigen“ mußten. Ganz anders wirkte der gleiche Satz bei den Saunatemperaturen auf der Volkshausbühne am nächsten Tag. Hier konnten einige von uns dann herausfinden, daß die traditionellen Kostüme, wie z.B. Felle oder Turban tatsächlich warmhielten. Zum letzten Mal sollte das Spiel am 23. Dezember erneut im Volkshaus aufgeführt werden. Trotz vereinzelter Kritik am Gesamtkonzept, so z.B. daß eine gespielte Handlung für solche Chorkonzerte unnötig sei, wurde diese neue Form unserer Knabenchorkonzerte überwiegend positiv aufgenommen und stellte auch für uns, zumindest für die am Spiel Beteiligten, eine Herausforderung dar.

Nach dem letzten Konzert des Jahres folgte die obligatorische Weihnachtsfeier im Volkshaus.


1996 – 20 Jahre Knabenchor Jena und Reise nach England

Das Jubiläumsjahr 1996 begann für den Knabenchor mit dem traditionellen Familien- und Jugendkonzert am 24. März im Volkshaus, bzw. mit dem fast schon genauso tradtionellen davorstehenden „Probekonzert“ in Orlamünde.

Ein weiteres Projekt erregte zu Beginn des Jahres Aufsehen. Günter Blumhagen, der Mitbegründer des Knabenchores, sollte mit den Chören der Jenaer Philharmonie zusammen die „Carmina Burana“ von Carl Orff aufführen. Tragischerweise verstarb er völlig unerwartet. Eine Ehrung erwies ihm die Jenaer Philharmonie zunächst mit der Aufführung des Verdi-Requiems am 10. Mai im Volkshaus, an der auch die Männerstimmen des Knabenchores mitwirkten. Doch auch die „Carmina Burana“ sollten, nicht zuletzt wegen des Engagements für das Projekt seitens Herrn Blumhagens, zur Aufführung gelangen. Glücklicherweise fand sich kurzfristig Herr GMD Prof. Horst Neumann als Ersatzdirigent. So konnte das Konzert mit dem besagten Stück in Borna am 25. Mai doch noch abgesichert werden. Geplant war hier als Auftrittsort der „Volksplatz“, eine noch aus dunkler NS-Vergangenheit stammende, arenaartige Anlage. Regnerisches Wetter sorgte allerdings dafür, daß wir ins örtliche Kulturhaus ausweichen mußten. Auf einer kleinen, warmen und häßlichen Bühne fand dann ein „Notkonzert“ statt.

Das nächste Knabenchorkonzert stellte die Serenade im Jenaer Kollegienhof mit anschließendem Sommerfest dar, bevor wir nach Eschwege ins Chorlager fuhren. Dort verbrachten wir die Zeit vom 27. Juli bis 4. August. Wir bewohnten eine schöne Jugendherberge mit nicht ganz so reichhaltigem Essensangebot, was uns dazu verleitete, jede beim Frühstück oder Abendbrot nicht aufgebrauchte Scheibe Brot oder Wurst (Käsescheiben gab es nicht) in einem öffentlich zugänglichen Kühlschrank für nächtliche Hungeranfälle zu lagern. Einige Sänger hatten desweiteren einige Probleme mit einem einheitlichen Essensbeginn bzw. sonstigen allgemein üblichen Tischmanieren. Hier fand sich ein ergiebiges Experimetierfeld für unseren aus dem Schwabenlande zurückgekehrten „Stimmungsbildner“ Thomas Prange, der nicht nur bezüglich musikalischer, als auch im Blick auf organisatorische Aspekte einen außergewöhnlichen Arbeitseifer an den Tag legte. Einige Männerchormitglieder hatten neben den normalen Proben auch noch ein zusätzliches Programm zu erarbeiten, welches bei einem vom Förderverein organisierten Konzert in Hedemünden aufgeführt werden sollte. Gesamtchorkonzerte fanden in Hessisch-Lichtenau und in Eschwege statt.

Ein sehr interessantes Projekt, an dem der Knabenchor und der Philharmonische Chor Jena teilnahmen, war Gustav Mahlers monumentale 8. Sinfonie, die „Sinfonie der Tausend“, aufgeführt auf den Erfurter Domstufen am 24. und 25. August. Während sich die Knaben sicher eher für die Vielfalt der Instrumente begeistern konnten, war es für viele Männerstimmen eine Freude, wieder einmal in einem chorsinfonischen Werk mit entsprechender Lautstärke mitsingen zu können.

Nachdem die geplante Norwegentournee des Knabenchores überraschend „geplatzt“ war, suchte man nach einer Ausweichvariante. Diese bot eine von unserem Chormitglied Volkmar Glauche, der gerade in Warwick studierte, kurzfristig organisierte Englandreise. Zuvor waren jedoch noch zwei Konzerte in der näheren Umgebung zu singen – eine musikalische Vesper in der Friedenskirche und ein Auftritt in der Klosterkirche zu Bad Klosterlausnitz. Selbstverständlich sangen wir dort weitestgehend schon das für England geplante Programm aus geistlicher Barockliteratur und Volksliedbearbeitungen. Leider war die Qualität der Konzerte nicht unbedingt reif für ein Land, in dem es in fast jeder Kathedrale einen professionellen Knabenchor gibt, wie uns Volkmar versicherte. Aber einem richtigen Knabenchorsänger macht das wenig aus und so traten wir die Englandreise am 29. September an. Von der bis zum 4. Oktober dauernden Reise gibt es einen gesonderten Bericht unseres Chormitgliedes Georg Haney, der hier angeklickt werden kann.


England-Reise 1996

Wir fuhren am 29. September kurz nach 9 Uhr mit zwei Bussen vom Jenaer Busbahnhof ab. Es war ruhig und manche spielten Karten, lasen oder hörten Musik. Um 16 Uhr passierten wir den Grenzübergang zu den Niederlanden. Es kam uns so vor, als ob die Niederlande nur aus Gewächshäusern und Kanälen bestehen würden. Abendbrot aßen wir in Rotterdam. Je näher wir dem Hafen kamen, desto lauter wurde es im Bus – viele waren aufgeregt, weil sie zum ersten Mal mit einer Fähre fuhren.

Im Hafen von Hoek van Holland machten wir eine Pause. Der Wind war sehr stark. Um 20.30 Uhr liefen wir an Deck der „Stena Europe“, eines Fährschiffes, das sehr komfortabel und groß war. Die Busse wurden im Bauch des Schiffes verladen. Die Kabinen waren sehr klein. Viele liefen sofort an Deck, nachdem sie ihr Gepäck dort verstaut hatten. Das Schiff legte pünktlich um 22 Uhr ab. Dann mußten wir in unsere Kabinen. Als die Fähre den Hafenbereich verlassen hatte, machte sich ein starkes Schwanken bemerkbar. Am nächsten Morgen war auf den Gängen der Fähre sichtbar, daß manchen der starke Wellengang auf den Magen geschlagen hatte …

Die Fähre legte um 7 Uhr in Harwich an. Unsere Uhren hatten wir schon umgestellt, die Busfahrer mußten sich auf den Linksverkehr umstellen. Das gelang ihnen recht gut. In einer Gaststätte in Harwich bekamen wir zum ersten Mal „English breakfest“. Danach folgte eine langweilige Fahrt quer durch England. Viele hatten auf der Fähre nicht gut geschlafen, dafür schliefen sie jetzt. Sie haben auch nicht viel verpaßt: es gab Kuhweiden, Steinmäuerchen, Baumgrüppchen und – wieder Kuhweiden zu sehen. Nottingham, wo einst Robin Hood gehaust haben soll und wo der große Sherwood Forest war, ist jetzt eine Großstadt, umgeben von – Kuhweiden. Die vielen Kühe führen ein gesundes Leben und sehen nicht so aus, als ob sie ungenießbar wären …

Um 14 Uhr erreichten wir die Jugendherberge Hartington Hall, ein altes Haus, umgeben von – na ihr wißt schon: Kuhweiden.
Am nächsten und auch an den darauffolgenden Tagen gab es ein reichhaltiges Frühstück und Abendbrot. Wir machten uns mit Händen und Füßen verständlich, Englisch zu sprechen getrauten sich nur wenige. Am 1. Oktober hatten wir ein Konzert in der Kathedrale von Ely, einem Städtchen in Ostengland. Diese Kathedrale ist ein beliebtes Touristenziel und die Besucher betrachteten unseren Gesang wohl als nettes Beiwerk zu ihrer Besichtigung. Sie kamen und gingen, wie sie wollten. Überhaupt hatten wir bei unseren insgesamt drei Konzerten wenig Besucher. Das lag vielleicht auch daran, daß es immer um die Mittagszeit und an Wochentagen, so daß die meisten Einwohner der Konzertorte auf Arbeit waren. Von Ely aus fuhren wir nach Cambridge, wo wie einen einstündigen Stadtbummel machten. An diesem Tag hatten wir keine Zeit, um in der Jugendherberge noch Fußball zu spielen oder anderes. Das zweite Konzert fand am nächsten Tag in Chester statt. Das ist eine malerische, mittelalterliche Stadt, die auf römischen Fundamenten erbaut wurde. In Chester gibt es viele Fachwerkhäuser und eine zweigeschossige Ladenstraße, deren Erdgeschoß noch römisch ist.

Typisch für die englische Architektur sind Häuser aus Fachwerk, Natursteinen oder rotem Backsteingemäuer. Typisch für das englische Wetter sind angeblich Regen und Kühle, aber während unserer Fahrt haben wir Schirme und Regenjacken gar nicht gebraucht. Auf den abendlichen Heimfahrten zur Jugendherberge begannen wir immer kurz vor dem Ziel damit, verschiedene Kanons durcheinander zu singen. Ein Wunder, daß der Busfahrer nicht ausgestiegen ist. Auch bei Konzerten haben wir schon besser gesungen, aber mit berühmten englischen Knabenchören wollten wir uns ja sowieso nicht vergleichen. Herr Puschbeck war trotzdem nicht sehr zufrieden.

Der letzte Tag in England begann mit einer Busfahrt nach Birmingham, wo das letzte Konzert stattfand und endete an Bord der „Königin Beatrix“. Die Rückfahrt verlief ruhiger, die Nordsee meinte es gut mit den Mägen…
Unsere Jubiläumsreise endete am Abend des 4. Oktober glücklich in Jena.
Es macht Spaß, in der Welt herumzureisen – deshalb freuen wir uns schon auf das Chorlager in Norwegen 1997.

Georg Haney, Oktober 1996


Das Jubiläumskonzert am 3.11.1996 stellte zwar keine gesanglichen Höhepunkte dar, aber war doch für diesen Anlaß des beste Jubiläum, welches der Chor bisher gefeiert hatte. Der Förderverein übernahm die Umfeldgestaltung, organisierte die Feier, eine Ausstellung und gab eine Festschrift heraus. Auch der Programmvorschlag stammte im Entwurf von langjährigen Chormitgliedern.
Begonnen hat das Programm mit 3 Stücken aus dem geistlichen Programm. Danach verließ der größte Teil des Chores die Bühne und ein kleiner Extrachor (in der alten Chorkleidung) brachte Lieder zu Gehör, mit denen der Chor sich in den Anfangsjahren präsentierte. Herr Puschbeck sang mit dem Publikum den „Eselkanon“ und Berit Walther übernahm einen Solopart in dem Lied „Fritz der Traktorist“. Dieses Lied hatte der Chor zu den Arbeiterfestspielen 1984 gesungen und Jörg Golombek hat es extra für das Jubiläum um eine Strophe bereichert.

Der Männerchor zeigte im dritten Teil seine Entwicklung. Von „O du schöner Rosengarten“ bis „Veronika der Lenz ist da“ erklangen oft gesungene Männerchöre. Den vierten Block bildeten Tierlieder, die regelmäßig in den 20 Jahren im Programm auftauchten. „Käferlied“ und „Es flog ein kleins Waldvögelein“ sind hier u.a. zu nennen. Mit Abendliedern klang ein wunderschöner Querschnitt aus 20 Jahren wechselvoller und interessanter Chorarbeit aus. Auf der anschließenden Feier mit vielen ehemaligen Sängern und den Ehrengästen wurden Dias gezeigt, Lieder gesungen und viel gelacht.

Die Weihnachtszeit des Jahres 1996 begann mit einem Konzert für die Kinderhilfestiftung e.V. Den ersten und einzigen Versuch im Globus -Isserstädt Supermarkt für den Chor Werbung und den Verein Geld zu ersingen ist nicht erwähnenswert. Erwähnenswert dagagen aber die Konzerte in der Klosterkirche Thalbürgel (14.12.) und im Volkshaus Jena (21.12.). Zu letzterem gib es zu bemerken das es 2 Konzerte waren und diese gemeinsam mit dem Mädchenchor Karlovy Vary gestalltet wurden. Mit der traditionellen Weihnachtsfeier endete das Jubiläumsjahr.


Der Knabenchor im August 2000: Berit Walther ist neue Chorleiterin.
1997 bis 2001 – Von Puschi zu Berit

Chronist: Ralf Rodegast


1997 – Reise nach Norwegen

Musikalisch begann das Jahr 1997 mit einem Auftritt des Männerchores am 30. Januar in der Aula des Angergymnasiums, bei welchem die drei Schubert-Männerchöre „Ständchen“, „Der Gondelfahrer“ und „Nachthelle“ gesungen wurden. Zu den Frühlingskonzerten in Apolda und im Volkshaus Jena erklang der Zyklus mit Kinderliedern, welcher z. T. von Jürgen Puschbeck bearbeitet wurde und dann im Juni für eine CD aufgenommen wurde. Diese CD entstand als weiterer Höhepunkt der Zusammenarbeit mit der Kinderhilfestiftung e. V..
Beendet hat die Spielzeit ein Sommerfest am Forstteich bei Schneeberg. Übrigens das einzige Sommerfest bisher, in welches ein Konzert in der „Goldenen Sonne“ in Schneeberg integriert wurde.

Mit Superlativen konnte sich auch das Chorlager 1997 schmücken. Es war das teuerste und am weitesten weg gelegene Chorlager überhaupt in der Geschichte des Chores. Eine Woche verbrachten wir in einer Jugendherberge in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Nach der Anreise mit Bus und Schiff (20 Stunden) standen intensive Probenarbeit und das Kennenlernen der Sehenswürdigkeiten Oslos auf dem Plan. Dem Chronisten sind auch Müsli, Thunfisch und Knäckebrot, zu jeder Malzeit angeboten, im Gedächtnis geblieben. Und nützliche Aktivitäten einiger Männerstimmen in den Nachtstunden wie Aufstellen eines Basketballkorbes und Legen von Platten zur Verschönerung, sehr zur Verwunderung des Personals der Jugendherberge. Es verwundert schon, wenn die angefangenen Arbeiten über Nacht erledigt sind. Vielleicht glaubt man dort nun an Heinzel- oder Trollmännchen.

Musikalischer Höhepunkt des Chorlagers war dann das Konzert im in der Nähe der Olympiastadt Lillehammer liegenden Gjövik. Wir besichtigten die vollständig im Berg gelegene olympische Eissporthalle. Im Konzert erklang nach einem geistlichen Block auch der Kinderliederzyklus. Das norwegische Kinderlied „Hell scheint die Sonne“ war selbstverständlich Publikumsfavorit.

Gjövik brachte uns auch ein Wiedersehen mit Frau Julich, eine ehemalige Sängerin des Philharmonischen Chores und Mutter eines ehemaligen Knabenchorsängers. Sie lebt seit einigen Jahren in Norwegen und hatte am Zustandekommen des Chorlagers eine große Aktie. An dieser Stelle herzlichen Dank für ihre Organisation. Die Rückfahrt aus Norwegen mit Schiff und Bus verlief ohne besondere Vorkommnisse und es konnte ein weiteres Land in die Liste der Auftrittsorte des Chores eingefügt werden. Der Herbst brachte ein Konzert in Weimar und Konzerte in der näheren Umgebung von Jena (Hirschroda und Frauenprießnitz).

Für den Männerchor und einige ehemalige Sänger stand der nächste Höhepunkt im November bevor. Als Teilnehmer am 2. Landeschorwettbewerb am 8. November in Sondershausen ging es für uns um die Fahrkarte zum Deutschen Chorwetteberb 1998 in Regensburg. Die intensive Probenarbeit zahlte sich aus und mit 22 Punkten und mit „sehr gutem Erfolg“ teilgenommen delegierte uns die Jury nach Regensburg. Außerdem erhielten wir einen Sonderpreis der Stadt Sondershausen. Die Weihnachtszeit 1997 brachte für den Chor drei große Konzerte, Thalbürgel, Bad Berka und das Konzert im Volkshaus mit anschließender Weihnachtsfeier.


1998 – Abschied von Jürgen Puschbeck

Mit Beginn des Jahres zeichneten sich weitreichende Veränderungen für den Knabenchor ab. Jürgen Puschbeck erhielt eine Professur an der Hochschule für Musik in Weimar und wollte mit Ende der Spielzeit seine über 15-jährige Tätigkeit an der Jenaer Philharmonie beenden. Doch bis zum Sommer waren noch zahlreiche Höhepunkte zu verzeichnen: Gemeinsam mit den Stuttgarter Hymnuschorknaben führte der Knaben- und Männerchor die „Matthäus-Passion“ von J. S. Bach auf. Ein Probenwochenende in Stuttgart und drei Konzerte (22.3. Stuttgart, 9. und 10.4. Thalbürgel), es war für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis.

Der Männerchor trat in leicht veränderter Besetzung als zum Landeschorwettbewerb am 17. Mai die Reise zum 5. Deutschen Chorwettbewerb nach Regensburg an. In der Kategorie Männerchöre – Offene Kategorie hatten wir uns gegen vier Mitbewerber durchzusetzen und siehe – es gelang den Erfolg von 1994 zu wiederholen. 22 Punkte, 2. Preis bei nicht vergebenem ersten Preis – ein schöner Erfolg. Die Tage in Regensburg haben alle Beteiligten genossen.

Viel Zeit zum Ausruhen gab es danach nicht. Die Männerstimmen wirkten beim Dvorák-Requiem im Abschiedskonzert für GMD Andreas S. Weiser am 17. Juni im Volkshaus mit. Zwei Konzerte mit einem a-cappella-Programm in der Friedenskirche Jena (20.6.) und in der Stadtkirche Kahla (21.6.) setzten den musikalischen Schlusspunkt unter diese Spielzeit. Nach dem Sommerfest (Zelten am Forstteich in Lindenau bei Schneeberg) ging es endgültig in die Ferien.

Die letzte komplette Ferienwoche gehörte, wie schon in vielen Jahren zuvor, dem Chorlager. Passend zum Abschied von Jürgen Puschbeck wollten wir mal wieder ins Erzgebirge, wo schon viele Chorlager stattgefunden hatten. Familie Puschbeck sen. organisierte ein Rüstzeitheim in Vielau nahe Zwickau. Von den Örtlichkeiten und Bedingungen eigentlich ein sehr schönes Objekt, nur dass manche Gebäude sehr nah an der Autobahn 72 lagen. Der Chronist erinnert sich noch an den Blick aus dem Fenster auf die nur wenige Meter entfernte Standspur der Autobahn und an den ständigen Geräuschpegel.

Trotzdem war es ein schönes Chorlager. Der Förderverein organisierte einen Drachenbauwettbewerb und im Trabbi-Museum erhielten wir einen Einblick in die automobile Geschichte der Stadt Zwickau. Zwei Konzerte bildeten auch hier den musikalischen Höhepunkt, im Dom zu Zwickau (28.8.) und in Mülsen St.Jacob. Für dieses Konzert hatte sich der Männerchor einen besonderen Gag ausgedacht. Er stimmte statt des Volksliedes „In einem kühlen Grunde“ die heimlich einstudierte erzgebirgische Volksweise „Wu de Walder hamlich rauschen“ an, ohne dass es der Chorleiter wusste.

Ohne Dirigent interpretierte der Männerchor vier Strophen zur Freude des Publikums, welches danach spontan applaudierte. Zum Glück folgte im Programm anschließend eine Solo-Darbietung, so dass alle Beteiligten erstmal heimlich ablachen konnten. Aber Puschi konnte auch nach dem Konzert noch lachen und fand den Gag gut. Mit einen Lagerfeuer ging das letzte Chorlager mit Jürgen Puschbeck zu Ende.

Doch der endgültige Abschied wurde noch aufgeschoben. Zwar stand die Berufung von Hermann Kruse als neuer Chordirektor der Jenaer Philharmonie schon fest, seine beruflichen Verpflichtungen ließ einen Dienstantritt erst zum 1.1.1999 zu. Dadurch sang der Chor die Konzerte im Herbst (19.9. Dornburg, 17.10. Schkölen und 18.10. Jena) unter der Leitung von Prof. Jürgen Puschbeck. Und auch die Weihnachtskonzerte gelangen gut unter der altbekannten Leitung. Am 12.12 in Thalbürgel und am 19.12. in Eisenberg stimmten wir die Zuhörer musikalisch auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Wegen der Renovierung des großen Saales im Volkshaus fand das Weihnachtskonzert in der Uni-Aula statt und wegen der großen Nachfrage auch gleich zweimal. Auf der anschließenden Weihnachtsfeier hieß es dann Abschied von Puschi zu nehmen und eine erste Bekanntschaft mit Herrn Kruse zu schließen.


1999 – Schloß Noer und die Sinfonie der Tausend

Das neue Jahr begann nun mit einem neuen Chorleiter. Die Probenarbeit musste sich nun auf einen neuen Stil einstellen. Gewissermaßen seine Feuertaufe war dann die Frühlingskonzerte am 21.3.1999 um 11.00 Uhr im Volkshaus und am Nachmittag in Apolda. Neben klassischen Frühlingsliedern standen große Aufgaben für den Männerchor auf dem Programm. Eine Bearbeitung des Klassikers „Beim Kronenwirt“ und die a-cappella-Version des Grönemeier-Hits „Männer“ stellte doch eine echte Herausforderung dar. Hans Lehmann bemerkte in seiner Kritik zum Konzert im Volkshaus positiv die Neuheiten im Programm:

„Dabei gab es für die Freunde der Chormusik einige Neuentdeckungen, etwa, wie sich Daryl Runswick und Wilfried Raschke in ihrem Arrangement von „Auf einem Baum ein Kuckuck saß mit musikalischen Zitaten berühmter Komponisten auf köstliche Art und Weise um das Volkslied herumzumogeln wissen, oder der Männerchor sich des Herbert-Grönemeyer-Titels „Männer“ in der Version der populären Bläck Föös annimmt bis hin zu einer Chorausgabe der Operette „Wiener Blut“ von Johann Strauß-Sohn mit Klavierbegleitung.“

Zwei Konzerte in Bad Langensalza und Pößneck beendeten musikalisch die Spielzeit 1998/99, der Förderverein organisierte ein Sommerfest auf der IMAGINATA in Jena.

Eine große Fahrstrecke legte der Chor zum Chorlager 1999 zurück. Ostseeluft begleitete uns eine Woche im Schloß Noer, zwischen Kiel und Eckernförde gelegen. Und gleich in der Nachbarschaft unseres ehemaligen Chorleiters Michael Pezenburg, der nach seiner Ausreise 1984 hier seine neue Heimat gefunden hat. Das Wiedersehen mit „seinem“ Chor war der örtlichen Presse einen Artikel wert und für sechs aktive Mitglieder des Chores ein schönes Erlebnis. Bewegend für Pezi sicherlich auch der Moment, als er im Konzert in Gettorf nach fast 17 Jahren wieder vor „seinem“ Chor stand und den ersten Männerchorsatz „O du schöner Rosengarten“ und mit allen Knaben die Zugabe „Abend wird es wieder“ dirigierte. Einen ausführlichen Bericht zum Sommerchorlager 1999 finden Sie im hier.


Chorlager 1999 – Wo die Ostseewellen…

…so könnte man das Sommerchorlager 1999 überschreiben. Es zog uns in diesem Jahr nach Schleswig – Holstein nach Noer, zwischen Kiel und Eckernförde an der Eckernförder Bucht gelegen. In dem als Jugendheim genutzten Schloßmit riesigem Schloßpark fanden wir ideale Bedingungen für Proben, Spaß und Spiel. Leider hatten wir wettermäßig etwas weniger Glück, denn zum Baden in der Ostsee war es mit Rücksicht auf die Stimmen und die 2 Konzerte zu kalt. Aber wir haben die Freizeit gut gestaltet und der Förderverein konnte wieder einmal seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Chormitglied Jan Schröder organisierte ein Fußballturnier und unser Stimmbildner Thomas Prange durfte sich erstmalig als Schiedsrichter versuchen.Nach Vor- und Endrunde stand nach 2 Tagen der Sieger fest: „Die glorreichen 7“ konnten den vom Förderverein gesponsorten Pokal entgegennehmen. Auch die beiden „Torschützenkönige“ erhielten eine Anerkennung in Pokalform.

Einige Männerstimmen organisierten für einen Nachmittag ein Geländespiel, bei dem musikalische Begriffe, die Zahlen zugeordnet waren, im Gelände gesucht werden mußten. Aus diesen Begriffen sollte dann jede Familie eine Geschichte schreiben. Die Jury bewertete den Einsatz der einzelnen Familien bei der „Begriffejagd“ und die daraus entstandenen Geschichten. Natürlich stiftete der Förderverein die Preise für dieses Spiel.

Für 6 Mitglieder des Männerchores gab es in diesem Chorlager ein sehr schönes Wiedersehen mit dem ehemaligen Chorleiter des Knabenchores Michael Pezenburg. Nach seiner Ausreise aus der DDR im Jahre 1984 hat er in Osdorf, einem Nachbarort, seine neue Heimat gefunden. Der Kontakt zu ihm ist über die lange Zeit erhalten geblieben, und so hatte er auch die Organisation des Chorlagers und der Konzerte übernommen.

Auf Anregung einiger Männerstimmen wurde der Männerchorsatz „O du schöner Rosengarten“ in das Konzertprogramm aufgenommen, das erste Lied, daß der damalige Männerchor des Knabenchores 1981 unter der Leitung von Pezi einstudiert hatte.

Im Konzert in Gettorf dirigierte Herr Pezenburg dieses Lied und die Zugabe „Abend wird es wieder“ in einem Satz für gemischten Chor. Für Pezi sicher ein bewegender Moment, nach fast 17 Jahren wieder vor „seinem“ Chor zu stehen, wenngleich auch ein großer Teil der „Knaben“ damals noch gar nicht geboren war. Auch das zweite Konzert in Eckernförde fand Anklang beim Publikum.

Selbstverständlich gab es einen zünftigen Abschlußabend mit gegrillten (gebratenen) Würstchen, Lagerfeuer und einer Nachtwanderung, bei der Chorleiter und Stimmbildner aus den Fängen unbekannter Entführer befreit werden mußten. In 3 Gruppen aufgeteilt suchte der Chor im Gelände um das Schloß und erhielt von verschiedenen dubiosen Gestalten Hinweise und Wein, Brot und Wurst um die Entführer zu finden und zur Freilassung der „Gefangenen“ zu bewegen. Der „Knaben – Übermacht“ waren die Entführer dann doch nicht gewachsen und zum Glück war ja alles nur ein Spiel.
Insgesamt war es ein schönes Chorlager, das hoffentlich auch dazu beigetragen hat, daß Hermann Kruse, seit Januar 1999 neuer Chordirektor der Jenaer Philharmonie mit den Besonderheiten und Traditionen des Knabenchores vertrauter wurde, auf daß Chor und Chorleiter ein Stückchen weiter „zusammenwachsen“ konnten.


Die Spielzeit 1999/2000 begann für den Chor mit einem großen Ereignis. Im Hof des Weimarer Schlosses wurde die „Sinfonie der Tausend“ von G. Mahler von Chören aus Weimar, Jena, Erfurt, Gotha, Suhl, Kassel und Dortmund aufgeführt.

In zwei Konzerten in der näheren Umgebung von Jena (Kahla und Frauenprießnitz) wurde das Sommerprogramm nochmal aufgeführt.

Die Weihnachtszeit brachte die Bekanntschaft mit einem für den Chor bis dahin neuen Komponisten. Eine Weihnachtsgeschichte von John Rutter stand im Mittelpunkt des musikalischen Programms. „Thomas Prange als Erzähler gab diesem Werk eine gute, bildhaft ausdruckstarke Wiedergabe, dieweil der Chor über lange Strecken unbeschäftigt blieb.“ schrieb Karl Müller Schmied über dieses Werk in der OTZ. Generell zeigte auch dieses Konzert, dass Hermann Kruse nicht in allen Punkten die Fähigkeiten seines Vorgängers hatte. Menschliche und künstlerische Spannungen, besonders zwischen den Sängern der Erwachsenenchöre zeigten sich am Endes des ersten Kruse-Jahres.


2000 – Wechsel der Chorleitung, EXPO, Athen

Wenn der Verfasser in seiner persönlichen Chronik blättern möchte, so gilt es einen ganzen Ordner nur allein für dieses Jahr auf den Tisch zu legen. Ich will damit sagen: ein sehr ereignisreiches Jahr für den Knabenchor brach an.
Zum Frühjahrskonzert am 19. März im Volkshaus führte der Chor von Georg Philipp Telemann die Kantate „Die Tageszeiten“ und einen Volkslieder-Zyklus „The Spring of Thyme“ von John Rutter auf. Dem Chronisten ist nur ein relativ gleichmäßig trauriger Eindruck von den Stücken im Gedächtnis geblieben. Die Spannungen zwischen den Chören und dem Chorleiter erreichten im Frühjahr 2000 ihren Höhepunkt und so konnte der Webmaster der Vereins- und Knabenchorseiten Anfang Mai folgende Meldung auf die „Aktuell“-Seite setzen:

Persönlich habe ich diesen Schritt begrüßt und die Entscheidung verstanden. Die Differenzen lagen aber in der Hauptsache bei den Erwachsenenchören.
Drei Kirchenkonzerte standen bis zur Sommerpause noch auf dem Plan des Knabenchores. Am 16. Juni in Polditz, am 18. Juni in Kahla und am 8. Juli in der „Riesenkirche“ in Hirschroda (dort kann nur eine kleine Besetzung singen, sonst passt niemand mehr hinein) erklangen jeweils Teile des Rutter-Zyklus und Arrangements der King’s Singers. Verabschiedet hat sie Herr Kruse dann zu einem Konzert auf der Unterburg des Kyffhäuserdenkmals am 9. Juli, bei dem der Chor noch dem Konzert des Mädchenchores „Jitro“ aus Tschechien zuhören konnte.


Als Ausklang der Spielzeit organisierte der Förderverein ein Sommerfest, dieses Mal wieder ein Zeltwochenende an der Saaltalsperre.
Der Auftakt für die Spielzeit 2000/2001 war das traditionelle Chorlager in der letzten Ferienwoche. Unter neuer (alter) Leitung verbrachte der Chor eine Woche in der Jugendherberge auf der Freusburg in Westfahlen. Die Impressionen des ersten Chorlagers unter Berit Walthers Leitung können Sie hier nachlesen.


Chorlager 2000: „Viva la musica“

– mit diesem bekannten Kanon begann der Knabenchor sein diesjähriges Sommer-Chor-Proben-Ferienlager auf der Freusburg bei Siegen/Westfalen. Es ist zur guten Tradition geworden, einige Spätsommertage gemeinsam zu verbringen, um die Nachwuchsänger zu integrieren und die kommende Spielzeit vorzubereiten.

Zu den Sängern gesellten sich in diesem Jahr Thomas Prange (Stimmbildung und Förderverein), Dorothea Reinhardt (Organisation), Michael Große (Chorassistenz), Berit Walther (in einer neuen Position als neue Chorchefin) und Ralf Rodegast (Förderverein und Sänger).

Während die Vormittage ausnahmslos den Proben vorbehalten waren, blieb am Nachmittag,nach der Erledigung des Abwasches, viel Zeit für gemeinsame Unternehmungen. Zur Tradition wird das Fußballturnier, bereits zum zweiten Mal organisiert und durchgeführt von Chormitglied Jan Schröder. Und er wachte als Schiedsrichter auch höchstpersönlich über die Einhaltung der Regeln. Die Siegermannschaft sollte eigentlich noch im Chorlager ihren Titel gegen eine Auswahl aus Betreuern und Chorleitung verteidigen, mit Rücksicht auf die Stimmen wurde dieses aber auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.

Einen Nachmittag lud der Förderverein den Chor zum Besuch des Freibades Wehbach ein. Die Hauptatraktionen waren hier zweifellos der Sprungturm und die Rutsche. Nur der Bademeister hatte Angst um die Stabilität der Letzten und verbot solche Massenabfahrten. Wieder einmal zeigte sich, wie die Begriffe Knabenchor, Baden und Regen einen Einheit bilden. Als wir alle abgetrocknet uns gerade auf den Rückweg machen wollten, kam ein heftiger Regenschauer und wir legten den Rückweg mit Handtüchern als Regenbekleidung zurück. Da die Temperaturen trotzdem sommerlich blieben, hat es glücklicherweise keine gesundheitlichen Nachwirkungen gegeben.

Bedingt durch den späten Konzertbeginn am letzten Abend veranstalteten wir bereits am Mittwoch ein Bergfest mit Grillen, Lagerfeuer und Nachtwanderung. Hier galt es, unschuldige Bananen aus den Händen böser Entführer zu befreien und dann zu suchen. Natürlich bekamen die Knaben das in den Griff und die abendliche Vitaminspende tat gut.

Musikalisch kann das Chorlager ebenfalls als gelungen betrachtet werden. Die Proben waren von einer hohen Disziplin und Ergiebigkeit geprägt. Es wurde ein Programm einstudiert, welches einen großen musikalischen Bogen beschreibt. Im ersten Teil erklangen geistliche Kompositionen u.a. von Schütz, Palestrina und Strauss. Der zweite Teil waren Volks -, und Tierlieder in verschiedenen Bearbeitungen zu hören. Höhepunkt hier war die erstmalige Aufführung des  „Affenballettes “ von A. Asriel, einem Stück was durch seine vielen Melodie- und Rhythmenwechsel sehr hohe Anforderungen stellte. Mit Abendliedern endete das Programm. Im ersten Konzert in der Aula des Freiherr – vom – Stein – Gymnasiums in Betzdorf – Kirchen hatten wir sehr mit der trockenen Akustik zu kämpfen, insgesamt aber war es eine gelungene Premiere für unsere neue Chorleiterin.

Das zweite Konzert fand dann am Sonnabend in der Heilig Geist Kirche in Hagen – Emst statt.. Auch diese Konzert unter ganz anderen akustischen Umständen konnte als gut bezeichnet werden, sehr zur Freude von Berit Walther. In Hagen gab es ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Chorleiter Herrn Kruse, der mit zwei Orgelstücken das Programm bereicherte. Als Erinnerung an die Zeit mit dem Chor überreichten wir ihm nach dem Konzert ein Bild des Chores mit den Unterschriften aller Chormitglieder. An dieser Stelle noch einmal für ihn die besten Wünsche für seine Zukunft.

Zusammenfassend kann man sagen, daß das diesjährige Chorlager  als sehr gelungen in die Geschichte des Chores eingehen kann und der Wechsel in der Chorleitung positive Impulse gebracht hat. Freuen wir uns auf weitere schöne Erlebnisse.

Thomas Prange und Ralf Rodegast im August 2000



Gut vorbereitet warteten schon die nächsten Höhepunkte auf den Chor. Zwei Kirchenkonzerte in Jena und Umgebung und anschließend die Konzertreise zur Weltausstellung EXPO nach Hannover. Dort traten wir gemeinsam mit dem Mädchenchor „Detska Kita“ aus Bulgarien in drei gemeinsamen Konzerten auf.


Erlebnis EXPO 2000

Die Weltausstellung 2000 bot für den Knabenchor zwei Höhepunkte in diesem Jahr; einmal der Besuch des Mädchenchores „Detska Kita“ aus Plovdiv/Bulgarien und eine gemeinsame Konzertreise nach Hannover. Am 29. September kamen die Mädchen in Jena an und waren bei den Chormitgliedern privat untergebracht. Die sprachlichen Barrieren wurden mit Englisch, Russisch oder Händen und Füßen überwunden. Der 30.September stand dann ganz im Zeichen eines gemeinsamen Konzertes im Stadtteilzentrum LISA in Jena – Lobeda.Nach Proben am Vormittag begann um 17.00 Uhr das Konzert. Gemeinsam unter der Leitung von Berit Walther brachten beide Chöre „Cantate dominum“ und das „Ave Verum“ von Mozart zu Gehör.

Danach waren die Gäste an der Reihe. Ihr Programm war ein Querschnitt von Folklore  und Volksliedern bis zu Ausschnitten aus Musicals. Besonders die temperamentvoll vorgetragenen Volkslieder brachten bald eine stimmungsvolle Atmosphäre in den Saal. Der Knabenchor sang im Anschluß die Volks- und Tierlieder aus dem Sommerprogramm. Mit einem bulgarischen und einem englischem Lied unter der Leitung von Zlatina Deliradewa beendeten beide Chöre das andertalbstündige Konzert. Am Sonntag lernten die Gäste dann die Sehenswürdigkeiten der Klassikerstadt Weimar kennen und nach einem Probentag am Montag ging es dann am 3.Oktober früh  nach Hannover. Untergebracht waren wir im Jugendcamp gleich neben der EXPO. Vor dem ersten Konzert blieb noch Zeit für einen ersten kurzen Rundgang über die Weltausstellung. Beim abendlichen Konzert im „EXPO-Theater“ hatten wir mit drei wesentlichen Problemen zu kämpfen. Die trockene Akustik des Saales, die für uns ungewohnte elektroakustische Verstärkung und die Geräusche des vor dem Theater stattfindenden Rock-Konzertes erforderten die ganze Aufmerksamkeit. Besucht war das Konzert nicht besonders gut, was wohl auch an den vielen anderen Veranstaltungen zum gleichen Zeitpunkt lag.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen nutzten wir die Möglichkeit vor dem Publikum auf der EXPO zu sein und Ausstellungen zu besuchen, die sonst mit langen Wartezeiten verbunden sind.Vor dem Konzert am Mittag gab es ein zünftiges Einsingen im Frühstücks – Disco Zelt des Jugendcamps.

Unser zweites gemeinsames Konzert fand dann um 12.30 Uhr auf der „Belvedere Bühne“ statt und war besser besucht als das erste Konzert am Vorabend. Bis zur Nachtruhe blieb dann viel Zeit um in Familien oder individuell die vielen Möglichkeiten der EXPO zu endecken.

Am Donnerstag nach dem Frühstück und dem Räumen der Zimmer brachte uns der Bus zum anderen Teil der EXPO, wo um 12.30 Uhr im Konzerthaus das dritte und letzte Konzert stattfand. Als besondere Geste bekamen die Mädchen von den Jungs jede eine Rose, gesponsert vom Förderverein, überreicht.

Nach einem gemeinsamen Foto hieß es dann Abschied nehmen. Adressen wurden noch ausgetauscht und über einen Gegenbesuch im übernächsten Jahr nachgedacht. Während der Knabenchor müde und mit vielen neuen Eindrücken am Abend wieder gut in Jena ankam, fuhren die bulgarischen Gäste nach Magdeburg und waren dann noch einige Tage später zum Nationaltag Bulgariens auf der EXPO zu erleben.
Bedanken möchten wir uns bei den Organisatoren und Helfern, allen voran Dorothea Reinhardt und natürlich bei den Quartiereltern, die die Mädchen und ihre Betreuerinnen aufgenommen hatten.

Ralf Rodegast im Oktober 2000


Der Förderverein begründete im Herbst 2000 die Tradition, dass ehemalige und aktive Männerstimmen in regelmäßigen Abständen in einem eigenen Konzert zu hören sind. Für diese Aufgabe konnte der ehemalige Chordirektor und jetzige Professor an der Hochschule für Musik Weimar Jürgen Puschbeck gewonnen werden. Das erste Konzert dieser Art fand dann am 15. Oktober in der Uni-Aula statt und zeigte einen bunten Querschnitt von Volks- und Studentenliedern und Werken von Schubert und der Comedian Harmonists.


Das erste Ehemaligenkonzert

Nein das war nicht das Motto und auch die Altersgrenze konnte niemand erreichen. Aber dieses nette Schild zierte den großen Probenraum im Volkshaus, wo sich die Sänger musikalisch vorbereiteten.

Nur die scherzhafte Bemerkung „Hier sieht es ja aus wie im Knabenchormuseum“ konnte nicht widerlegt werden und geht als Untertitel in die Geschichte ein. Die intensive Probenarbeit am 13. und 14.10. unter Leitung des ehemaligen Chordirektors der Jenaer Philharmonie und Vereinsmitglied Jürgen Puschbeck erinnerte viele von uns an seine Zeit mit dem Knabenchor und hat sich gelohnt.

Das Konzert am 15.Oktober stellte dann ohne Zweifel einen Höhepunkt dar. Mit Volksliedern („Die lust’gen Musikanten“, „Muß i denn..“,“Ännchen von Tharau“, „Untreue“ und „Der Jäger Abschied“) begann das Programm. Im zweiten Teil erklangen Kompositionen von Franz Schubert („Die Nacht“, „Der Gondelfahrer“, „Nachthelle“ und „Ständchen“). Eine Referenz an die Universität und die Stadt Jena erfolgte dann mit Studentenliedern („Burschen heraus“, „Gaudeamus igitur“, „Ca,ca geschmauset“, „Krambambuli“ und „Und in Jene lebt sich’s bene“). Das ehemalige Knabenchormitglied Volkmar Haupt arrangierte einen Satz über einen Tag im Frühling, der den letzten Teil mit Titeln der legendären Comedian Harmonists einleitete.(„Kannst du pfeifen Johanna?“, „Der Blumentopp“ und natürlich „Veronika, der Lenz ist da“)  Den Zuhörern gefiel das Programm so gut, daß wir erst nach zwei Zugaben das Konzert beenden konnten. Und die Begeisterung zeigte auch der Erlös des Konzertes, 1150,- DM kommen den nächsten Vorhaben zugute.

Bedanken möchten wir uns hiermit bei allen Mitwirkenden und bei dem ehemaligen Rektor der Universität Herrn Professor Machnik, der die kostenlose Nutzung des Saales ermöglichte. Weiterhin bedanken wir uns bei Juri Lebedew (Klavier) von der Hochschule für Musik Weimar und Roland Freitag (Sopran) vom Knabenchor für ihre Mitwirkung am Konzert. Und der größte Dank gilt Jürgen Puschbeck für Idee und Durchführung des Projektes, verbunden mit dem Wunsch, dieses Konzert zu einer Tradition werden zu lassen.

Ralf Rodegast (22.11.2000)


Eine kurzfristige Verpflichtung des Knabenchores für ein Konzert in Athen warf die Planungen für die Weihnachtszeit etwas durcheinander. Nach zwei Kirchenkonzerten in Thalbürgel und Schkölen flogen 60 Sänger am 16. Dezember von Frankfurt aus nach Griechenland. Der Chronist war selbst dabei und seinen Bericht können Sie hier nachlesen.


Knabenchor in Athen oder warum auch das Warten Spaß machen kann!

Der vorletzte Höhepunkt im zu Ende gehenden Jahr war zweifellos unser Gastspiel in Athen. Und noch nie haben wir in so kurzer Zeit so viel Zeit mit Warten auf Flugzeuge oder Konzerte verbracht. Aber alles der Reihe nach.

Pünktlich verließen wir mit einem Bus Jena und erreichten den Frankfurter Flughafen zur vorgesehenen Zeit. Nach diversen Wartezeiten durch abgestürzte Computer und viele Menschen starteten wir pünktlich um 17.30 Uhr nach Milano/Italien. Der planmäßige Aufenthalt wurde für einen Rundgang durch einen kleinen Teil des Flughafens genutzt und das Umsteigen in den Anschlußflug verlief reibungslos. Die „Alitalia“ versorgte uns auch auf dem zweiten Flug mit einer Mahlzeit und ließ uns mit „Mr. Bean“ und diversen Zeichentrickserien die zweieinhalbstündige Flugzeit buchstäblich wie im Flug vergehen.

In Athen kurz vor Mitternacht (Ortszeit) angekommen,  erwarteten uns Vertreter der Konzertagentur, die das Gastspiel organisiert hatten. Mit einem Bus fuhren wir zum nahegelegenen Hotel und nach kurzer Wartezeit waren Zimmerschlüssel verteilt und ein anstrengender Tag ging zu Ende. Ungewohnt waren die Geräusche der im Landeanflug das Hotel überquerenden Flugzeuge.Aber irgendwann hatte man sich daran gewöhnt und fand Schlaf.
Nach Frühstück am Sonntagmorgen spendierte der Förderverein eine Stadtrundfahrt. Die Stadtführerin zeigte uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und wußte viel über das Land und die Menschen zu erzählen.
Den Abschluß bildete der Besuch der Tempelanlagen auf der Akropolis. Nach sehr ausführlichen Erklärungen blieb noch Zeit für ein Gruppenfoto, dann erwartete uns im Hotel ein 4-Gänge-Mittagsmenü und eine strenge Mittagsruhe.

Punkt 16.00 Uhr fuhr uns dann der Bus wieder in die Stadt zum Hotel „Intercontinental“ wo unser Auftritt war.Dieser fand im Rahmen einer Festveranstaltung der „Make – A – Wish Foundation of Greece“ statt. Diese Stiftung erfüllt krebskranken Kindern Herzenswünsche.

Nach einer Probe mit Soundcheck bekamen wir dann einen Eindruck von der Mentalität der Menschen, denn unser Auftritt begann statt um 19.00 Uhr erst um 20.30 Uhr, so daß wieder einmal eine Wartezeit entstand. Wir betraten mit Kerzen in den Händen den dunklen Saal und stellten uns auf der Bühne auf. Das gemeinsame Ausblasen der Kerzen gab natürlich ein großes Hallo und eine Qualmwolke. Unser Programm mit deutschen und internationalen Weihnachtsliedern kam sehr gut an. Der Höhepunkt war aber ohne Zweifel das griechische Weihnachtslied „Kalanta“. Nach dem letzten Titel („O du fröhliche …“ in englischer Sprache) stimmte unsere Chorleiterin den Titel erneut an, wir verließen singend die Bühne und stellten uns im Saal auf. Im Auftrag der Stiftung überreichten wir allen Gästen einen Weihnachtsgruß aus Schokolade.
Nach der Rückfahrt in unser Hotel ging dieser ereignisreiche Tag mit einem 4-Gänge-Menü zu Ende.

Durch den Rückflug am Abend hatten wir am Montag Vormittag noch Freizeit, die individuell in den Familien gestaltet werden konnte. Mit den preiswerten öffentlichen Verkehrsmitteln, auf die man nicht lange warten mußte, hatte man das Zentrum schnell erreicht. Hier konnte man sich die Wachablösung am „Grabmal des unbekannten Soldaten“ ansehen, einkaufen gehen oder einfach die für uns im Dezember ungewöhnlichen Temperaturen genießen.

Ohne Probleme fanden sich alle wieder zum Mittag im Hotel ein. Natürlich schmeckte uns das 4-Gänge-Menü und danach hieß es Abschied nehmen, die Fahrt zum Flughafen und der Rückflug standen leider schon bevor. Natürlich gab es auch auf dem Flughafen von Athen eine Wartezeit, die z. B. für Rundfahrten mit Kofferwagen genutzt wurde. Das Umsteigen in Mailand mußte dann in rasender Geschwindigkeit erfolgen, denn wegen des großen Andrangs auf dem Flughafen mußten wir 3 Warteschleifen vor der Landung über Mailand drehen. So blieben nur noch planmäßig 10 Minuten für Sicherheitskontrolle und Suche nach dem richtigen Flugsteig. Aber wie im Luftverkehr üblich warten dann die Anschlußmaschinen. So betrug unsere Verspätung nur eine knappe Stunde und gegen 22.00 Uhr landeten wir im kalten Frankfurt/Main. Der Bus stand bereit und die Rückfahrt nach Jena verlief ohne Probleme. Die wartenden Eltern konnten ihre Söhne wohlbehalten in Lobeda und am Busbahnhof in Empfang nehmen. Müde und mit vielen neuen Eindrücken freuten sich alle auf den schulfreien Tag.

Ralf Rodegast im Dezember 2000


Das traditionelle Weihnachtskonzert im Volkshaus fand eine Woche später als geplant am 23. Dezember statt und mit einer Weihnachtsfeier ging das ereignisreiche Jahr zu Ende.


2001 – 25 Jahre: An der Saale hellem Strande

Aufmerksame Leser dieser Seite werden es sicher bemerken, der Knabenchor ging in das 25. Jahr seines Bestehens. Zittern hieß es aber am Anfang des Jahres noch, denn die endgültige Berufung von Berit Walther zur Chordirektorin ließ noch auf sich warten. Der Chronist erinnert sich noch an ein Vordirigieren in den letzten Tagen des Jahres 2000, bei dem Bewerber für diese Stelle vor Chor und Orchester ihr Können beweisen sollten. Was nun letztlich den Ausschlag gab, ist mir unbekannt, für die Chöre ist aber meiner Meinung nach Berit die beste Wahl gewesen.

Musikalisch begann das Jahr eher ruhig, das traditionelle Frühlingskonzert erklang am 18. März im Volkshaus. Drei Sommerkonzerte (Kloster Volkenroda, Lobeda und Stadtroda) beendeten im Juni musikalisch die Spielzeit. Auch ein Sommerfest organisierte der Förderverein, diesmal in Jena in der Kindervilla.


Eine für den Chor noch unbekannte Gegend eroberte der Chor zum Sommerchorlager. Eine Woche verbrachten Chor und Chorleitung in der Frankenmetropole Forchheim. Auch über diese Chorlager war auf den Internetseiten ein Bericht zu lesen.


Forchheim 2001: Sommerlich – Fränkisch – Kirchlich

so könnte man das Chorlager 2001 kurz beschreiben. Die Oberfrankenmetropole Forchheim mit seiner  Jugendherberge „Don Bosco“ war für eine Woche Probenort des Knabenchores. Modern und zweckmäßig die Zimmer und auch sonst gut ausgestattet. Zwei Sachen waren allerdings gewöhnungsbedürftig. Die Jugendherberge gehört zu einem Komplex mit einer Kirche, Gemeindehaus und Glockenturm. Letzterer besorgte jeden Morgen um 7.00 Uhr eine Art Vorwecken, wonach man sich noch einmal bis zum Wecken durch die Familienväter auf die andere Seite drehen konnte. Und nach den Jugendherbergen der letzten Jahre, welche alle nah der Natur waren,  war die Lage inmitten einer Wohnsiedlung nicht so schön. Dafür war der Weg zur Stadt, zu einem Discount -Markt und einer Fast-Food-Kette nicht so weit.

Die hochsommerlichen Temperaturen taten aber der intensiven Probenarbeit keinen Abbruch. Berith Walther, Thomas Prange und Michael Große bereiteten mit Neueinstudierungen und Wiederholungen die kommenden Konzerte und den Landeschorwettberwerb im Herbst vor. Schwerpunkt war die Einstudierung von Javier Bustos „Pater noster“, einem Stück, das der Knabenchor dort singen wird. Natürlich kam auch die Freizeit nicht zu kurz. Gleich am zweiten Tag lockte die Sonne so schön, daß der Förderverein den Chor in das Freibad von Forchheim einlud. Baden, Schwimmen und Springen waren eine herrliche Abkühlung.

Seine dritte Auflage erlebte das Knabenchor-Fußballturnier und ist somit eine feste Tradition geworden. Unter Leitung von Jan Schröder kämpften  6 Mannschaften um den Pokal des Fördervereins. Angefeuert wurden sie dabei von den übrigen Sängern des Chores und der Chorleitung, wobei das doch mehr an Dirigieren und Probieren erinnerte.

Der erste musikalische Höhepunkt war dann am Sonnabend das Konzert in Bayreuth. Gewissermaßen als Konkurrenz zum „Grünen Hügel“ begannen wir zwei Stunden später als die „Wagner-Verehrer“ mit unserem Konzert in der evangelischen Kirche. Dieses Konzert wird als gelungen aber noch verbesserungswürdig in die Geschichte des Chores eingehen. Besonders die hallige Akustik führte manchmal zu Tempodifferernzen zwischen Chor und Dirigentin. Besser war das zweite Konzert in Forcheim am späten Sonntagnachmittag. Schwierige Stücke klappen immer besser, je öfter sie gesungen werden.

Ausgeklungen ist das Chorlager mit einem leicht verregneten Abschlußabend und einem Massenfußballspiel, Original fränkische Bratwürste vom Rost, Abwechslung für die thüringer Gaumen. Die letzte Nacht war dann auch wie immer nicht sehr lang und nach dem Frühstück brachten die Busse den teilweise müden Chor wohlbehalten zurück nach Jena.

Ralf Rodegast im August 2001


Für den Förderverein begann die heiße Phase der Vorbereitung des Chorjubiläums. Nachdem von der Leitung der Philharmonie die Organisation und Ausgestaltung in die Hände des Fördervereins gelegt wurde, begann der Vorstand des Vereins mit den Vorbereitungen. Pressemitteilungen, Einladungen an ehemalige Sänger und Ehrengäste, eine Ausstellung, Konzert und eine große Feier, es lässt sich heute nicht mehr alles aufzählen.

Musikalisch eröffnete der Knabenchor die Spielzeit am 18. August mit einer musikalischen Vesper in der Friedenskirche Jena und mit Konzerten in Frauenprießnitz und Bad Berka. Für eine Folge der Fernsehserie „Zauberhafte Heimat“ standen 20 Knaben am 23. und 24. August mit dem Lied „An der Saale hellem Strande“ vor den Kameras des MDR auf und vor verschiedenen Brücken Jenas.



Der 23. September rückte in greifbare Nähe. Seine Eindrücke vom Jubiläumskonzert im Volkshaus und den Festtagen hat der Chronist hier geschildert.


Festtage 25 Jahre Knabenchor der Jenaer Philharmonie

Am Anfang war die Idee, das Jubiläum wieder zu einem Höhepunkt in der Chorgeschichte werden zu lassen. Zum ersten Mal sollten ehemalige Sänger eingeladen werden. Und sie sollten nicht nur zum Erzählen, was aus ihnen geworden ist, nach Jena kommen. Auch sollten sie in einem großen Chor der Ehemaligen unter Leitung von Jürgen Puschbeck wieder auf der Bühne stehen. Dann sollten alle Chorleiter eingeladen werden und auch jeder einige Stücke mit dem aktiven Chor zu Gehör bringen. Schließlich sollten möglichst viele Männer, die als Kinder im Vorkurs Flötenunterricht hatten, die alte Flöte wieder entstauben und unter Leitung von Frau Auerswald zeigen, was übrig geblieben ist. Und schließlich sollten Ensembles, die aus dem Chor hervorgegangen sind, ihr Können beweisen. So waren die Vorstellung der Chorleitung und des Vereins.
Bereits letztes Jahr im Sommer begannen die Vorbereitungen. Verhandlungen mit der Philharmonie, die uns die gesamte Ausrichtung überließ und anderen notwendigen Institutionen. Alte Adresslisten wurden ausgegraben und Kontakte in vielerlei Richtungen wurden geknüpft. Bergeweise Briefe verschickt, Pressemitteilungen erarbeitet und viele organisatorische Arbeit erledigt.

Die Festtage begannen am 19. September mit dem Aufbau der Ausstellung in der Goethegalerie. Zwei Wochen intensive Arbeit von Björn Benthin am Computer mit technischer und ideeller Hilfe von Thomas Prange und mir. Gut sahen die Plakate in der Größe 1,20 m x ,85 m aus. Auf dem kleinen Bildschirm des Computers konnte man es zwar ahnen, aber als Ausdruck doch noch schöner.

Der Freitag 21.9. begann ab 15.00 Uhr mit dem Infopunkt, der zentralen Informationsstelle im Volkshaus.  Große Ablaufpläne, Beutel mit Noten und Plänen und noch andere Kleinigkeiten lagen für die Ehemaligen bereit. Als um 17.00 Uhr das gemeinsame Einsingen begann, hatten sich schon 30 ehemalige Chorsänger eingefunden und gleich danach gingen auch die Proben los. Bis 20.00 Uhr war das Programm schon im Wesentlichen einstudiert. Gemeinsam mit den aktiven Männerstimmen hatte der Chor mit ca. 60 Sängern doch schon eine beträchtliche Größe. Und da Singen ja Durst macht hatten wir in der Ratszeise in Jena einen Raum reserviert um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Später traf dann auch noch Herr Pezenburg, aus seiner norddeutschen Heimat ein. Natürlich erklang auch das eine oder andere Lied, manchmal zum Verdruss der Kellnerinnen.

Am Samstag 22.09. ab 9.30 Uhr hieß es wieder proben, der letzte Schliff wurde an den zweiten Programmteilausgeführt. Zur ersten Probe traten auch die „flötenden Knaben“ an. Kommentar zu der Probe „Was ist schlimmer als eine Blockflöte? Zwei Flöten!“ Zum Glück traten 19 Sänger an und die ersten Töne waren noch nicht plattenreif.

Als Werbung für das Konzert sangen die aktiven Knaben einen Ausschnitt aus dem aktuellen Programm in Goethegalerie vor der Ausstellung.  Bis 13.00 Uhr probten dann Herr Pezenburg seine Titel mit dem Knabenchor und Frau Walther das Finale mit den Ehemaligen. Inzwischen hatten fleißige Eltern den großen Saal der ehemaligen Philharmonie in ein einen Festsaal verwandelt, Tische dekoriert und Stühle gestellt. Ab 16.00 Uhr dann erlebten die historischen Räume dann 250 aktive und ehemalige Sänger, Chorleiter, Geschwister, Eltern und sonstige Angehörige.

Erster Höhepunkt der [anschließenden] Feier war dann der Auftritt von Harald Seime. Er verzauberte die versammelten Massen ohne Worte nur mit Pantomime. Wie zur Weihnachtsfeier stellte sich der Chor danach im Foyer auf und sang ein Lied zur  Eröffnung des kalten Buffets. Und die Eltern hatten sich voll ins Zeug gelegt. Von Kuchen bis Salaten war für jeden Geschmack und Gaumen etwas dabei. Die Getränke stellte der Förderverein und wer wollte konnte auch dafür eine Obolus abgeben. Dias aus verschiedenen Jahren erheiterten danach die Massen. Jugendbildnisse von noch aktiven Sängern sorgten besonders für Beifall. Musikalisch umrahmte dann die Feier die Rockgruppe „Mister Schlager“, welche von Mitglieder des Männerchores gegründet wurde.

Natürlich kam auch der Gesang nicht zu kurz. Die wunderbare Akustik des Treppenhauses hatten wir in den vielen Jahren bereits öfters getestet und war auch dieses Mal wieder herrlich. Später reiste ein Überraschungsgast an, der besonders den älteren Ehemaligen noch ein guter Begriff ist, Wilfried Scheffler aus Anklam, ehemaliger Chorleiter des Anklamer Knabenchores. Dieser Chor war der erste Partnerchor des Knabenchores Anfang der 80ger Jahre. An die gemeinsame Konzerte in Rostock und Greifswald und zum 5-jährigen Jubiläum 1981 kann sich der Chronist dieser Zeilen noch gut erinnern. Mit vielen Gesprächen ging eine schöne Feier zu Ende.

Am Sonntag, 23.9.2001 fand die Generalprobe aus organisatorischen Gründen fin der Aula der Universität statt.  Das Zusammenspiel  der ca. 120 Knaben- und Männerstimmen bei den gemeinsamen Titel klappte gut und auch der Knabenchor hat sich auf die zwei „Gastdirigenten„ gut eingestellt. Der Block der Ehemaligen klang schon fast plattenreif. In dieser Probe deutete sich dann auch schon an, daß die Flötengruppe der Höhepunkt des Konzertes werden würde.

Im Volkshaus ab 15.00 Uhr gab es noch eine kurze Stellprobe zur Klärung der Auf -und Abgänge und dann strömten auch schon auch die Massen in den Saal.
Zunächst begann der aktuelle Knabenchor mit „O Musica du edle Kunst“ und „Wenn ich ein Vöglein wär“ unter Leitung von Berit Walther aus dem aktuellen Programm. Jörg Golombek moderierte wie immer gekonnt, erzählte kleine Anekdoten aus der Chorgeschichte und ließ alle Chorleiter mit ihren persönlichen Eindrücken  bei der ersten Begegnung mit dem Chor zu Wort kommen. Herr Pezenburg dirigierte „Sah ein Knab ein Rösslein stehn“, „Zum Tanze da geht ein Mädel“ und „Die Gedanken sind frei. Jürgen Puschkeck übernahm danach die Leitung für die Titel „Landsknechtsständchen“, „Es flog ein klein’s Waldvögelein“ und „Von den zwei Hasen“. Berit Walther musizierte mit dem Chor anschließend die Titel „Käferlied“ und „The Drunken Sailor“. Den Abschluss des Knabenchorblocks bildete dann der „Pink Panther“ in einer Choreografie von Berit Walter und Vivian Hanner.

Nun wurde es Zeit für die Ehemaligen. Gemeinsam mit dem aktiven Männerchor erklangen unter der Leitung von Jürgen Puschbeck die Titel „In einem kühlen Grunde“, „Muß i denn zum Städtele naus“,“Kloster Grabow“, „Es flog ein alter Käfer“ und der Schneider Jahrstag“. Der Höhepunkt des ersten Teils war ohne Zweifel das „Jüngste Ensemble der Philharmonie – Das Flötenorchester“: „Wie ein Choral“,“Oh when the Saints“ und „Nobody Knows“ interpretiert von 19 Flöten und Flügel. Ob es das jemals gab ist die Frage. Der Beifall würdigte die Leistung gebührend und Frau Auerswald bedankte sich bei den Mitwirkenden jeweils mit einer Kinderüberraschung.

Nach der Pause unterhielten Gesangsgruppen, welche aus dem Knabenchor hervorgegangen sind, das Publikum. Die „Acapearse“ eine Gruppe, welche schon fast in der Auflösung begriffen war und sich für dieses Konzert wieder formiert hatte faszinierte mit „Cant buy my love“, „He aint heavy“, „Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen“ und dem „König von Deutschland“.  Nicht ohne eine Zugabe konnten diese Gruppe, von der sicher in Zukunft wieder zu hören sein wird, die Bühne verlassen. Ein alter Meister mit einem doch etwas neuen Text war zu hören.

Die nächste Gruppe wurde vom Moderator wie folgt angekündigt. „Das was Sie hier sehen ist etwas ähnliches wie vorher, nur eine Generation älter“. Die „Jenaer Rebläuse“, ist die älteste aus dem Chor hervorgegangene Gruppe. Für sie war das Konzert gleichzeitig auch das 15jährige Jubiläum. Und sie boten einen bunten Streifzug durch ihr Repertoire. „Bachus edler Fürst des Weins“ die Hymne der Rebläuse mit zwei selbst verfassten Strophen, „Am Amazonas“, „Lass mich dein Badewasser schlürfen“ – eine nicht zu übertreffende Liebeserklärung und das Stück, mit dem alles begann „Veronika der Lenz ist da“. Auch diese Gruppe kam nicht ohne Zugabe („Wenn mich Sorge plagt“) von der Bühne.

Nun nahte das große Finale. „Ach wie ist’s möglich dann“, „Rot blühn die Rosen“ und die „Waldesnacht“ sangen alle Mitwirkenden und bildeten damit einen glanzvollen Abschluß eines schönen Konzertes. Gedankt wurde den Organisatoren mit Thomas Prange an der Spitze, den Chorleitern natürlich den vielen Helfern, ohne die das ganze Fest nicht so schön geworden wäre. Mit „Abend wird es wieder“ verabschiedeten sich die ca. 130 Sänger von dem Publikum.

Wünschen wir dem Chor auch in Zukunft immer genug Jungs zum Singen und freuen uns auf die nächsten Aktivitäten.  Der Förderverein hat es sich jedenfalls zur Aufgabe gemacht, die Kontakte zu ehemaligen Sängern zu erhalten und auszubauen.

Ralf Rodegast im September 2001


Einen reichlichen Monat später standen die Knaben und Männer wieder auf der Bühne des Volkshauses. Der 3. Landeschorwettbewerb Thüringen fand nach Weimar und Sondershausen in der Heimatstadt des Chores statt. Und gewissermaßen mit „Heimvorteil“ ersang der Chor mit 22 von 25 Punkten die Fahrkarte zum 6. Deutschen Chorwettbewerb im Mai 2002 in Osnabrück.

Mit einer zünftige Herbstwanderung in der Nähe von Hummelshain, organisiert vom Förderverein, startete der Chor in die Weihnachtszeit, wo Konzerte in Schkölen, Thalbürgel und im Volkhaus Jena gesungen wurden. Und auch im 25. Jahr gab es keine Abweichung von der Tradition, natürlich mit einer Weihnachtsfeier endete das Jahr.


In Ljubljana 2006
2002 bis 2006 – Auf dem Weg zum 30. Jubiläum

Chronisten: Ralf Rodegast (2002), Martin Reuter und Jan Schröder (ab 2003)


2002 – Osnabrück und Fulda

2002 wurde bis auf ein Event eher ein lokales Jahr. Wie immer begann es mit der Arbeit am traditionellen Frühlingskonzert, welches als Familienkonzert am 21. April stattfand. Es stand ganz im Zeichen des Frühlings und so hörte man im Volkshaussaal u.a. Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, W. A. Mozart, Joseph Haydn und Jürgen Golle. Am 22. April eröffnete der Knabenchor die Festwoche der Kinderchirurgie (Veranstalter war die Friedrich-Schiller-Universität) mit einem 30- minütigen Programm in der Goethegalerie.


Der Knabenchor zu Gast beim KiKa im Februar 2002

Am 22. Februar 2002 besuchten 26 Mitglieder des Knabenchores den Kinderkanal von ARD und ZDF in Erfurt. Im Funkhaus, in dem auch noch das Landesfunkhaus Thüringen des MDR beheimatet ist, wurden die Jungs von zwei netten Mitarbeitern Marie und Tobi begrüßt. Sie zeigten zuerst ein Video, erläuterten das Sendeschema und die Arbeitsweise des Kinderkanals. In zwei Gruppen führten Marie und Tobi durch das Funkhaus. Garderobenräume mit den Kostümen der Moderatoren und Mitspieler, Maske, Requisite, Regieräume, Studio und das Dekorationslager, alles war interessant. Die zuständigen Mitarbeiter gaben gern Auskunft.

Vor dem Mittag wählten die Jungs aus ihren Reihen drei Kanidaten aus, die mit Hilfe von drei Zuschauern am Telefon um den Tagespreis spielen sollten. Die Auswahl fiel nicht leicht und der Kandidat für das zweite Spiel wurde mit einer Stechfrage ermittelt. Das Mittag in der Kantine schmeckte gut und danach wurde es ernst für die Kandidaten. Im Studio probten sie die Spiele und gewöhnten sich schon an die Athmosphäre. Die anderen Chormitglieder schauten interresiert zu und tobten sich noch etwas auf dem benachbarten EGA-Gelände aus. Tips und Regeln zum Verhalten im Studio und während einer Live-Sendung bekamen die Jungs dann vor der Sendung. Auch das Klatschen und Jubeln auf Kommando wurde geübt.

Punkt 15.00 Uhr begann die Live-Sendung „KIKANIA“. Der Knabenchor eröffnete mit dem Kanon “ Wo man singt da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“, dem Motto der heutigen Sendung. Moderatorin Singa begrüßte die Zuschauer und den Knabenchor. Beim ersten Spiel, dem Spielomat,legten Toni und sein Telefonmitspieler mit 130 Punkten eine gute Grundlage für den Tagespreis. Pech mit der Technik hatte der zweite Kandidat Felix. Durch eine schlechte Telefonleitung konnte er die Erklärungen für die eingeblendeten Begriffe nicht hören und so kamen nur 30 Punkte beim Abgrund-Spiel heraus.

Der dritte Teil der Live-Sendung begann mit einem neuen Gesicht am Schlagerhimmel. Toby (mit y und nicht mit i) stellte sich und seinen aktuellen Titel vor. Stargast und Moderatorin plauderten über den am selben Tag stattfindenden deutschen Vorausscheid zum „Grand Prix d’Eurovision de la Chanson 2002“ in Tallinn und ließen Zuschauer am Telefon und per Fax zu Wort kommen. Im Gespräch mit den Chorsängern zeigte sich allerdings, das deutsche Schlager bei ihnen nicht so hoch im Kurs stehen.

Die Aufgabe des dritten Spiels war einen getunten Rasenmäher durch einen Garten zu lenken und über herumliegende Gegenstände zu fahren. Anweisung zum Fahren gab hierbei dem Studiokanditaten Martin ein Telefonkandidat. Die Verständigung klappte hierbei wieder besser und 80 Punkte wurden dem Punktekonto des Chores gutgeschrieben. Für einen neuen Rekord hat das Endergebnis allerdings nicht gereicht. Normalerweise gibt es den Tagespreis auch erst ab einer Punktzahl von 250. Aufgrund der technischen Schwierigkeiten beim zweiten Spiel erhielten der Chor aber trotzdem den Tagespreis. Im Sommerchorlager 2002 wird der Förderverein einen Besuch des Spaßbades „Rhön-Therme“ in Fulda organisieren.

Mit dem Kanon „Viva la musica“ endete die Livesendung und wer wollte konnte sich noch von der Moderatorin und dem Stargast Toby ein Autogramm holen.

Ralf Rodegast im Februar 2002


Im Mai fuhr der Knabenchor zum Bundeswettberwerb nach Osnabrück.
Nun hieß es in vier Tagen Leistung und Disziplin zeigen. Mit einem anspruchsvollen Programm im Gepäck fuhren wir am 8. Mai in Richtung Norden. Nach der ersten Nacht in einer Jugendherberge konnte der Chor durch „Vater Abraham“ beim Einsingen auch gute Laune aufweisen, jedoch die Müdigkeit steckte Allen in den Knochen. Begleitet wurden wir zu unserer Stellprobe und in den Wetterwerb von der Presse die sehr beeindruckt von unserer Disziplin war. Als der Wettbewerb dann näher rückte, wurden die Sänger immer aufgeregter. Und endlich stellten wir uns in dem völlig stickigen Raum der Jury. Leider konnten wir unsere Leistung zur Stellprobe am vormittag nicht wiederholen, trotzdem ersang sich der Chor das Prädikat „gut“. Berit hätte den Sängern gern die Bronzemedaille gewünscht, aber es wurde der 4. Platz. Die Erlebnisse in Osnabrück wurden zum weiteren Meilenstein für den Chor und zur Gewissheit, auf Bundesebene ein guter Chor zu sein.

Ein Benefizkonzert in der Festscheune führte uns am Samstag, dem 15. Juni nach Tröbnitz. Dort gab es einen herzlichen Empfang und viel Beifall, obwohl die Akustik und auch durch Mangel an Teilnahme der Sänger das Konzert eher mäßig ausfiel. Die Spielzeit endetet mit einem Wiederholungskonzert vom April im Collegienhof mit einer gelungenen Serenade zusammen mit dem Philharmonischen Chor am Sonntag, dem 16. Juni. Danach bereiteten wir unser Sommerprogramm vor. Unser Chorlager führte uns in diesem Jahr wiederum nach Fulda. Hier bereiteten wir wieder intensiv die Sommer- und Herbstkonzerte vor.


Chorlager in Fulda 2002

Wer hätte gedacht, dass wir so bald die Jugendherberge in Fulda als Chorlager wiedersehen. Ehemalige Chormitglieder werden sich wahrscheinlich noch an das Haus erinnern, oben über der Stadt, am Rand von Fulda mit weitem Ausblick in traumhafter Lage. In Erinnerung (bedingt durch die vielen noch vorhandenen Fotos) ist mir im Besonderen der kleine Teich in der Nähe der JH, den wir damals gleich am zweiten Tag mit dem Chor in Besitz nahmen samt darauf schwimmendem Floß; die vielen „Überfahrten“ und „Untergänge“.

So sind es neben den anspruchsvollen und manchmal schwer zu erarbeitenden Konzertprogrammen vor allem die gemeinsamen Freizeiten, ob Chorlager oder Sommerfest, die die Chormitglieder, auch und gerade die Neudazugekommenen, miteinander verbinden. Es ist sehr interessant, welch‘ Eigendynamik im Chor zum Tragen kommt. Während der Vorbereitung dieses Chorlagers in Jena am Ende der Spielzeit engagierten sich wie immer die Großen bei der Aufteilung der Chorfamilien und Zimmer; und kaum in Fulda angekommen, wurden die Räume unter der Leitung der Familienväter mit großer Selbstverständlichkeit in Besitz genommen und die Bettplätze verteilt, als wenn es schon immer so gewesen wäre. Das dies heutzutage genauso wie die vielen Jahre zuvor funktioniert, ist den aktiven Männerstimmen genauso zu verdanken wie Ihnen, die den Grundstein zu diesem Gemeinschaftlichen gelegt haben.

Nun sind wir also hier, am Gründungsort des Fördervereins, der Tagesablauf dürfte fast unverändert geblieben sein: 7 Uhr Wecken – 7.30 Uhr Frühstück – 9-12 Uhr Register- oder Gesamtproben und Stimmbildung – 12 Uhr Mittag – 13-14.30 Uhr Mittagsruhe – ab 15 Uhr Freizeit (Stadtbummel, Rhöntherme u.a.) – manchmal von 16-18 Uhr Teilproben – 18 Uhr Abendessen – 19-20 Uhr Gesamtprobe – danach Freizeit (Fußballturnier u.a.) – 21.30 Uhr Besprechung des Tages und Vorschau auf Morgen – P14…P16………………….P18.

Fast alles wie immer und doch jedes Mal neu. Neue Chormitglieder, die froh sind, die Noten mitverfolgen zu können und dazu noch das erste Mal fort von Zuhause.

Thomas Prange im August 2002


Die Saison Zu Hause begann mit der 1386. musikalischen Vesper in der Friedenskirche am 10. August. Herausragend waren die Solisten Tobias Köhler (Sopran) und Andreas Pester (Bass) in den Stücken „My Lord what a morning“ und „Deep river“. Gleich am Sonntag danach sangen wir unser im Chorlager erarbeitetes Programm in der Peterskirche Lobeda.

Eine lukrative Lokalität erwartete uns am 17. August, denn dort sangen wir in der Herderkirche in Weimar. Das Konzert wurde trotz mittelmäßiger Stellprobe zu einem Höhepunkt und in der Presse gelobt. Letztendlich fehlt an dieser Stelle noch unser traditionelles Konzert in Frauenprießnitz. Es fand am 18. August dort statt und war wie immer gut besucht und einen internen Mitschnitt wert.

Nach unserem Sommerprogramm kamen wie jedes Jahr unsere „Jüngsten“ in den Knabenchor und es bedurfte der Vorbereitung auf die Weihnachtskonzerte.

Gleich zwei Programme mussten parallel erarbeitet werden, nämlich unsere Advents-konzerte und ein sehr anspruchsvolles Werk „A ceremony of carols“ von Benjamin Britten. Auf dem Adventsprogramm stand ein gemischtes Repertoire, was sehr gut ankam. So sangen wir in der Barockkirche Schkölen (14.12.), der Klosterkirche Thalbürgel (21.12.) und im Volkshaussaal (22.12.). Am 26. Dezember präsentierte sich der Knabenchor im traditionellen Weihnachtskonzert der Jenaer Philharmonie – es brillierten Christoph Schnedermann und Tobias Köhler als Sopran-Solisten.


2003 – Kaddish, Hilders und Gößweinstein

Die vom Förderverein organisierte Skiwanderung im Thüringer Wald am 8. Februar war wie aus dem Bilderbuch, wir hatten dicken Schnee auf dem Rennsteig und kehrten in eine Gaststätte ein – ein sehr gelungene Unternehmung, die wiederum zusammen mit dem Sommerfest zu den nichtmusikalischen Höhepunkten des Jahres zählte. Diesmal hatten wir relativ wenig Zeitzur Vorbereitung auf unser Frühlingskonzert, welches schon am 23. März im Volkshaus stattfand – auf dem Programm stand das Thema „Tierisches“ und wurde vom Publikum mit lohnendem Beifall bedacht. Leider gab es kein Wiederholungskonzert irgendwo außerhalb.

Eine Zusammenarbeit des Philharmonischen Chores und des Knabenchores mit der Hochschule für Musik in Weimar brachten uns interessante Proben und ein gutes Konzert in der Weimarhalle mit der 3. Sinfonie von Leonard Bernstein „Kaddish“ unter der Leitung von Prof. Nicolas Pasquet.

Vom 13.-15. Juni trafen sich ehemalige Mitglieder des Knabenchores und unsere Männer zum zweiten Mal indiesem Jahr, um ein geistliches Konzert in der Jenaer Stadtkirche zu geben. Leider war Herr Prof. Puschbeck erkrankt und so sprang Berit Walther für ihn ein. Sowohl die Gestaltung des Gottesdienstes am Sonntagvormittag als auch das eigentliche Konzert waren geprägt von hoher musikalischer Qualität und miteinander Musizierens.


Geistliches Ehemaligenkonzert „Musik, du himmlisches Gebilde“

Nach dem Benefizkonzert im Oktober 2000 und dem 25. Knabenchorjubiläum hatte der Förderverein des Knabenchores wieder einmal ehemalige Sänger des Chores und aktive Sänger aus den philharmonischen Chören zu einem Männerchorkonzert eingeladen. Das Konzert sollte in der Stadtkirche unter Leitung von Prof. Jürgen Puschbeck stattfinden. Die erste Probe fand an historischer Stätte, nämlich in der alten „Phille“ in der August-Bebel-Straße statt.

Es fanden sich etwa 60 bis 70 Sänger ein, um geistliche Chormusik der alten Schule und der Moderne zu proben. Dabei zeigte sich, dass die altbekannten Lieder wie „Ein geistlich Abendlied“ oder „Heilig“ beim ersten Proben schon fast perfekt klangen, wogegen die sehr moderne Partitur der drei Motetten von S. Schmidt den wenigsten Sängern behagte. Unter dem strengen und präzisen Dirigat des „Professors“ verging das erste Probenwochenende wie im Flug.

Am Samstagabend war im Gasthof „Zur Noll“ ein gemütliches Beisammensein geplant, zu dem leider nur etwa 20 Sänger erschienen. Trotzdem wurde es noch ein unterhaltsamer Abend, an dem man von so manchen Dingen erfahren konnte, die sich in den letzten Jahren ereignet hatten.

Das zweite Probenwochenende, an dessen Ende das Konzert stattfinden sollte, begann gleich mit einer Riesenüberraschung. Da Puschi erkrankt war, stand auf einmal Berit an seiner Stelle, die die ihr so kurzfristig auferlegte Aufgabe mit Bravour meisterte. Es gelang ihr, den sehr schweren Sätzen von Schmidt ein Gesicht zu geben und bewies allen Zweiflern, die glaubten, eine Frau könne keinen Männerchor leiten, das Gegenteil.

Der Männerchor sollte nicht auf sich allein gestellt sein und erhielt er beim „Vaterunser“ von Rudolf Mauersberger Unterstützung von den Knaben Tobias Köhler, Heiko Knopf, Martin Kirmse, Martin Peschel und Julius Werner.

Das am Samstagabend vom Förderverein ausgerichtete Büffet diente dem Austausch zwischen aktiven und ehemaligen Mitgliedern. Mit Pizza, selbstgemachten Salaten und natürlich dem obligatorischen Gerstensaft wurde man regelrecht verwöhnt.

Am Sonntagmorgen probte der Chor erstmals öffentlich seine Sangeskraft beim Gottesdienst in der Stadtkirche. Diese öffentliche Generalprobe hatte einen sehr angenehmen Nebeneffekt: man konnte damit die Kirchenmiete für den Nachmittag einsingen!

Um 15.00 Uhr begann das Konzert in der Stadtkirche St. Michael. Ein erster Erfolg war, dass die Kirche gut mit Zuschauern gefüllt war. Der zweite Erfolg stellte sich während des Konzertes aus musikalischer Sicht ein. Der Chor konnte das Publikum ebenso überzeugen wie das Duett von Heiko Knopf und Michael Große sowie das Solo von Richard Bösemann.

Die Einnahmen des Konzertes wird der Förderverein wie immer dazu nutzen, die Arbeit der aktiven Sänger zu unterstützen.

Georg Haney im Juli 2003


Unsere Knaben durften am 28. Juni die 3. Sinfonie von Gustav Mahler im Sonderkonzert mitsingen. Dies war gleichzeitig das Abschlusskonzert des GMD Andrey Boreyko. Die Generalprobe wurde im wahrsten Sinne des Wortes eine, denn die Knaben gingen in ganz unterschiedlichem Tempo auf beide Seiten der Emporen – es war einfach nicht synchron genug für unseren GMD und musste wiederholt werden. Der Auftritt klappte dann aber sehr gut und auch dieser Abend wurde zum Erlebnis.

Vom 11.- 18. August fuhr der Knabenchor in die Jugendherberge Hilders/Rhön, um seine Sommer und Herbstkonzerte vorzubereiten. Einen Fußballplatz hinter dem Haus gab es und auch das traditionelle Fußballpokalspiel. Mit von der Leitungspartie waren außer Berit Walther, Dorothea Reinhardt und Thomas Prange noch Michael Große, der sich vor allem um die Männerchöre und Solivorbereitung kümmerte. Bei unseren Konzerten zog der Chor mit dem Alta trinita beata ein, ein stimmungsvoller Auftakt, Richard Bösemann glänzte mit dem Sonntagsmorgen, der Männerchor dagegen mit dem Schubertschen „Heilig“ und die Kleinsten durften dank der Arbeit von Jan Schröder die internationalen Volksliedern mitsingen. Die Konzerte am 16. August in Tann und am 17. August in der katholischen Kirche in Hilders wurden wieder mit viel Beifall bedacht.

Wieder zu Hause sangen wir als erstes die 1412. musikalische Vesper in der Friedenskirche am 30. August mit Werken von Schütz, Felix Mendelssohn Bartholdy und Volksliedern aus verschiedenen Ländern. Das traditionelle Frauenprießnitz Konzert war genau einen Tag später, am 31. August.

Eine längere aber um so interessantere Fahrt führte uns am 21. September nach Gößweinstein in die dortige Basilika. Allein schon diese war eine Reise wert, aber dann vor Ort ein Konzert geben zu dürfen, war einfach nur großartig.

Nach einer lang(weilig)en Busfahrt wollte es in der Stellprobe mit der Disziplin und der Konzentration nicht so recht, aber im Konzert klappte es doch recht gut. Angereist war auch Michael Große, der wie immer sehr zuverlässig unsere Solisten auf der Orgel begleitete. Auf der Rückfahrt hatte unser Bus eine Panne – der Keilriemen war gerissen und es musste Harry Potter zum Zeitvertreib herhalten. Alles in allem ein gelungenes Gastspiel.

Am 19. Oktober sang der Knabenchor in der Margarethenkirche zu Gotha. Ein kleines Zwischenspiel führte uns in die Theaterwelt – zusammen mit dem Kinderstudio e. V. führten wir „Das Geschenk der Sterne“ für Kinder bei zwei Veranstaltungen am 23. und 24. November im Volkshaussaal auf.

Unsere Adventskonzerte mit einem traditionellen Konzert (Beginn „Quempas“) führten wir in der Barockkirche Schkölen am 13. Dezember, in der Klosterkirche Thalbürgel am 20. Dezember und im Volkshaus am 21. Dezember auf. Wie immer wurden wir mit vollen Häusern belohnt.


2004 – Brundibar, Burg Hessenstein und eine Reise nach Sylt

2004 wurde zu einem interessanten Jahr mit vielen Höhepunkten und Zusammenarbeiten.Zu nennen wären an dieser Stelle das West-Östliche Chorfest, welches in Jena stattfand und die Zusammenarbeit mit dem Leipziger Gewandhaus Kinderchor in Wiesbaden. Wenig Zeit und Vieles vor: Die Kinderoper „Brundibar“ von Hans Kràsa und die Geschichte der Comedian Harmonists stand im Zeichen unseres Frühlingsprogramms. Unsere Knaben glänzten in der konzertanten Oper, die mit einigen Requisiten versehen wurde -das kleine Orchester wurde von Musikern der Jenaer Philharmonie besetzt. Und ein Mädchen durfte auch mitsingen – die Hauptfigur Anninka – gesungen von Annemarie Schreiber, einer Schülerin aus dem Anger Gymnasium.

Unsere Männer trafen sich im kalten Februar zu einem Filmabend: Comedian Harmonists und sangen die musikalischen Stücke zum Frühlingskonzert mit viel Sensibilität. Begleitet wurden sie am Klavier von Ute Weickenmeier.

Schon einen Monat später gab es nach langer Pause wieder einmal eine Zusammenarbeit mit dem Erfurter Theater. Im 9. Sinfoniekonzert wurde im 2. Teil die dritte Sinfonie von Leonard Bernstein „Kaddish“ aufgeführt – für uns ein „Aufwärmen“, da wir sie ja bereits schon mit der Weimarer Hochschule ein Jahr zuvor gesungen hatten. So fuhren wir an vier Abenden in unsere Landeshauptstadt und trafen in Erfurt Dirk Biedritzky, einen Ehemaligen, der heute im Opernchor Erfurt sein Brötchen verdient. Es war ein herzliches Wiedersehen.

Im Juni überschlugen sich die Ereignisse ein wenig – zunächst fuhren wir vom 04.- 06. Juni nach Wiesbaden zu den 16. Deutschen Chorkonzerttagen des VDKC. Unter der Leitung von Frank-Steffen Elster wurde Brundibar zu einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Gewandhaus Kinderchor Leipzig. Kurze Zeit später sollten wir uns zum West-Östlichen Chorfest in Jena wiedersehen – der Knabenchor sang am Fr, 11. Juni um 16.30 Uhr in der Goethegalerie, sowie unser Gastchor aus Tallinn/ Estland. Am Sonntag, 13. Juni präsentierte sich unser Männerchor wiederum mit Comedian Harmonists im Volkshausaal, da der Collegienhof durch einen Platzregen kurzfristig „geräumt“ werden musste. Diese Zusammenarbeiten haben allen Beteiligten nicht nur Freude bereitet, sondern viel Erfahrung und Miteinander gebracht.

Auf Burg Hessenstein sollte in diesem Jahr unser Chorlager stattfinden. In bewährter Weise dabei waren Dorothea Reinhardt, Thomas Prange, Jan Schröder, Michael Große und Berit Walther. Wir hatten die Burganlage ganz für uns allein und einen Fußballplatz gleich in der Nähe – keine Frage, dass für Auslastung gesorgt war. Im Mittelpunkt der musikalischen Arbeit stand der Zyklus der geistlichen Sommermusik von Rudolf Mauersberger und das Integrieren unserer Jüngsten. Die Konzerte in Frankenberg und Kirchlotheim wurden in guter
Qualität gesungen. Eine Nachtwanderung in den Chorfamilien bildetet den Abschluss unseres ritterlichen Chorlagers.


Sommerchorlager auf Burg Hessenstein

In diesem Jahr mußte man schon die Augen in die Hand nehmen, um das winzige Symbol der Jugendherberge im Autoatlas auszumachen. Als die Busse abfuhren, wussten weder winkende Eltern, noch die Sänger, in was für Gefilde genau es den Chor verschlagen würde. Die Reise sollte den Chor nach der Burg Hessenstein, in – wie sollte es auch anders sein – Hessen führen. Die Jugenherberge liegt an den Hängen des Edertals, zwischen dem Edersee und der Kleinstadt Frankenberg. Die umgebaute Burg lieferte nicht zuletzt durch ihre abgeschiedene Lage ideale Probenbedingungen.

Schon am ersten Abend fand eine leichte Probe statt, in der die neuen Chormitglieder (Sebastin Irmer, Burkhardt Wolf, Paul Schnase, Anton Barth, Ferdinand Geuther, Jakob Becker, Tillmann Dönicke, Vincent Wagner, Till Holzapfel, Michael Leischnig, Lukas Meißner sowie Maximilian Ritschel) in den Konzertchor eingeführt wurden.

In den folgenden Tagen standen nun für den Chor jeweils vormittags drei Stunden und abends eine anderthalbe Stunde intensievster Probenarbeit auf dem Programm. Einstudiert wurden geistliche Werke von Viadana, Palestrina und Mauersberger sowie europäische Volkslieder. Um das gewaltige Pensum an neuen Liedern zu bewäligen, wurde Berit Water in diesem Jahr wieder von Thomas Prange und Michael Große unterstützt. Neu im „Leitungskollektiv“ war Jan Schröder, der mit den Jüngsten probte.

Schon am zweiten Tage begab sich ein Teil des Chores auf Pilgerreise, um nach Orten der Abkühlung zu suchen. Nach der erfolgreichen Überschreitung einer Bundesstraße, ohne Verluste!, stand dem Badespass in der knietiefen,steinigen Eder nichts mehr im Wege. Die Kinder genossen sichtlich das etwas andere Badevergnügen. Nach zwei Stunden „Jux und Dollerei“, wurde der Chor mit Bussen zurück zur Herberge verbracht, um den Erfrischungseffekt nicht durch einen schweißtreibenden Marsch zunichte zu machen.

Auch im Jahr der Europameisterschaft sollte der Knabenchor wieder ein großartiges Fußballturnier erleben, aus dem die Mannschaft Nr. 5 (mit dem zweifellos klanvollsten Namen) als Sieger hervorgehen sollte. Den Pokal des Torschützenkönigs durfte Christoph Schnedermann in die Höhe stemmen. Dank an Jan Schröder für die Organisation.

Auch in diesem Jahr benötigte der Chor eine gewisse Zeit, bis sich abzeichnete, wie die Lieder einmal zu klingen hätten. Aber wie immer war der Chor kurz vor den Konzerten bereit, dem Publikum das zu präsentieren, was er sich in einer Woche hart erarbeitete. Die Konzerte fanden in Frankenberg (Samstag) und Kirchlothheim (Sonntag) statt und können als gelungene Premiere des neuen Programms bezeichnet werden. Freuen wir uns auf die weiteren Konzerte mit diesem Programm in Jena und Umgebung.

Viel zu schnell war die Woche um und die Busse standen zur Heimreise bereit. Zu Hoffen bleibt, daß das Gemeinschaftsgefühl, das sich im Chorlager entwickelt hat, die Probenarbeit in der neuen Saison beflügelt.

Georg Haney im August 2004


Unsere Sommerkonzerte in der Jenaer Region begannen wieder mit einer musikalischen Vesper, der 1436. am 28. August – im Mittelpunkt dieses Programms stand die geistliche Sommermusik 1948 von Rudolf Mauersberger „Geh aus mein Herz“. Am Sonntag, 29. August gaben wir das vollständige Programm in Frauenprießnitz, wo sich wieder viele Angehörige vom Chorlagerergebnis überzeugen konnten.

Im September verschlug es uns weit in den Norden- nach Sylt. Ein Gastspiel des Orchesters war der Anlass auch Knabenstimmen zu Antonín Dvořáks Stabat Mater im 4. Satz mitsingen zu lassen. Ganze 21 Takte waren es wert, die weite Reise an einem Wochenende mit 21 Knaben auf sich zu nehmen. Als weitere Betreuer kamen Konrad Selle und Martin Reuter mit, die ordentlich für gute Laune sorgten. Der eigentliche Clou war, dass unsere Chorleiterin mit im Jungszimmer übernachtete, weil das Extrazimmer nur für den Busfahrer herhalten musste, dafür kurierte sie sich bei frischer Luft ihre Erkältung aus.

Mit den Konzerten in der Stadtkirche in Kahla am 2. Oktober und in der Kirche zu Schlöben am 3. Oktober beendeten wir unsere Sommer/ Herbstkonzerte.

Die „Neuen“ traten wie immer erst zu unseren Adventskonzerten auf – in diesem Jahr wieder ein traditionelles Programm mit deutschen Weihnachtsliedern unter dem Titel „Lasst uns lauschen“. So fuhren wir am 4.12. nach Mühlhausen, um in der dortigen Klinikumskirche des Hainich-Klinikums in Pfafferode Adventsstimmung zu verbreiten. Bei voller Kirche und viel Applaus gab es auch eine gute Kritik in der Tagespresse. Einen Tag später gaben wir in der Barockkirche Schkölen dasselbe Programm und traditionell am 18.12. in der Klosterkirche Thalbürgel und am 19.12. im Volkshaus in Jena.


2005 – Zu Besuch im Kloster Neresheim und Weihnachtsoratrium

Das Jahr 2005 begann mit der Erarbeitung von zwei Programmen, so führten die Knabe zusammen mit dem erweiterten Madrigalkreis die Matthäuspassion von J. S. Bach am Karfreitag, 25. März in der Stadtkirche St. Michael auf, und fast einen Monat später gaben wir unser Frühlingskonzert im Volkshaus.

Am 17. April sangen wir Frühlings- und Tierlieder, Ute Weickenmeier am Flügel erklärte, welche Variationen es von dem Volkslied „S kommt ein Vogel geflogen“ gibt. Dieses heitere Programm wurde in einer Serenade im Collegienhof am 18. Juni wiederholt und kam auch dort gut an.

Genau in der Zeit dazwischen sangen Richard Bösemann, Jonathan Overmeyer und Gabriel Prange sehr beeindruckend in der Thalbürgeler Elias Aufführung am 30. April das Engelsterzett und Richard die Knabenpartie. Sie wurden mit einem Sonderapplaus belohnt. So blieb das Stück dann auch in unserem geistlichen Sommerprogramm.

Am 8. Mai stand wieder Chorsinfonik auf dem Programm – diesmal waren unsere Partner die Stadtkirche Kantorei und unser Orchester. Unter der Leitung von Herrn Martin Meier wirkten unsere Jungs bei Benjamin Brittens „War Requiem“ mit.

Ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Philharmonischen Chor unter der Leitung von Nicolas Milton wurde mit einem Abschlussfeuerwerk belohnt. Die Carmina Burana von Carl Orff wurde zu einer gelungenen Arena-ouvertüre in Lobeda auf dem Festplatz. Die Kinder sangen noch Wochen danach ihre Partie. Auch unsere Männer waren begeistert vor allem von der Schenkenszene im zweiten Teil.

Das Chorlager in Heidenheim war das erste Chorlager, dass für uns bereichernd als auch mit Verlust begann – die Organisationsmitarbeiterin Dorothea Reinhardt hat eine andere Stelle angenommen und ihre halbe wurde im gleichen Zuge ersatzlos gekürzt. So organisierte Thomas Prange unser diesjähriges Chorlager. Durch seine Kontakte zu Pater Albert in der Abtei Neresheim durften wir in diesem Jahr etwas Besonderes erleben. Die Jugendherberge in Heidenheim hatte genug Platz für uns, das Essen war auch gut, die Stadt zu Fuß schnell erreichbar. Für gute Laune und organisationstechnische Fragen hatte sich dankenswerter Weise Marco König bereit erklärt. Er war dort sozusagen „Mädchen für Alles“. Beeindruckend für die Knaben war die Begegnung und Vorbereitung auf den sonntäglichen Gottesdienst mit Pater Albert, dem Prior der Abtei. Es wurde um absolute Stille in der Kirche und den Räumen der Abtei gebeten, und staunenswerter Weise klappte es auf Anhieb. Der Chor hatte lange keine so konzentrierte und leise Stellprobe – das machte Mut fürs Konzert. Mit Hilfe von Thomas Prange und Michael Große wurde das Konzert am 20. August in der Reihe Knabenchöre in Neresheim zu einem Erfolg. Ein Artikel in der bundesweiten Zeitschrift „Das Orchester“ lobte unseren Chor auf allen Ebenen.

Noch viel beeindruckender sollte der Gottesdienst für uns am nächsten Tag werden. Berit Walther durfte im Chorraum dirigieren und zusammen mit dem Neresheimer Knabenchor sangen wir unter ihrer Leitung das „Ave verum“ von Edvard Elgar. An den Vortagen noch Fußball, Tischtennis und überhaupt spielend und dann diese Ruhe, das war schon beeindruckend. Erfüllt und auch ein bisschen müde wurde dieses Chorlager mit einem wunderbaren Abschlussabend belohnt.

Wieder Zuhause begann die Spielzeit der Jenaer Philharmonie mit einem Sonderkonzert des Knabenchores in der Stadtkirche St. Michael am 09.09. Zuvor sangen wir unser Konzert in Frauenprießnitz und am 01.10., dem Weltmusiktag in der Schillerkirche in Jena/ Ost. Noch im Chorlager erarbeiteten unsere Männer ein eigenes Programm und zusammen mit den Männerstimmen des Philharmonischen Chores wurde ein Männerchorprogramm mit Liedern aus der Romantik, Volks- und Trinkliedern im Lisa am 16.10. aufgeführt.

Am 3. November sangen unsere Knaben Kanons von Ludwig van Beethoven im Familienkonzert im Volkshaussaal mit Luis Wüst.

Ein Traum von unserem Stimmbildner Thomas Prange wurde wahr, als wir am 18. Dezember aus eigener Kraft das Bach‘ sche Weihnachtsoratorium in der Stadtkirche St. Michael aufführten. Unsere Vorkurskinder durften die Choräle mitsingen und es war eine ergreifende und qualitativ hohe Aufführung.

Einige unserer Sänger durften schon am 10. Dezember beim Suhler Knabenchor mitwirken und sangen das Weihnachtsoratorium zweimal.


2006 – Abschied von Thomas Prange und Jubiläumsfahrt nach Ljubljana

Turbulent startete das Jahr mit dem Organisieren unseres Jubiläums. Zunächst aber gab es ein eher trauriges Ereignis, die Verabschiedung unseres langjährigen Stimmbildners Thomas Prange stand uns bevor und wurde würdig mit dem ihm gewidmeten Frühlingskonzert am 2. April begangen. Auf dem Programm stand weltliche skandinavische Chormusik und mit „Thank you for the music“ von Abba dankten wir Thomas, der nach Griechenland ging, um ein neues Projekt mit behinderten Menschen aufzubauen. Der Abschied fiel uns allen nicht leicht. Für einen Nachfolger hatten wir aber gesorgt, es wurde Matthias Schubotz, ehemaliger Thomaner aus Leipzig, der im April bei uns begann.

Ein Wiederholungskonzert im Lisa mit dem Aprilprogramm folgte am 6. Mai. Danach bereiteten wir uns auf das geistliche Sommerprogramm und unser Jubiläumskonzert vor. Der Intendant der Jenaer Philharmonie legte sich für den Knabenchor ins Zeug, um eine Auslands- Jubiläumsreise für uns gemeinsam mit Berit Walther zu organisieren.

So wurde unser Chorlager 2006 zu einer Reise nach Ljubljana/ Slowenien. Nur zwei Tage Probe in Jena im Volkshaus, dann sollte es schon losgehen. Von Herrn Heiko Ritschel von der Deutschen Vermögensberatung, der den Knabenchor unterstützt, bekamen wir für diese Reise Mützen von Michael Schumacher.

In Ljubljana nach zehn Stunden Fahrt am 23. August angekommen, bekamen wir unsere Zimmer zugeteilt – wir übernachteten im Kollegium des heiligen Stanislaus – ein Internat für Eliteschüler Sloweniens. Das Essen war hervorragend und unsere Gastgeber sehr freundlich und aufgeschlossen. So organisierten sie für uns eine Stadtrundfahrt mit Spaziergang, Besichtigung der Festung und der Innenstadt. Unser erstes Konzert am 25. August in der Franziskanerkirche in Ljubljana war sowohl gut besucht als auch sehr gelungen.

Am nächsten Tag besuchten wir per Bus die Touristenstadt Bled im Nordosten Sloweniens wunderschön an einem See mit Bergen gelegen. Das organisierte Konzert in der Kirche des hl. Martin zog sogar einen ehemaligen Sänger an, Wolfgang Niebel war begeistert von unserem Programm. Müde aber glücklich fielen wir spät in unsere Betten. Am 27. August fuhren wir in den anderen Teil Sloweniens an die berühmte Adriaküste nach Piran, um dort zu konzertieren. Ein Hauch Italien lag in der warmen Luft in Piran und der Zustand der Orgel vor Ort war auch sehr „italienisch“. Nach unserer Stellprobe konnten wir durch die verwinkelten Gässchen bummeln und gaben um 20.00 Uhr unser letztes Konzert.

Spät heimgekommen schickten wir die Knaben in ihre Betten und am nächsten Tag ging es dann zurück nach Jena. Matthias Schubotz war ein hervorragender Mitstreiter und auch für die Männerrunden nachts ein guter Stimmungsmacher. Alles in allem wurde dieses Reise auch dank des Engagements von Herrn Scharnberg, der uns auf der Reise begleitete und unserer Sponsoren zu einem tollen Erlebnis für die Sänger.

Wieder zu Hause schöpften wir nur kurz Atem, denn am 3. September gaben wir das Konzert in Frauenprießnitz und bereiteten unser Jubiläumskonzert in der Stadtkirche, welches am 17. September stattfinden sollte, vor. Ein Ehemaligenchor aus Männerstimmen bestehend sang unter Leitung von Prof. Puschbeck einen Teil des Konzertes und der aktuelle Knabenchor den ersten. Die hohen Besucherzahlen zeugten von hohem Interesse der Jenaer, an unserem Jubiläum teilzuhaben. Einen internen Mitschnitt des Konzertes erhielt jeder Sänger als Erinnerung an dieses wunderbare Konzert.

Im Sommer dieses Jahres stand uns auch ein Umzug ins Haus. So bereiteten Berit Walther und Matthias Schubotz des Umzug mit dem „Anger“ vor. Die Ostschule wurde unser neues Zuhause. Da die Aula noch gebaut wurde, fanden die Tutti Proben mittwochs zunächst im Volkshaus statt.

Inzwischen hatte sich eine neue Gruppe junger Sänger formiert mit dem Namen Octavians, bestehend aus aktuellen Männerstimmen des Knabenchores und einem ehemaligen Mitglied. Diese durften schon zum Jubiläumskonzert auftreten, später sangen die acht jungen Männer zusammen mit dem Musikpolizeikorps Thüringen in einem Benefizkonzert in der Stadtkirche zu
Gunsten des Freizeitzentrum „Klex“ und das „Haus der Begegnungen“ in Kunitz. Unsere Vorbereitung auf die Weihnachtskonzerte begann wiederum mit dem Integrieren der jüngsten Sänger. Diese hatten in diesem Jahr mit den vielen ausländischen Texten zu tun, denn internationale Weihnachtslieder standen auf dem Programm. Zu unserem ersten Konzert in der Aula des Angers – in der Ostschule kamen einigen Eltern und Zuhörer der Region. Lustig war ein Verdreher des Stücks von Berit, so wurde es zu einer zünftigen Generalprobe. In die kalte Klosterkirche nach Thalbürgel kamen viele Besucher am 16. Dezember. Ein voller Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes und ein Höhepunkt wurde das traditionelle Weihnachtskonzert in der Stadtkirche am 23. Dezember. So klang das Jahr sehr stimmungsvoll aus.


Foto für die Spielzeit 2010/2011 vor dem Volkshaus.
2007 bis 2011 – Die Saale an den Rhein

Chronisten: Martin Reuter, Felix Sokoll, Daniel Wächter, Tim Wiezorek


2007 – Besuch aus Basel

Bachs Matthäuspassion in der Thomaskirche zu Leipzig und der Jenaer Stadtkirche – „April April!“ zum Frühlingskonzert – Chorlager in der Märkischen Schweiz – Gemeinschaftliches Konzert mit der Baseler Knabenkantorei in der Klosterkirche Thalbürgel – Adventskonzerte

Das traditionelle Frühlingskonzert fiel in diesem Jahr auf den ersten April – damit war das Motto für das Programm auch schon gesetzt. Ein humorvolles Programm mit scherzhaften Einlagen und kleineren schauspielerischen Leistungen. Mit dabei waren auch die Octavians, die sich im vorigen Jahr gegründet haben. Sie gestalteten einen eigenen Teil des Konzertes.

Im Mai sangen wir ein Benefizkonzert im Hotel Esplanade, was ein Ergebniss der Zusammenarbeit mit Herrn Ritschel war, der uns schon im Jubiläumsjahr 2006 unterstützte.

Zu Ostern 2007 sangen die Knaben in der legendären Thomaskirche zu Leipzig die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach mit – das Ensemble amici musicae unter Ron Dirk Enleutner lud aufgrund der initiative von Matthias Schubotz (laut TLZ: Schuberts) dazu ein. Dieses Erlebnis an historischer Stelle wird den Sängern noch lange in Erinnerung bleiben. Eine Wiederholung gab es noch in der Jenaer Stadtkirche.

Eltern, Sänger, Familie und Freunde des Chores trafen sich auf Einladung des Fördervereins zum Sommerfest an der Hohenwarte, das traditionell entspannt war und zu regem Austausch geführt hat.

Das Chorlager 2007 führte uns nach Buckow in die Märkische Schweiz. Untergebracht im Haus der Herberge, sowie in mehreren Bungalows, erarbeiteten wir uns ein rein geistliches Programm, von dem Sandströms Gloria in besonders in Erinnerung blieb (auch dank Steffen). Die Freizeit gestalteten wir mit Wanderungen, Fussballturnier und anderem sportlichen Wettkampf – auch Kistenklettern war geboten. Natürlich wurden auch die nahen Badeseen genutzt. Das Chorlager endete mit zwei schönen Konzerten in Klöstern und einem Abschlussabend.

Die anschließenden Konzerte in Jena waren eine Art Generalprobe, da wir Besuch erwarteten: die Baseler Knabenkantorei sollte im Oktober für ein Gemeinschaftskonzert in Thalbürgel zu Gast sein. Bei den Baselern gab es einen Wechsel in der Chorleitung: Markus Teutschbein hatte das Kommando übernommen und plante erstmal eine Deutschlandtour mit den Schweizern. Vorher leitete er den Suhler Knabenchor – und er studierte mit Berit zusammen. So lag ein Besuch in Jena nah. Die Gäste wurden in Gastfamilien untergebracht. Ein Gegenbesuch wurde versprochen.

Nach diesem beeindruckenden Gemeinschaftsprojekt widmeten wir uns der Weihnachtszeit mit einem eher leichten Programm „altbekannter Weihnachtslieder“ (TLZ), sicher auch wegen der knappen Probenzeit. Die Weihnachtsfeiern rundeten das Jahr ab.


2008 – Im südlichsten Zipfel Deutschlands

Ein ganz besonderer Höhepunkt zum Anfang des Jahres war der Besuch in der Rudolf-Steiner-Schule in Coburg,vom 07. bis 09. März 2008. Michael Große lud uns in die freie Waldorfschule Rudolf Steiner ein. Berit Walther organisierte den Bustransfer und die musikalische Arbeit. Der Männerchor sorgte sich behutsam um die Knaben. Gemeinsam mit Michael Große, Mathias Hölzel und Hartmut Scheuermann sorgte sich der Förderverein des Knabenchores der Jenaer Philharmonie um das leibliche Wohl und um den Spaß ringsum die Probenarbeit.

Michael, unser Präfekt, kam selbstverständlich auch seiner musikpädagogischen Aufgabe nach. Damit waren wir bestens vorbereitet auf das Frühlingskonzert 13.April im Volkshaus, welches wie immer von der ganzen Familie genossen werden konnte. Im Anschluss an das Konzert feirten wir das Fördervereins-Frühlingsfest im HUGO in Jena-Winzerla. Wieder beglückten uns Familien, Knaben und Männer mit kleinen Essengaben und fröhlichen Gemütern. Lange in Erinnerung blieb das Schlammfussballturnier nach einem kurzen aber heftigen Regenschauer, der uns in die Räume des Jugendhauses trieb. Zur Überbrückung wurden Dias vorgeführt.

Im Juli gab es wiederholt ein Männerchorkonzert des Fördervereins des Knabenchores der Jenaer Philharmonie am 29. Juli 2008 im Volksbad Jena. Da der Förderverein in den vergangenen 13 Jahren die Knaben nicht nur in der Freizeitgestaltung unterstützte, sondern bereits 4 Konzerte organisierte, freuten sich die Männer wiederholt ein Ehemaligenkonzert unter Leitung von Jürgen Puschbeck zu veranstalten. Das Programm des Vokal-Ensembles, bestehend aus 48 Männer und 3 Knaben, heiterte die frühsommerliche Stimmung der 400 Konzertbesucher im Volksbad Jena auf.

Vom 4. bis 6. Juli trafen sich die Knaben mit ihren richtigen Familien und mit dem Männerchor zum alljährigen Sommerfest an der Hohenwarte-Talsperre. Zusammen saßen wir, erzählten und genossen das Zeltplatzleben mit uns und den Booten. Freudig überrascht und dankbar waren wir, dass uns der Zeltplatz ohne das wir gefragt hatten drei Bierzeltgarnituren zur Verfügung stellte. Auch unser Wetterschutzzelt vom Verein steht wie das ganze letzte Jahr zu treuen Diensten bereit. Abends sangen die Männer am Lagerfeuer bei Bratwurst und Bier (bzw. Apfelschorle).

Zusammen mit Berit Walther, Michael Große und Matthias Schubotz verbrachten die 95 Knaben und Männer im Sommer ein schönes Chorlager am Hintersee. Die schönen Konzerte und der Gottesdienst mit Bachkantaten und weiteren Werken mitteldeutscher Barockmusik machte aus dieses Chorlager 2008 ein musikalisch sehr anspruchsvolles Chorlager. Patrik fand in diesem Jahr unsere schöne Unterkunft im südlichsten Zipfel Deutschlands und kümmerte sich auch um viele kleine Details. Wanderungen auf die Alm, Baden im eisigen Wasser und die Nachtwanderung rund um den See rundeten unseren Aufenthalt ab.

Die Weihnachtskonzerte führten uns in Kirchen der nahen Region, wo wir die Besucher besinnlich in den Advent sangen.


2009 – Chorlager in Windischleuba und War Requiem in Polen

Große Aufgaben warteten im Jahr 2009 auf uns, im April stand der Landeschorwettbewerb in Sondershausen an. Zum Einstudieren dieses Programmes fuhren wir – wie schon im vergangenen Jahr – mit Unterstützung des Vereins wieder ein Wochenende nach Coburg, bei dem Michael Große als Gastgeber und Probenleiter eine führende Rolle übernahm. Wieder war es ein schönes und höchst produktives Wochenende, bei dem auch der Spaß nicht zu kurz kam. Den Wettbewerb absolvierten wir als Knabenchor der Jenaer Philharmonie am 25. April 2009 mit dem Prädikat „Sehr gut“ (21,2 Punkte), damit qualifizierten wir uns zum 8. Deutschen Chorwettbewerb 2010 in Dortmund.

Vom 5. bis 7. Juni feierten wir wieder das traditionelle Sommerfest an der Hohenwartetalsperre. Der Verein stiftete „ein trockenes Plätzchen mit 45 Stunden Lagerfeuer, gute Mittags- und Abendverköstigungen und Kinderbetreuung“, was von den Eltern auch gut angenommen wurde. Trotz des verregneten Wochenendes hielt das Feuer wie angekündigt und auch der Stimmung konnte das Wetter nicht schaden. Ein kleiner Höhepunkt war, als die Feuerwehr Jena-Winzerla, die neben an zeltete, uns unser Feuerholz zerkleinerte, lautstark und mit einer Kettensäge.

Am Ende der Sommerferien war wieder Zeit fürs Chorlager. Im Schloss Windischleuba bei Altenburg hatten wir auch in diesem Jahr wieder eine wunderschöne Herberge für den Knabenchor aus Jena. Die jüngsten unserer Knaben reisten schon am Freitag ab und unsere älteren Männer sangen für einen guten Zweck Männerchöre bei Familie Schubotz. Das Spielen mit den Kindern und die Nachtwanderung waren genauso schön wie die schwere Literatur, welche wir in den Probenzeiten einstudierten. Die Konzerte in Meerane am Samstag und am Sonntag in Borna zeigten die Früchte der anstrengenden Proben. Als wir wieder zurück in Jena waren, erwarteten uns noch Konzerte mit dem Chorlagerprogramm in Bad Hersfeld, Jena, Frauenprießnitz und in Schlöben.

Ein besonderer Höhepunkt für einen Teil unsrer Knaben stellte der Besuch des Knabenchores in Kattowitz (die Hauptstadt der Woiwodschaft Schlesien). Im Rahmen des Orchesternetzwerkes ONE nahmen die Knaben an der Aufführung des „War Requiem op. 66“ von Benjamin Britten teil. Dieses Konzert wurde von verschiedenen europäischen Nationen zum Anlass des Gedenkens an den Angriff auf Polen der Deutschen vor 70 Jahren aufgeführt. Die als Aufpasser mitgereisten Männer schwärmten von dieser Reise ebenso wie die Knaben.

Im Oktober konnte, wer wollte, mit dem Förderverein den Klettewald Koala besuchen, was ein gleichermaßen spannender, wie spaßiger Ausflug war. Im November sangen einige Knaben wiederholt beim War Requiem in Weimar mit. Rege Beteiligung gab es auch an der Herbstwanderung des Fördervereins und beim Eislaufen auf dem Eichplatz.

Gelungene Weihnachtskonzerte und Weihnachtsfeiern rundeten dieses ereignisreiche Jahr ab.


2010 – Beim Chorwettbewerb in Dortmund

Das Jahr 2010 begann mit einer großen Aufgabe: Wir hatten uns mit dem Prädikat „Sehr Gut“ beim Landeschorwettbewerb 2009 zum Bundeschorwettbewerb 2010 in Dortmund qualifiziert.

Am Jahresanfang begannen daher auch sofort die Proben für das Wettbewerbsprogramm, parallel zum Frühprogramm, welches wir traditionell im Volkshaus aufführten. Besonders intensiv wurden diese zum Chorwochenende in Coburg, welches wir zum dritten Mal auf Einladung von Michael Große durchführen konnten. Wie jedes Jahr war dieses Wochenende sehr gelungen und effektiv.


Coburg-Wochenende im März 2010

Zum dritten Mal lud uns Michael Große nach Coburg in die Rudolf-Steiner-Schule ein. Die musikalische Leitung übernahm Berit Walther mit den beiden Herren Matthias Schubotz und Michael Große. Die Chorfamilien haben in den Klassenräumen geschlafen und sowohl die Morgen- als auch Abendverpflegung wurde vom Förderverein übernommen. Über die Jenaer Philharmonie, Kerstin Burgardt, wurde der Bus organisiert.

Unsere fleißigen Helfer in der Küche waren Christina Kaeber, Kerstin Burgardt, Mathias Hölzel und der neugewählte Vereinsvorstand (Jörg Pittelkow, Daniel Wächter, und Martin Reuter).

Die Proben zielten auf verschiedene Höhepunkte in naher Zukunft hin: zum einen auf die Frühlingskonzerte und zum anderen auf den 8. Deutschen Bundeschorwettbewerb in Dortmund, Pfingsten 2010. Wir erhielten die Delegierung zum Bundeschorwettbewerb, da wir beim Landeschorwettbewerb in Sondershausen am 25. April 2009 das Prädikat „Sehr gut“ (21,2 Punkte) bekommen hatten.

Wie auch in den letzten beiden Jahren schützte ein Zelt die Bratwurstecke auf dem Innenhof des wunderschönen Schulareals. Jörg zauberte noch vor Ort einen exquisiten Nudelsalat. Durch Neuschnee hatten wir viel Spaß mit den Knaben bei kleineren Schneeballschlachten. Leider haben diese uns auch recht stark ausgekühlt. Wir haben uns mit reichlich Feuer aus dem Feuerkorb erfolgreich wieder aufgewärmt. Die Knaben hatten wie jedes Jahr viel Spaß beim Feiern im Hof und die Männer genossen auch jede Minute vor, zwischen, in und nach der Probe mit Spaß und viel Gesang.

Martin Reuter im März 2010


Im Mai wurde es dann ernst; wir fuhren nach Dortmund um dort am Chorwettbewerb teilzunehmen. Besonders brisant für unsere Männer war, dass der Termin für das Wertungssingen genau einen Tag nach Christi Himmelfahrt, also Männertag, angesetzt war. Schnell war man sich aber darüber einig, dass man den Tag einfach um einen Abend verschieben wird, um fit beim Konzert zu sein. Umso freudiger wurde dann natürlich am Abend nach dem Wertungssingen gefeiert. Am nächsten Tag fuhren wir nach der Ergebnissbekanntgabe mit dem Prädikat „Gut“ im Rücken nach Thüringen zurück.

Zurück in Jena begannen wir sofort mit der Vorbereitung für das Sommerprogramm. Es standen Konzerte in Jena und Umgebung auf dem Plan. Vor den Sommerferien feierten wir noch das Sommerfest an der Hohenwarte-Talsperre. Sang und Trank am Lagerfeuer, Bratwürste vom Rost, Kanufahrten und viele schöne Gespräche machten das Fest zu einer runden Sache. Nach den letzten Probenwochen ging es dann in die Sommerferien.

Die letzte Woche der Ferien war aber für alle reserviert, denn es ging ins Chorlager nach Plothen. Die Jugendherberge lag direkt am See – zur Freude vieler Knaben und Männer. Außerdem konnte wieder ein Fussballturnier veranstaltet werden. Trotz aller Freizeit kam auch die Probenarbeit nicht zu kurz, schließlich war gen Ende des Chorlagers noch ein Konzert in Frauenprießnitz zu singen, welches aufgrund der räumlichen Nähe auch viele Eltern anzog. Abschließend feierten wir einen schönen Abschlussabend.


Chorlager an den Plothener Teichen

Dieses Jahr hat uns das Chorlager ins thüringische Plothen geführt.
Nach einigen kleinen Problemen am Anfang haben wir uns schnell in der Jugendherberge zurecht gefunden und die Fußballplätze in Beschlag genommen. Wie jedes Jahr fuhren auch dieses Mal die besten Nachwuchssänger des Vorkurses mit in das Chorlager, was zu vielen freudigen und spielerischen Stunden mehr geführt hat. Die Probenarbeit übernahmen Matthias Schubotz, Berit Walther, Maria Sokoll (bis Donnerstag) und ab Donnerstag auch Michael Große.

Mit dem straffen Zeitplan von sechs Stunden Chorprobe am Tag kamen nicht alle auf Anhieb zurecht, jedoch hat man sich schnell daran gewöhnt. Da wir dieses Jahr außergewöhnlich viele Mutanten hatten, begann das Organisieren der Nachtwanderung bereits sehr früh. Schnell kamen etliche Ideen auf, die mit Hilfe des Männerchors immer weiter verfeinert werden konnten. Auch hat der Chor es dieses Jahr wieder geschafft, ein Fußballturnier zu veranstalten, das uns allen sehr viel Spaß gemacht hat. Leider mussten auch dieses Jahr die Neuesten bereits am Freitag wieder abfahren. Jedoch haben sie sich gut in die Chorgemeinschaft integrieren können und mancher hat sich das Konzert am Sonntag in der Frauenprießnitzer Kirche angehört, das trotz drückender Wärme in Bus und der ungewöhnlich hohen Temperatur in der Kirche mit Bravur gemeistert werden konnte. Bei der Ankunft nach dem Konzert in der Jugendherberge stand schon ein sehr leckeres kaltes Buffet, das die Jugendherberge gestellt hat, sowie ein brennender Rost, auf dem Rostbrätel und Thüringer Rostbratwürste zubereitet wurden.

Die Nachtwanderung nach dem Essen war für alle sehr angenehm, da es die Tage zuvor recht kalt und sehr regnerisch, am Sonntag jedoch der Himmel klar und die Luft warm war. Darüber hinaus war sie gut vorbereitet und hat die Qualität der Chorleitung unterstrichen. Kurzum: Sie war ausgesprochen gut gelungen. Einen Wermutstropfen gab es zumindest für die Männer dennoch: Da die Jugendherberge nur zum Frühstück Kaffee zur Verfügung gestellt hat, mussten viele über den Tag hinweg auf den Kaffee verzichten. Trotz kleinerer Probleme war es im Ganzen betrachtet dennoch ein sehr schönes Chorlager in der vertrauten Umgebung von Thüringen.


Der Spätsommer sorgte noch für einige Konzerte in der jenaer Umgebung, dann begannen auch schon die Proben für das Weihnachtsprogramm. Im Herbst wollten wir Drachensteigen gehen, allerdings machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. So wanderten wir in kleiner Besetzung zur Papiermühle um uns dort zu kräftigen. Die Weihnachtskonzerte führten uns wieder durch Thüringen, Höhepunkt war natürlich in der Jenaer Stadtkirche.


2011 – 35 Jahre und keinen Ton leiser

„35 Jahre Knabenchor – und keinen Ton leiser“, unter diesem Motto stand unser Jubiläumsjahr und es stand bereits im Vornherein fest, dass dieses Jahr ein besonders spannendes werden würde. Nicht nur, weil eine Konzertereise ins Drei-Länder-Eck Deutschland, Frankreich und Schweiz bevorstand, sondern auch, weil unser langjähriger Stimmbildner Matthias Schubotz seinen Abschied ankündigte, ihn zog es zurück nach Leipzig, zur Nachwuchsförderung beim Thomanerchor.

Zunächst stand aber das traditionelle Frühlingskonzert im Volkshaus an, für welches wir wieder ein Probenwochenende in Coburg verbrachten. Ein buntes, frühlingshaftes Programm faszinierte Eltern, Großeltern, Geschwister und Freundes des Chores. Anschließend wurden die Proben intensiviert in Richtung geistliches Sommerprogramm.

Die Männer unterstützen nebenbei den Philharmonischen Chor bei der Aufführung von Karl Jenkins Requiem mit dem Orchester der Philharmonie. Die Begeisterung für das Stück war so groß, dass wir Auszüge („Pie Jesus“ und „Ave Verum“) auch in unser Programm übernahmen, mit Orgelbegleitung statt ganzem Orchester. Eine erst Probe unseres Sommerprogrammes gaben wir an Fronleichnam, zusammen mit dem Knabenchor der Nidaroskathedrale Trondheim aus Norwegen unter dem Titel „Knabenchor meets Friends“ zum Besten. Unseren Gästen gebührte dabei natürlich der Hauptteil des Konzertes, das gemeinsame „You’ll never walk alone“ stellte aber einen besonderen Höhepunkt dar. Besonders die Männerstimmen zeigten sich tief beeindruckt von der pragmatischen Ausstattung der Norweger: digitale Geräte statt Notenmappen und die Kutten, welche vor Konzertbeginn einfach über die Kleidung gezogen wurden ernteten einen gewissen Neid. Unsere volljährigen Gäste trafen wir noch auf einen geselligen Abend, der einen Norweger auch in den Genuss des Sonnenaufgangs vom Landgrafen aus brachte.


Chorlagerauftakt in Cospeda am 14.08.2011

Nachdem wir uns bereits Samstags zum „kleinen Chorlager“ in Jena getroffen hatten, folgte am Sonntag sozusagen das erste Konzert unserer Konzertreise. Weit weg führte es uns nicht, sondern in die kleine, aber feine Dorfkirche zu Cospeda. Erfreulich war die Anzahl der Gäste: jeder Winkel der Kirche wurde genutzt, man hatte geradzu Angst, sie könne aus den Nähten platzten. zwischen den Liedern gab es zwei Lesungen, welche unterhaltsam gestalten waren und auch unsere Knaben beeindruckte.

Doch das beste kam zum Schluß. Dem Chor wurde zum 35-jährigen Geburtstag eine feinste Torte mit Knabenchorlogo und der Kirche zu Cospeda darauf geschenkt. Nach dem Konzert gab es noch eine kleine Gemeindefeierlichkeit im Nachbarsgarten, wo auch der Chor gerne gesehen war. Einen solchen Service nach dem Konzert kann man sich nur wünschen.

Tim Wiezorek im August 2011


Das Chorlager wurde in diesem Jahr zur Konzertreise unter Weiterführung des Motto „Knabenchor meets Friends“. Nach intensiven Probentagen in der Heimat, mit einem Konzert in der Kirche zu Cospeda, fuhren wir in den Schwarzwald, von wo aus wir Konzerte im französischen Colmar, zusammen mit dem ansässigen Mädchenchor, in Lörrach, Badenweiler und schließlich in Basel, mit der Baseler Knabenkantorei sangen. Nicht nur die Beziehungen zu den befreundeten Chören, sondern auch zum neuen Stimmbildner Stefan Puppe wurden auf dieser Reise gefestigt und vertieft.


Jubiläumsreise ins Drei-Länder-Eck

Lange hatten wir darauf hingefiebert – auf die Konzertreise 2011. Am 13.08.2011 kam sie dann in greifbare Nähe, denn das Chorlager in Jena begann. Die Stimmen wurden am Samstag, Sonntag und Montag wieder aufgewärmt, Vergessenes wieder aufgefrischt und den Stücken der letzte Schliff verpasst. Ein kleines Probekonzert gab es bereits am Samstag in Cospeda. Am Dienstag, den 16.08.2011 ging es dann endlich los.

Pünktlich 8:45 Uhr fanden sich auch die letzten Sänger vor dem Volkshaus ein und begrüßten ihre Chorfamilien und Freunde.
Gab es zunächst viel Aufwand mit den Pässen und Versichertenkarten, fuhren schließlich die Busse vor dem Volkshaus vor – und auch gleich wieder weg.
Nach 40 Minuten der Unwissenheit kamen die Busse schließlich wieder und parkten vor dem Esplanade. In den Bussen erhielten wir dann letzte Anweisungen und Informationen: Unsere Busfahrer stellten sich vor, es gab die üblichen Sicherheitsbelehrungen zu Gurtpflichten, Übelkeit et cetera und schließlich erfuhren wir auch, warum wir erst mit knapp einer Stunde Verspätung losfahren konnten: Die Busse hatten keinen Parkplatz gefunden und so musste erst mit dem Esplanade abgeklärt werden, ob deren Parkplatz benutzt werden darf.

Und dann ging es los. In modernen Reisebussen ging es gen Süden, Richtung Schwarzwald. Nach 7h Fahrt, etlichen Wespenstichen, einem Bustausch, dem Film „Die Kinder der Monsieur Mathieu“ und scheinbar endlosen Serpentinen durch den Schwarzwald kamen wir schließlich in Todtmoos bei unserer Unterkunft dem europäischen Gästehaus an.

Schnell wurden die Zimmer bezogen, das Haus und der Ort erkundet. Sangen wir zunächst ein paar Lieder an verschiedenen Stellen Todtmoos‘ kamen wir dann an einen Spielplatz und ein größeres Haus mit Veranstaltungsraum. Die Kinder und Männer tobten herum und jeder durfte wieder aus ganzem Herzen Kind sein: Sei es im Sandkasten, auf der Schaukel, den Rutschen oder auch auf einem Findling – jeder hatte Spaß.

Es ging dann zurück zur Herberge wo mit einem hervorragenden Drei-Gänge-Menü aufgewartet wurde. Nachdem alle Mägen voll waren ging es dann auch für die Jüngsten ins Bett. Abends saß der Männerchor schließlich noch mit der Chorleitung zusammen und hat die nächsten Tage besprochen.

Am Mittwoch klingelten dann früh die Wecker und die eigentliche Konzertreise bekam ihr Gesicht: Aufstehen, Frühstücken, sich frisch machen, eine Probe machen, Mittag essen, Mittagsschlaf halten, zum Konzertort fahren, Stellprobe, Abendessen aus Lunchpaketen, Konzert, Rückreise. Die meiste Zeit verbrachten wir dabei wahrscheinlich im Bus – jedenfalls kam es vielen so vor.

Mittwoch war auch gleich das Auftaktkonzert in Badenweiler. Es gab verschiedene Hürden zu überwinden: Wir mussten die Kirche kennen lernen und nicht zuletzt war das Konzert mit Orgelstücken bestückt. Mit den Orgeleinlagen und den Umbauten dehnte sich das Konzert schließlich auf über zwei Stunden aus, die sich aber gelohnt hatten. Das halbe Publikum in der vollbesetzten Kirche stand für den Applaus auf – ein Bild das vor allem die jungen Sänger wohl zum ersten Mal nach einem ihrer Konzerte gesehen haben.

Zwar verlief die Rückfahrt ruhig und nach der Ankunft hat keiner mehr groß etwas gemacht, dennoch hatten wir nach der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag schon das erste Schlafdefizit. Und Donnerstag begann ein neuer Tag der Konzertreise: Aufstehen, Frühstücken … Konzert, Rückreise.

Donnerstag aber hatten wir auch Freizeit. Manche Familien nutzten die Zeit um wieder in den Park zu gehen, andere gingen wandern und haben so etwas mehr von der wirklich schönen Umgebung Todtmoos‘ gesehen.

Dennoch: Für viel Ruhe blieb keine Zeit, denn bald ging es zum Konzert nach Lörrach. Hatten sich die Veranstalter dort zunächst vorsorglich entschuldigt, dass wohl nur wenige kommen würden, da in Lörrach gerade vier Wochen lang ein Chorfestival war, gingen wir dann doch in eine vollbesetzte Kirche ein und haben mit unserem Konzert erneut bewiesen, dass wir zu Höchstformen aufgelaufen sind. Auch die „Badische Zeitung“ war begeistert von dem Konzert. Erneut hatten wir nach unserem Konzert ein halbe Kirche, die stehende Ovationen gab und viele Zuhörer kamen danach auf einzelne Sänger zu und bedankten sich für dieses Konzert.

Nach einer nicht ganz so kurzen Nacht ging es dann am Freitag nach Colmar. Die Erwartungen waren verschieden doch vor allem eines: freudig.
Angekommen in Colmar nahm uns ein Teil des Mädchenchores St. Jean in Empfang – da in Frankreich gerade Ferien waren, war der anwesende Chor leider nur 15 Kopf stark und einige Männer machten sich bald sorgen, ob das „Notre Père“, das nur der Mädchenchor und unsere Männer singen sollten, nicht zu männerstimmenlastig wird.

Spätestens zur Stellprobe war aber klar: Es sind zwar wenige aber dafür sind sie aber auch sehr gut und auch laut genug. Nach der Stellprobe im Martinsmünster, in dem wir erst einmal zu tun hatten, die fünf Sekunden Hall zu bändigen, gab es dann eine Stadtführung durch die mittelalterliche, leicht verwunschen wirkende Altstadt Colmars.

Nach einem gemeinsamen Abendessen mit dem Mädchenchor, das aus einem Buffet, bereitgestellt von den Eltern der Mädchen, bestand, begann dann schließlich 20:30 Uhr das wohl schwierigste Konzert der Reise.

Und auch wenn man aus dem Chor heraus nur einen Teil der Wirkung hatte, die der Klang im Publikumsraum entfaltete, fühlten wir die Musik und strahlten förmlich innerlich. Das Publikum gab unserem Gefühl am Ende schließlich Recht und die Kollekte hat den Freizeitausflug vom Samstag getragen. Nach dem wir erst Mitternacht in Todtmoos wieder ankamen, mussten wir Samstag um 7:45 Uhr wieder aufstehen. Manch einem gelang das mittelmäßig, den meisten aber nur schlecht – die letzten Tage begannen an uns allen zu zehren.

Doch für das letzte Konzert sollten die Seelen noch mal ausgeglichen werden. Und so ging es, nachdem wir uns in Todtmoos gebührend verabschiedet hatten, nach Todtnau zum Hasenhorn-Coaster, zur längsten Sommerrodelbahn Deutschlands mit 2.900 Metern Strecke.

Mittag gab es schließlich ebenfalls in Todtnau in „Andy’s Pfeffermühle“ einem Biker-Treff, das extra für uns ein sehr leckeres Buffet mit Nudeln und Salaten verschiedener Art bereitgestellt hatte. Nachdem Andy sichtlich glücklich war, dass so viele junge Menschen bei ihm eingekehrt waren, sangen wir ihm noch ein Lied, an die Frauen der Chorleitung wurden noch T-Shits der Pfeffermühle verteilt und dann ging es auch in die Busse und Richtung Basel.

Dort hatten wir leider kaum Zeit, die Stadt zu besichtigen, die Stellprobe und das Konzert verlangten noch mal all unsere Aufmerksamkeit und Kraft. Doch nach dem auch das vierte und letzte Konzert in hervorragender Weise beendet wurde, waren wir alle nur noch erleichtert. Es gab mit dem Basler Knabenchor, der das Konzert zusammen mit uns gegeben hatte, ein Buffet, das von den Gastfamilien gestellt wurde. Schließlich entstand noch einmal viel Unruhe und Unordnung als wir alle auf die Gastfamilien aufgeteilt wurden.

Etliche Männer kamen noch in den Genuss, mit ihren Familien die Stadt zu erkunden und nach einer Nacht in Basel ging es wieder Richtung Heimat – wehmütig und glücklich zugleich.

Berits Fazit zu der Konzertreise: Noch nie hat der Chor besser gesungen seit sie ihn leitet.

Das Fazit der Busfahrer: Wir sind mit 1.300km nicht sehr viel gefahren aber es war eine schöne Zeit mit uns.

Und das Fazit der Sänger? Es hat zwar alle Kräfte gekostet, aber es hat sich mehr als nur gelohnt.

Tim Wiezorek im August 2011


Während die Knaben zu Beginn des neuen Schuljahres bereits mit dem Weihnachtsprogramm begannen, übten die Männer fleißig für das Ehemaligenkonzert am 09.10.2011 unter der Leitung von Jürgen Puschbeck. Gerade die jungen Männerstimmen erarbeiteten sich das Männerchorrepertoir mit großem Eifer. Aber auch neue Stücke standen im Programm, welche Aktive und Ehemalige gemeinsam probten.

Zum Abschluss des Jahres sangen wir unser Weihnachtsprogramm in und um Jena. Die Weihnachtsfeiern stellten einen chorinternen Jahreshöhepunkt dar.


Gruppenbild vor Jena-Panorama 2012
2012 bis 2015 – Knabenchor meets Friends
2012 – The Magic Ball und Burg Lohra

Schon im vergangenen Jahr hatten wir in den Proben ab und zu einen Gast sitzen, der den Klang des Chores beobachtete. Schon im vergangenen Jahr hatten wir uns mit einem extra für uns geschriebenen Stück („Der Sommerwind“) dem Themenkomplex Fussball gewidmet. Und nun zum Jahresbeginn 2012 gipflete das alles in einem neuen, für uns geschriebenen Musical: The magic Ball. Das erste Quartal des Jahres stand daher ganz im Zeichen dieses Stückes. Solisten wurden ausgewählt (man hatte das Gefühl, die Rollen waren ihnen auf den Leib geschrieben), Fussballchöre geübt (it’s coming home) und noch ein paar filmmusikalische Stücke zur Rahmung einstudiert – im Sommer brauchte man die eh für das Gemeinschafts-Projekt „Voice over Jena“. Das Coburg-Wochenende 2012 stand daher auch genau in diesem Zeichen und das bassig-rhytmische „dim da-da-dim, da-da dim-dim“ aus dem Piratenchor „Conquest of Paradise“ ist dem Chronisten noch heute im Ohr, was auch der Aussprache seiner Mitsänger zuzuschreiben ist, die ihn ansahen und eher „tim da-da-tim“ sangen.


Ein nicht ganz gewöhnliches Frühlingskonzert

Carsten Morgenroth heißt der Mann, der in der Generalprobe noch ein letztes Mal erklärt, wie genau jetzt die Bewegungsabläufe zur allseits bekannten Fussballhymne „It’s coming home“ funktionieren. Die Knaben machen ihre Sache gut, während die Männer diesen eingängigen Refrain schmettern. Dr. Carsten Morgenroth ist zufrieden. Er hat ein Musical geschrieben, extra für das diesjährige Frühlingskonzert des Knabenchores. In seinem Werk „The magic Ball“ geht es – natürlich – um Fußball.

Sonntag, der 22. April 2012. Vormitags um 9 Uhr treffen wir uns am Volkshaus. Die Band ist bereits da, der Techniker wollte beim Soundcheck nochmal auf Nummer sicher gehen. Nach dem Einsingen, einer letzten Korrekturprobe und Soundcheck mit einer vierköpfigen Band („Kings of Oak“, ein Projekt von Carsten Morgenroth), einem Streicherensemble, Sprecher Christoph Heckel und den Solisten aus Reihen des Chores beginnt um 11 Uhr endlich das lang erwartete Konzert.

Eröffnung. „Jetzt tanzen alle Puppen“, die Titelmelodie der Muppetshow erklingt, jedoch mit einem umgedichteten Text, direkt aufs Konzert zugeschnitten. Es folgen Lieder von den Beatels („You’ve got to hide your love away“), Abba („Thank you for the music“), den Comedian Harmonists („Wenn ich vergnügt bin, muss ich singen“) und das aus verschiedenen Piraten-Filmen bekannte „Conquest of Paradise“, mit schlagzeugerischer Begleitung.

Kleine Umbaupause, dann geht das Musical los.

Der Capitano, gesungen von Clemens Risse, stellt sich vor. Danach machen wir Bekanntschaft mit der Hauptfigur Max (gesungen von Hannes Meyer). Dieser spielt Fußball in einem Verein, kann sich allerdings nicht so richtig durchsetzten, da ihm die Füße einfach nicht folgen wollen. Die anderen Jungen lachen ihn aus, wenn er wiedereinmal über den Ball oder seine eigenen Füße stolpert. Hilfe kann Max kaum vom Trainer (Matthias Schleußner) erwarten, denn dieser setzt lieber gute Spieler ein. Einzig der Capitano versucht ihm ein wenig zu helfen.

Nachts träumt Max davon, wie er einen Zauberball findet, der ihm das Spielen lehrt. Am nächsten Morgen erwachend deprimiert ihn dieser Traum, da es ja nur ein Traum war. Doch siehe da: in Max‘ Garten liegt ebenso ein Zauberball.

Max trainiert und trainiert, der Ball lässt ihm wenig Zeit zum Ausruhen. Schlussendlich schafft es Max in die Stammmanschaft seines Vereins und darf sich sogar, nach einer Verletzung des Capitanos, die Kapitänsbinde überziehen.
Die Musik des Stückes ist eingängig. Mehrmals zieht Morgenroth Parallelen zu Fussballhymnen und auch für Bewegung auf der Bühne ist gesorgt. Einige Passagen sind rhytmusorientierter gehalten, andere derart melancholisch, dass man Max („warum bin ich nur so klein, so schwach?“) am liebsten umarmen und trösten will. Insgesamt ein schönes und zudem sehr gut besuchtes Konzert.


Im Rahmen des Frühlingskonzertes schossen wir auch ein neues Chorfoto vor der Kulisse Jenas, die gerade in der Goethe Galerie die Fassade eines geschlossenen Geschäfts zierte. Nach dem Frühlingsprogramm widmeten wir uns der geistlichen Sommermusik, denn noch vor den Ferien erwarteten wir Besuch aus Reutlingen vom dort ansässigen Knabenchor „Capella Vocalis“. Das Gemeinschaftskonzert in Thalbürgel sollte die Reihe „Knabenchor meets Friends“ fortführen.

So begann für den Chor sozusagen die zweite Probenphase des Jahres. Für Auflockerung sorgte die Frühlingswanderung des Fördervereins am 05.05. Wir trafen uns an der Papiermühle, um über den Cospedaer Grund, Landgrafen, Steiger bei Familie Pittelkow einzukehren. Kassenwart Jörg empfing uns mit gewohnt routinierter Bratroutine, sowie Kaffee und Kuchen.

Der Feiertag Fronleichnam ist bei uns kein gesetzlicher Feiertag, in Baden-Württemberg hingegen schon und so kam es, dass unsere Gäste aus Reutlingen unter der Woche zu Gast waren. Der Fronleichnam-Termin hat sich als Konzerttermin in Thalbürgel etabliert und wird nun regelmäßig unter dem Motto „Knabenchor meets Friends“ veranstaltet. Am Donnerstag dem 07.06. sangen wir also gemeinsam in der alten Klosterkirche. Die Reutlinger überzeugten mit ihrer Stückauswahl und ihrer Stimmgewalt. Das der Veranstaltungsname „and Friends“ keine Floskel ist, zeigte sich dann auch beim abendlichen zusammentreffen der Männerchöre in der Jenaer Kneipenmeile. Wer es sich von den Jenaer Männern leisten konnte, hatte sich eh den Freitag frei genommen.

Denn für das direkt folgende Wochenende hatte der Förderverein zum Sommerfest an die Hohenwarte geladen. Hier kamen aktive Knaben und Männerstimmen, Eltern, Ehemalige, sowie Freundinnen und Freunde des Chores zusammen.


Sommerfest 2012 an der Hopfenmühle

Das Sommerfest 08.-10. Juni 2012.

Der Freitag. Ein Sommertag an der Hopfenmühle.

klopf klopf klopf… … zwei Eltern klopfen ans Zelt.

„Sind wir jetzt die Ersten hier…, die Jungs meinten wir sind schon zu spät? Wo sind die Jungs hin? Sind sie vorbeigekommen?“

Dann die Aufregung, da das Eine oder Andere ungeplant verläuft. Aber da diese Situation mit Jungs im Alter ab 9 Jahre der Normalfall sein sollte und in dem Moment nur Geduld zur Lösung führt, ist diese mit samt der Lösung auch schnell gefunden. …

…Aber ja, wie solle es auch anders sein, die Jungs rennen erstmal rum.

Der Zeltplatz ist riesengroß, es gibt keine Straßen in der Nähe, keinen Einkaufsladen, viel Wasser, Boote, Wald und Ruhe. Steine am Strand, eine Wiese, Volleyball- und Spielplatz bilden neben den heiß erwarteten Ruderbooten die Grundlage für die Jungs zum Spielen.

Die Männer werden sich im Verlauf des Wochenendes mit den Jungs und Holzmachen beschäftigen. Jörg als unser Bratmeister spielt dabei am Samstag eine fundamentale „Mittelpunktrolle“, sowie das Sommerfest für den Verein neben den Dutzend anderen Veranstaltungen das große Fest ist!

-> So könnte die Beschreibung zum Sommerfest vom Förderverein des Knabenchors der Jenaer Philharmonie aussehen.

Nun zurück zum am Freitagnachmittag nach 16Uhr: Nach und Nach und doch recht schnell füllt sich die Wiese am südlichen Ufer des Stausees der Hohenwarte-Talsperre mit Familien und Männern des Knabenchores aus Jena.

Die ersten Eltern werden nach langen Jahren der Sommerfesttreue wieder nach Hause geschickt: „Unsere Söhne wollen nichtmehr, dass wir am See bleiben. Sie wollen Ihre Ruhe. Wir holen sie am Sonntag wieder ab.“.

Schade auch, die lieben Eltern der Knaben brachten immer das Bild der Ruhe mit an den See, da sie sitzen blieben und sich dem ein oder anderem Gespräch widmeten. Aber so sollte es dieses Jahr wieder anders sein. Die Knaben gewinnen eindeutig die Oberhand, was einen Jeden erfreute! Doch dann kommen doch auch Eltern zum ersten Mal mit an den See und erfreuen sich dem Bild des Sommers.

Für Abenteuer vor allem für Familien in größeren Fahrzeugen sorgt bei der Anfahrt die Fähre von der Linkenmühle an das Südliche Ufer. Auch die Jungs welche mit dem Zug ankommen freuen sich über spontane Abholvarianten. Von Wanderungen zum See kann dieses Jahr wohl ausnahmsweise nicht berichtet werden, es fehlt ja auch Familiengroßvater Wolfram.

Nachdem alle Zelte stehen und das Abendsüppchen im Topf auf dem Turm der Rutsche kocht hat auch jeder sein Platz im Zelt gefunden. Am See unter traumhaften Abendhimmel verbringen wir „fast“ alle satt und zufrieden die Nacht am Feuer. Es erklingen Männerchöre… „wie immer“.

Am Samstagmorgen 08:15 Uhr, der Zeltplatz Platzwart rollt mit frischen Brötchen an. Der Kaffee kocht. Die Jungs entfachen die kaum erloschene Glut erneut zum Feuer. Die Matschburg nimmt anständige Höhe an und die drei Ruderboote sind auf „verschiedenste Weise“ im Dauereinsatz. „Hölzel und Co. müssen schwimmen“.

Der Samstag bringt vom späten Mittag bis zur untergehenden Sonne den traumhaften Bratwurstgeruch in die Nase. Kuchen und Salate werden parallel vernascht. Den Männern als Holzbauern wird Bier und Bratwurst gebracht, bis sie im Katamaran die Holzreserven für den Abend mit Trommelgesang vorfahren.

Am Samstag sind viele Gäste angereist, andere müssen leider schon fahren. Die Meisten bleibt jedoch vor Ort! Und so vergeht auch dieser Tag „wie immer“ mit Überraschungen und Abenteuern… …einfach schön!

Der Sonntag verläuft ab Mittag in Richtung Abreise… langsam fällt ein Zelt nach dem nächsten, bis die Wiese nach Säuberung wieder ins einheitlichen Grün übergeht. Jetzt bleiben Erinnerungen an die Gespräche und an die Fische und die anderen Kleinigkeiten mit denen sich den ganzen Tag viel Beschäftigung fand.

Wer einmal mit beim Sommerfest war wird es nicht vergessen. Und wer mehr als einmal mitgekommen ist wird sie auch nicht verwechseln. Die Sommerfeste sind wie die Jungs vom Chor… …keins ist wie das andere aber alle sind wunderbar gemacht!

Und ich kann ein Lied davon singen. Es bleibt auch den Organisatoren für unsere weit über 30 lieben Gäste zu jedem Zeitpunkt die Erinnerung in Form von Arbeit… von einem bis zum nächsten Weihnachtsfest und unser Kassenwart hat auch noch drei Jahre später etwas davon.

In dem Sinne ein herzlich Dank an euch lieber Tim und lieber Jörg und alle die, die Ihr die ganze Zeit mit angepackt habt!

Es grüßt Martin R. aus J. an der S.! PS: Und wenn ich jetzt vielleicht dazugehöre ist es sehr schön und wichtig für die Gemeinschaft den alten Jungs zu danken, die den mehr oder weniger „weiten Weg“ zum Sommerfest immer wieder finden, auch wenn sich ihre neue Heimat vom „Verein und Knabenchor aus Jena“ entfernt hat!

Martin Reuter im Juni 2012


Für die letzte Woche der Sommerferien war wieder ein Chorlager angesetzt. Dieses Mal haben wir uns auf ein kleines Abenteuer eingelassen, denn die Herberge Burg Lohra verlangte von uns Selbstversorgung und einiges an dickem Fell, da aufgrund mangelnder Kapazitäten teilweise Schlafen in Feldbetten angesagt war. Schon die Anreise begann mit einigen Pannen: der Chronist, verschlief die Abfahrt des Busses, auch weil sein Mitbewohner, der ebenfalls im Chor sang, es nicht für nötig hielt, ihn zu wecken, bevor er ging. Lohn war eine Hinfahrt mit der Chorleiterin in ihrem Cabrio. Große Augen machten wir beide dann, als wir an einem unserer Busse vorbei fuhren – er hatte eine Reifenpanne. So dauerte es ein wenig, bis der erste Bus ausgeladen, zum zweiten Bus gefahren und beladen in Lohra ankam. Dann erkundeten alle die Burg. Aufgrund beständig schlechter Wetterlage musste das Feldlager bald geräumt und auf die engen Zimmer aufgeteilt werden. Eine geplante und fast begonnene Nachtwanderung musste kurzfristig abgesagt werden, weil im Waldgebiet gejagt wurde. Da waren manche Mutanten schon auf ihren Stationen. Den Männern gut in Erinnerung geblieben ist auch die abendliche Versorgung mit Fassbier. Außerdem haben wir Isa, Anne und Torsten kennen gelernt, die uns als Köche seit dem regelmäßig begleiten.


Chorlager auf Burg Lohra

„Dieses Jahr wird das Chorlager ein ganz besonderes – wir müssen uns selbst versorgen.“. Diese Ankündigung lies den Männerchor in der Vorbesprechung aufhorchen. Keine eigene Küche? Keine Angestellten auf dem Gelände der Herberge? Eine Burg ganz für uns allein? Was anfangs gewagt klang, mauserte sich zu einem interessanten Plan: Unser Stimmbildner Stefan Puppe engagierte zwei befreundete Köchinnen, die Mutanten hatten „endlich“ mal etwas zu tun im Chorlager (Teller waschen bis Kartoffeln schälen) und so konnte der Rest des Chores bestens genährt seinen Proben nachgehen.

Das Arreal der Burg war gigantisch, von den Häusern, welche Schlaf- und Essenszimmer beherbergten, lief man fünf Minuten zur eigentlichen Burg, in welcher sich unsere Probenräume befanden. In den Pausen konnten die Jungs die Burg erkunden, mit all ihren verwinkelten Ecken und geheimnisvollen Türen. Abends, nachdem die Knaben im Bett waren, sangen die Männer bei Fassbier von den stufenförmigen Mauerresten der Burg.

Den Abschluss des Chorlager stellte das Konzert in der Bonifatiuskirche in Friedrichslohra dar. Neben dem offiziellen Programm verabschiedete der Männerchor scheidende Sänger mit dem Gospel „Swing low, sweet chariot“. Anschließend feierten wir den Abschlussabend am Lagerfeuer mit Brat- und Liedgut. Besonders die Kochcrew um Isa, Anne und Torsten ist uns sehr ans Herz gewachsen und wir hoffen sie für zukünftige Projekte gewinnen zu können.


Für ein besonderes Projekt hatte uns ein ehemaliger Sänger engagiert: mit Voice Over Jena schuf Martin Kirmse ein Projekt, das verschiedene Schul- und Jugendchöre zusammenbrachte. Gemeinsam mit einem Orchester der Musik- und Kunstschule erklang Ende September „eine Filmlänge Filmmusik“.

Unsere Freunde aus Suhl haben uns am 21.09. zum Fussballturnier eingeladen. Der neue Suhler Chorleiter Robert Grunert war vorher bei uns Probenassistent und so lag diese Einladung auf der Hand. Es wurde eine faire und freundschaftliche Partie, bei denen sich wieder einmal die Jenaer Qualitäten auch auf dem Rasen zeigten. Die Suhler glänzten hingegen in Sachen Gastfreundschaft und Bewirtung. Es war ein toller Besuch, für den sich die frühe Anreise wirklich ausgezahlt hat.

Ebenfalls Ende September sangen einige Männer zur Unterstützung in Weimar, dort fand ein Dirigierworkshop statt. Die Männer unterstützen dabei den Chor. Der Workshop endete mit einem mit Abschlusskonzert am 03.10.2012.

Am 06.10. fuhren Familien mit dem Förderverein wieder in den Kletterwald Koala. Eine besondere Fahrt wartete Ende Oktober auf eine Auswahl der Knaben, sowie die Betreuenden Männerstimmen. Auf Einladung des Orchesternetzwerk ONE fuhren wir mal wieder in unsere östlichen Nachbarländer. Zlin in Tschechien, Zilina in der Slowakei und Kattowice in Polen standen auf dem Reiseplan. Gesungen wurde die Carmina Burana, für unsere Jungs keine allzu große Herausforderung. Auch Berit genoss ihre „eher repräsentative Rolle“ auf dieser Fahrt sichtlich. Die Betreuer wurden vom Orchesternetzwerk mit einem fürstlichen Tagessatz für ihre Dienste zuteil, die sie nur bruchstückhaft in den örtlichen Lokalen lassen konnten. Die Konzerte variierten ein wenig nach den Bedingungen der Häuser und den lokalen Orchestern. Die Jungs lieferten aber durchgehend sehr gute Leistung.

Nach einer Probe am Samstag 17.11. ludt der Förderverein zur gemeinsamen Wanderung auf den Windknollen. Zum Drachensteigen sind wir leider nicht wirklich gekommen. Trotzdem war die Herbstwanderung mit den Eltern, Männern und Knaben die sich am Volkshaus trafen, oder unterwegs dazu kamen, sehr schön. Bei blauem Himmel und Sonnenschein wanderten wir die – nun fast tarditionelle Route – vom Volkshaus über den Steiger, bis hoch zum Napoleonstein. Das auch dort oben kaum Wind war, ist allerdings nicht so traditionell. Dafür gab es oben elterlichen Apfelkuchen (sogar gleich zwei Mal!) und Fangspiele. Früher als geplant, aber dennoch sehr zufrieden traten wir dann den Rückweg an.

Die Weihnachtszeit brachte uns die traditionellen Konzerte in der Schillerkirche, Thalbürgel und natürlich am vierten Advent in der Stadtkirche. Hans Lehmann bemerkt in seiner Rezension eine zunehmende Entwicklung des Chores, die intern schon aufgefallen war und die nächsten Jahre prägen wird.


2013 – Das letzte Frühlingskonzert

Das Frühlingsprogramm 2013 stand wieder einmal unter dem Motto „Tierisches“. Doch neben bekannten Klassikern hatte die Chorleitung wieder einmal Überraschendes, Lustiges und Unbekanntes hervor gezaubert, was schon in den Probenphasen zu einer angenehmen Stimmung führte. Die Männer begannen langsam, sich mit dem Wettbewerbsprogramm für den Landeschorwettbewerb in Sondershausen zu beschäftigen. Zentraler Probentermin war wiederholt das Wochenende in Coburg. Statt mittags im Gasthof zu verbringen, hatten wir dieses Jahr Anne und Isa, die Köchinnen, die uns schon im Chorlager 2012 versort haben, engagiert. Von den beiden wurden wir zauberhaft versorgt.


Zum sechsten Mal in der Waldorfschule Coburg bei Michael Große zu Gast

Zum inzwischen sechstem Mal wurde die Waldorfschule in Coburg freitagabends im März von Knabenheerscharen heimgesucht. Die künstlerische Leitung Berit Walther, der Gastgeber Michael Große und Thomas „Goldie“ Goldner waren schon vor Ort und begrüßten die ankommenden Busse. Stefan Puppe, der Mann für die Solisten und Mutanten, war natürlich auch mit von der Partie.

Ansonsten wurden wir noch von den zwei wunderbaren Köchinnen, Anne und
Isa, ver- & gestärkt und so wurden wir zum ersten Mal vor Ort essenstechnisch komplett selbstverpflegt.
Die (Bio)Abfälle desselben haben die Schafe des angrenzenden Demeter Biohof erfreut entgegengenommen und sich mit vielstimmigem Määääh (genauso wie Julia v. K.& Juliane Z.) für das leckere Essen bedankt.

Trotz kalter Luft und Schneeresten konnte man sich eine Thüringer Bratwurst nicht entgehen lassen. Jung wie Älter genossen das Singen, ob morgens oder bei den Männerchorproben abends. So ist das Frühlingskonzert im April hoffentlich gut vorbereitet.


Das Frühlingskonzert des Knabenchores am 14.04. im Volkshaus bekam gute Kritiken und machte auch den Sängern selber Spaß: bei „Fisches Nachtgesang“ musste man sich schon zusammen reißen, trotz des verdutzten Publikums ernst zu bleiben. Das solistische Katzenduett (Hannes Meyer und Armin Werner) und die Geschichte einer Fliege, die im Marmeladenglas ihren „süßen Tod“ stirbt (mit solostischer Erzählung von Felix Sokoll), waren weitere Highlights des Programms. Der „Affengesang“ („The Singing Apes“) brachte den Männerchor hingegen so sehr an die Grenze, dass man entschied, es nicht wie vorgesehen ins Wettbewerbsprogramm aufzunehmen. Das Stück der Kategorie „Zeitgenössisch“ wurde nach dem Konzert daher durch das finnische „Pseudo-Yoik“ ersetzt. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Im Mai war eine Auswahl der Knaben wieder einmal für das War Requiem von Benjamin Britten unterwegs – diesmal zum Chorfest in Zwickau. Das „Knabenchor meets Friends“ Konzert in diesem Jahr fand am 31.05. mit dem Knabenchor Suhl in Thalbürgel statt. Bei den Suhlern hatte mittlerweile Robert Grunter die Chorleitung übernommen – nachdem er bei uns als Probenassisten tätig war. Noch vor den Ferien sang der Kammerchor des Knabenchores Konzerte in der Schillerkirche, in Weimar und Cospeda.

Das Chorlager im August war eher als Konzertreise angelegt – also keine großen Freizeiten, viele Fahrten, viel Konzerte, aber auch recht entspannte Proben. Sie führte uns ins Rheinland nach Hessen und Rheinland-Pfalz. Die Herberge in Zwingenberg lag direkt am Weinberg und abends war dort eine wunderbare Sicht. Die Konzerte in Bingen und Weinheim sind in guter Erinnerung. In Mainz (St. Stephan) bekam der Knabenchor eine Orgelpfeife gewidmet. Außerdem erinnert sich der Chronist an den Besuch ehemaliger Jenaer, die sich als Chormitglieder getarnt den kostenlosen Zutritt zum Konzert verschafften. Das Konzert im Kloster Waldfischbach ist dokumentiert, aber dem Chronisten nicht erinnerlich. Ob das an der Qualität des Konzerts oder der Länge des Vorabend lag, bleibt Spekulation. Erinnerlich hingegen sind Anekdoten von rollenden Männern, mit permanent Markern beschmierten Flippcharts und unsachgemäß deportierten Bierflaschen.

In der Heimat zurück sangen wir das Programm auch in Frauenprießnitz und für das heimische Publikum im Volkshaus, was sozusagen den Abschluss der Konzertreise bildete.

Der Männerchor bewies, dass sich seine harte Arbeit seit Jahresbeginn und auch der Stückwechsel während der Vorbereitung auszahlte. Im November ersangen sie sich beim Landeschorwettbewerb die Quaifikation zum Bundeschorwettbewerb mit 23,0 von 25 Punkten die Note „Hervorragend“. Auch unseren Freunden von den „Octavians“ gelang in der Ensemble-Kategorie diese Einstufung. Die Rückfahrt und das anschließende abendliche Beisammensein waren sehr stimmungsreich und wollte nicht so recht enden.

Das Weihnachtsprogramm führte uns in die Schillerkirche, nach Pfafferode, Thalbürgel, und zuletzt in die Stadtkirche.


2014 – Erfolgreicher Männerchor beim Bundeschowettbewerb

Für den Männerchor würde es ein besonderes Jahr – das stand nach der Qualifikation zum Bundeschorwettbewerb fest. Der Wettbewerb gastierte in Weimar und so spekulierten wir bereits in der Vorbereitung auf einen gewissen „Heimvorteil“ für unseren sehr jungen Männerchor. Im Frühjahr waren die Männer in intensiver Vorbereitung.

Zum bereits siebenten Mal besuchten wir Michael Große in der Waldorfschule Coburg um ein Wochenende lang intensiv und abgeschirmt vom Jenaer Trott üben zu können. Zwei volle Busse starteten am Freitagnachmittag in Jena um den gesamten Chor nach Coburg zu bringen. Nachdem unser traditionelles Frühlingskonzert in dieser Spielzeit nicht auf das Programm geschrieben wurde, konnten wir es etwas lockerer angehen, zumindesst die Knabenstimmen, da sich der Männerchor intensiv auf das Programm zum deutschen Chorwettbewerb vorbereitete. Trotzdem stand am Freitagabend nach Zimmerbeziehen und Abendbrotessen noch eine kleine Tuttiprobe an. Um das Abendbrot kümmerten sich übrigens, wie um die gesamte Verpflegung dieses Wochenendes, unsere Köchinnen Anne und Isa, die wir zum Chorlager auf Burg Lohra kennen lernen durften. Das war einsame Spitze! Mit tatkräftiger Hilfe der Mutanten und Ehemaligen zauberten sie Tag für Tag kleine Höhepunkte (neben den Proben). Trotz der intensiven Proben und des guten Essens war aber auch immer Zeit für Fussball auf dem Schulhof, Kartenspiele oder das ein oder andere Buch.

Nachdem der Männerchor hat beim Landeschorwettbewerb teilgenommen und 23 von 25 möglichen Punkten erreicht hatte, ging es mit dem Prädikat „Mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“ zum Bundeschorwettbewerb 2014 nach Weimar.

Der Wertungsraum war uns wohlbekannt – hier sangen einige Männer schon im Rahmen der Dirigierworkshops. Auch das Publikum bestach durch bekannte Gesichter und sehr wohlwollendem und anhaltendem Applaus nach dem Wertungssingen. Beim Konzert zeigte sich der Chor perfekt auf den Punkt, routiniert und konzentriert, freudig, emotional und trotzdem klar und präzise.

Bang hörten wir uns die Limburger Konkurrenz an, die stimmliche Qualität von Vocapella unter der Leitung von Tristan Meißner war enorm, die Ausarbeitungen und Interpretationen aber deutlich sachlicher. Mit der Gewissheit, durch Emotionalität und Ausdruck zumindest beeindruckt zu haben, warteten wir auf dem Weimarer Theaterplatz auf die Ergebnisbekanntgabe. Der Jubel war unglaublich.

Die Männer ersangen sich Kategorie C1 (Männerchöre bis 36 Mitglieder) 22,8 Punkte und damit das Prädikat „Mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“ und einen zweiten Preis. Außerdem erhielt er für die „hervorragende Interpretation des Volksliedes »Frisch gesungen« von Friedrich Silcher“ einen Sonderpreis.

Das ist das erste Mal, dass es für den Knabenchor zwei Preise auf Bundesebene gab – eine mehr als beachtliche Leistung.


Pressemeldung (OTZ, Paywall)

„Große Knaben aus Jena schaffen kleine Sensation.

Jena. „Wir hatten uns zwei Jahre intensiv vorbereitet und insgeheim gehofft, an der 20-Punkte-Grenze kratzen zu können. Aber als dann bei der Verkündung des Ergebnisses durch die Jury 22,8 Punkte bekanntgegeben wurden, brach die Begeisterung aus uns heraus, unser Jubel war grenzenlos.“ Tatsächlich war der erfahrenen Jenaer Chordirektorin Berit Walther am Dienstag noch deutlich anzumerken, wie glücklich und stolz sie ist.

Immerhin hatte sie mit den 32 Männerstimmen aus dem Knabenchor der Jenaer Philharmonie in der vorigen Woche einen 2. Preis und einen Sonderpreis beim Deutschen Chorwettbewerb in Weimar errungen. Das sei der „größte Chor-Erfolg“ für die Jenaer Philharmonie seit 1998. Damals hatten die Männer des Knabenchores unter Leitung des damaligen Chordirektors Jürgen Puschbeck auch einen 2. Preis geschafft, aber nicht mit einer so hohen Punktzahl. Nach Ansicht von Berit Walther haben ihre jungen Männer eine kleine Sensation geschafft, mit der nicht unbedingt zu rechnen gewesen sei. […]“

Michael Groß in der OTZ am 04.06.2014. Ganzer Artikel online:

https://www.otz.de/kultur/musik/article220141365/2-Jahre-Vorbereitung-Grosse-Knaben-aus-Jena-schaffen-kleine-Sensation.html


Die Knaben arbeiteten während dessen am Programm für den Sommer und das nächste Konzert der Reihe „Knabenchor meets Friends“, das am 15.06.2014 in der Stadtkirche mit Gästen aus Wladimir stattfand. Die Gäste aus der russischen Partnerstadt beeindruckten mit enormer Stimmgewalt und anspruchsvollem Repertoir.

Am 28. Juni fuhren wir nach Erfurt um dort in der Thomaskirche ein Gemeinschaftskonzert der Thüringer Knabenchöre zu singen. Neben uns waren die Suhler Knaben und die Thüringer Sängerknaben aus Saalfeld dabei. Besonders in Erinnerung blieben dabei die Suhler mit dem „Northern Lights“ von Ola Gjeilo, mit dem sie zwar sichtlich kämpften, dessen klangliche Schönheit aber trotzdem erkennbar war. Dieses Stück sollte uns zukünftig oft begleiten, schon im nächsten Chorlager stand es auf dem Programm.

Zum bereits zweiten Mal haben wir uns zu einem Chorlager im Schloss Windischleuba, etwas abseits von Altenburg, eingefunden. Der deutsche Sommer begrüßte uns wie gewohnt zu dieser späten Sommerzeit mit Regen, ließ jedoch auch zwischendurch mal die Sonne durchblicken, die wir uns kräftig beim Einsingen ersungen hatten. So nutzten wir diese Chance, testeten unsere teils verstaubte Fußballtechnik aus und veranstalteten, mit tatkräftiger Organisation einiger Chorsänger, ein Fußballturnier. Doch wie gewohnt ist auch das Singen nicht zu kurz gekommen.

Hoch waren die Erwartungen an dieses Chorlager, zumal wir eine kleine „Reform“ im Chor durchgeführt hatten und viele sehr gespannt waren, wie das wohl klingt. Neue Stücke, neues Konzept und neue Sänger… Das alles unter einen Hut zu bringen war oftmals nicht leicht. Und dann kam für den Männerchor auch noch Beethovens Neunte! Doch zwischendurch war immer viel Zeit für Erholung, Spaß, schöne neue Männerchorständchen und sogar für die eine oder andere Rettungsaktion, denn wenn es um Waldbrände geht sind wir hochprofessionell… Zumindest haben wir Hochprofessionellen dabei zugeschaut und gestaunt, wie es wohl die Feuerwehr schafft um 23:00 Uhr so wach zu sein. Nach der geglückten Rettungsaktion und nachdem Windischleuba von der Sirene sanft geweckt worden war, freuten wir uns auf weitere Tage und auf die Konzerte.

Die kamen recht schnell. Dieses Jahr sogar zwei an einem Tag. Wir hatten wieder Glück in zwei wunderschönen Kirchen in Meerane und Altenburg singen zu dürfen und freuten uns über ein tolles Publikum, das kräftig für uns Beifall hat hallen lassen. Mit entspannten und zufriedenen Gesichtern ging es zurück und eir ließen den letzten Abend gespannt angehen mit Bratwurst und gutem thüringischem Senf und einer mehr oder weniger überraschenden Nachtwanderung.

Zurück in Jena präsentierten wir unser Sommerprogramm in Frauenprießnitz und im Volkshaus. Die Männer sangen Ende September Beethovens 9. in Selb in der Ofenhalle. Eine Wiederholung erfolgte am 19. November im Jenaer Volkshaus anlässlich des 80. Jubiläums der Philharmonie.

Das Adventsprogramm führte uns in die traditionellen Orte Schillerkirche, Thalbürgel und Stadtkirche, wo es gleich zwei Konzerte hintereinander gab. Einige Knaben des Nachwuchschores beteiligten sich außerdem an der Weihnachtsgeschichte von Carl Orff in Apolda und in der Stadtlkirche. Die Weihnachtsfeiern (Gesamtchor zum letzten Probenmittwoch und Männerchor nach dem Stadtkirchenkonzert) bildeten einen feierlichen Jahresabschluss.


2015 – Die Entdeckung des Kloster Möllenbeck

Zum Jahresbeginn stand die Matthäuspassion auf dem Probenplan. Gemeinsam mit dem Madrigakreis und einem Barockorchester erklang sie am 31.03. in der Klosterkirche Thalbürgel. Die anschließende Probenphase konnte sich also schon auf das Sommerprogramm konzentrieren. Ein für März geplantes Ehemaligenkonzert musste leider entfallen.

Es ist eine gute Tradition geworden im Frühjahr nach Coburg zu fahren um dort in einem abgeschotten und abgelegen Waldorfschulgebäude in aller Ruhe unser nächstes Programm einstudieren zu können. Unser „Präfekt“, der als Gastgeber eh jedes Jahr da ist, unterstützte die Probenarbeit noch zusätzlich, ganz besonders als abends die „alten“ Männerchöre einstudiert wurden.

Insgesamt war das achte ein sehr entspanntes Wochenende, da wir uns bereits dem Sommerprogramm widmen konnten. Mit der länge der Probenphase stieg auch ein wenig der Anspruch der Lieder, was uns Sänger aber zum Großteil Freude bereitete. Um neben den Proben abschalten zu können, gab es wieder großartige Verpflegung von unseren beiden Köchen.

Für das diesjährige „Knabenchor meets Friends“-Projekt zeichneten sich zwei FSJler verantwortlich. Lena stellte den Kontakt zu Simon Fröhlich und seinen „Ameisenkindern“ des Goethegymnasiums Weimar her. Paul war ehemaliger Knabenchorist und an das Rutheneum Gera gewechselt. Der dortige Mädchenchor war eine logische Begegnung. Tatsächlich wirkte sich die Begegnung auch über das Konzert am 10.05.2015 hinaus aus. Es entstanden Beziehungen zwischen beiden Chören. Simon Fröhlich war auch zeitweise als Probenassistent für den Knabenchor tätig.

Die Knabenstimmen wirkten am 31.05. und 01.06. in der Weimarhalle an Gustav Mahlers 3. Sinfonie mit und bewerkstelligten das auch zu später Uhrzeit mit Bravour.

Das traditionelle Sommerfest genossen wir mit Freunden und Eltern in und auf dem Wasser. Am Abend wurde am Lagerfeuer gesungen und zusammengesessen.

Am 17.06.2015 sang der Männerchor zum Abiball des Angergymnasiums. Als der größte Abiturjahrgang in ganz Jena fragten uns die Schüler ob wir auf ihrem Ball für stimmungsvolle Musik sorgen würden. Durch die offene Aukustik der umgebauten Sparkassenarena wurde der Auftritt etwas erschwert, wir hoffen aber trotzdem, dass wir alle Schüler und besonders unsere eigenen Sänger nett aus dem Schulalltag verabschiedet haben.

Die Bilder wurden uns freundlicherweise von Sebastian-Reuter.de zur Verfügung gestellt und alle Rechte verbleiben bei ihm. Wir möchten uns hiermit nochmal dafür bedanken.

Noch vor den Sommerferien sangen wir am 23.06. in der Schillerkirche, die brechend voll war. Damit verabschiedeten wir uns in die Sommerferien.

Nicht ahnen konnten wir, welch ein Höhepunkt das Chorlager 2015 werden würde: es führte uns in das Kloster nach Möllenbeck. Die ganze alte Anlage war nur für uns reserviert – inklusive Küche und Kirche. Wir hatten also auch wieder unsere Köche dabei, die sich furchtlos den Wünschen der Kinder ergaben. So gab es jeden Tag das Wunschgericht einer Chorfamilie. Der dauerhafte (auch nächtliche) Zugang zur Klosterkirche wurde rege genutzt, wir machten Tonaufnahmen und freuten uns über den wohl kürzesten Konzertweg unserer Chorgeschichte.


Chorlager im Kloster Möllenbeck

Im Sommer 2015 war es wieder soweit, das alljährliche Chorlager stand an und führte uns zum ersten Mal ins Kloster Möllenbeck bei Rinteln in Niedersachsen. Nach einer sehr regnerischen mehrstündigen Busfahrt kamen wir am Nachmittag erschöpft, aber zufrieden im Kloster an und staunten: uns gehörte in der Tat das ganze Kloster für die komplette Woche. Das schlechte Wetter blieb in der ersten Wochenhälfte leider bestehen, wurde dann aber doch noch warm und sonnig. So konnten wir uns die ersten Tage sowieso nur drin aufhalten und nutzen dies auch effektiv mit vielen Proben. Während sich die Knaben hauptsächlich mit dem Sommerprogramm beschäftigten, probte der Männerchor wieder separat. In diesem Jahr standen die Alt-Rhapsodie von Brahms und der Jägerchor aus dem Freischütz auf der Agenda. Am Abend wurde mit den Männern alte und neue Chorliteratur einstudiert und geübt.

Bei all den ganzen Proben kam aber auch die Freizeit nicht zu kurz. In den sonnigen letzten Tagen konnten wir zum Glück doch noch Fußball auf der nahegelegenen Wiese spielen. Die Tore dafür wurden uns dankenswerterweise vom benachbarten Sportverein zur Verfügung gestellt. Ein großer Innenhof und ein weitläufiges Areal boten viel Freiraum für Frisbeeaction und zahlreiche Erkundungstouren. Das schon bekannte Mörderspiel sorgte auch wieder für reichlich Unterhaltung. Für die Proben standen uns die Kellergewölbe und die angebaute Klosterkirche zur Verfügung.

Nach einer sehr anstrengenden und probenintensiven Woche kam schließlich am Freitag das lang erwartete Konzert, für das auch im Vorfeld reichlich Werbung betrieben wurde. Und siehe da, die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir hatten ein wunderbares Konzert und ein noch wundervolleres Publikum, welches uns zutiefst berührt hat.

Den Abschlussabend und damit auch die Woche ließen wir direkt nach dem Konzert mit mitgebrachtem Bratgut und Salaten ausklingen. Die Rückfahrt war das genaue Gegenteil der Anfahrt, wir hatten traumhaftes Wetter.

Zurück in Jena konnten alle nur bestätigen: Möllenbeck, wir kommen wieder.

PS: Auch das Verstecken kam bei diesem Gelände nicht zu kurz.

Max Pfaffendorf im September 2015


In heimischen Gefielden präsentierten wir unser Programm noch in Frauenprießnitz und dem Volkshaus. Am Tag der deutschen Einheit sangen wir in unserer Partnerstadt Erlangen – ein Ganztagesausflug, der eine späte Ankunft in Jena nach sich zog. Die Weihnachtszeit verlief unspektakulär mit den gewohnten Stationen.


Knabenchor auf dem „Noorte Laulupidu“ in Tallin/Estland 2017
2016 bis 2019 – 40 Jahre Knabenchor
2016 – Viele Wiedersehen im Jubiläumsjahr

Jubiläumsjahr – und natürlich hatten sich Chorleitung und Förderverein bereits etwas ausgedacht. Eine Jubiläumsfahrt sollte es geben. Schweden war der Wunsch der Chorleiterin, Norddeutschland der logische Zwischenschritt und Noer ein (zwar nur Ehemaligen) bekanntes Ziel. Die Planungen liefen also seit dem Vorjahr auf Hochtouren.

Wie schon acht Male zuvor fuhren wir auch dieses Jahr nach Coburg und verbrachten dort ein erfolgreiches und zugleich wundervolles Probenwochenende.

Wie schon seit einigen Jahren begleiteten uns ehemalige Sänger und halfen uns bei einer Menge von Aufgaben, wie zum Beispiel dem traditionellen thüringischen Braten am Samstagabend. Mit vielen Proben bereiteten wir uns auch dieses Mal auf verschiedene Konzerte vor, wie auch dem Konzert für das 40. Jährige Bestehen des Chores. Ebenso leistete uns der ‘Präfekt’ erneut Gesellschaft und verschaffte vor allem dem Männerchor unterhaltsame und produktive Gesangsstunden. Mit viel Liebe wurden wir auch erneut von unseren, doch schon fast persönlichen, Köchen mit Essen versorgt und bekamen täglich abwechslungsreiche Mahlzeiten. Da auch etwas Freizeit vorhanden und das Mobilfunknetz eher eingeschränkt war, wurde die meiste Zeit draußen verbracht. Diese Zeit wurde genutzt, um Spiele zu spielen oder auf das nahe liegende Schloss Callenberg zu spazieren um das schöne Wetter genießen zu können. Nach diesem Wochenende warten wir schon mit voller Freude auf das nächste Jahr, um dann das 10. Coburgwochende zu feiern.

Am Sonntag dem 10.04.2016 fand wieder ein Ehemaligenkonzert im Volksbad statt, das im Vorjahr verschoben werden musste. Alle ehemaligen Sänger des Knabenchores waren herzlichst eingeladen unter der Leitung von Prof. Jürgen Puschbeck ein abwechslungsreiches, heiteres Programm mitzugestalten. Aktive und Ehemalige schufen damit einen schönen Auftakt ins Jubiläumsjahr 2016.

Eine Woche später trafen wir wieder auf einige Ehemalige. Am 17.04.2016 sangen wir das diesjährige „Knabenchor meets Friends“ mit den Octavians, die passender Weise ebenso Jubiläum feierten. Weitere Sommerkonzerte fanden in der Schillerkirche und in Frauenprießnitz statt.

Das diesjährige Sommerfest wurde erstmals am Porstendorfer See veranstaltet, was erwartungsgemäß zu mehr Tagesbesuchern führte. Bei Lagerfeuer, Trank und Gesang saßen Eltern, Knaben, Geschwister, Männer, Ehemalige und Freunde bis in die Nacht beisammen.

Das Jubiläumskonzert im Volkshaus wurde zu einer großen Rundschau der Jenaer Knabenchorgeschichte. Es dirigierten neben Berit Walther auch Jürgen Puschbeck und Michael Große, letzterer sprang für den erkrankten Michael Pezendorf ein. Stefan Puppe zeigte mit seinem Vorkursen, was die Kleinsten schon gelernt haben. Das Volkshaus war so gut besucht, dass leider nicht alle Gäste einen Platz fanden.

Nur eine knappe Woche später, am 10.09.2016 hatten wir – organisiert vom Förderverein – wieder Mal zum Fussballturnier eingeladen. Zu Gast waren unsere Freunde vom Suhler Knabenchor um ihren Chorleiter Robert Grunert, der bei unserem Knabenchor mal Probenassistent war. Wir spielten in diesem Jahr in gemischten Manschaften, da die Suhler Zahlenmäßig leider deutlich unterlegen waren. Dies tat allerdings keinen Abbruch an der tollen, freundschaftlichen Athmossphäre und am Spaß sowieso nicht. Die Suhler überreichten uns als Gastgeschenk einen richtigen Wimpel, wie im Profisport üblich und überließen uns sogar den Wanderpokal. Im nächsten Jahr wollen sie uns allerdings in Suhl herausfordern, dann womöglich nicht nur im Fussball. Wir freuen uns schon darauf, diese großartige Tradition weiter zu führen und sind kampfbereit!


Jubiläumsreise nach Norddeutschland

40 Jahre – dieser Geburtstag liegt für die Mitglieder des Chores noch in weiter Ferne. Nicht aber für den Chor als Ganzes. Wie zu Jubiläen üblich beschenkten wir uns daher mit einer Konzertreise, die es in sich hatte. Noer hieß das (vorläufige) Ziel und die ganz alten Veteranen raunten schon von den alten Geschichten, die sich beim letzten Besuch dieser Herberge ereigneten, bereits vor über 15 Jahren. Mit entsprechender Erwartungshaltung trafen wir uns also am Sonntag 09.10.2016 pünktlich am Volkshaus um die Reise zu beginnen. Zwei Busse voller Knaben und junger Männer, sowie einige Baustellen auf der Autobahn konnten unsere Busfahrer nicht aus der Ruhe bringen – auch nicht, als die Autobahn plötzlich komplett gesperrt war. Also Umdrehen und auf einer anderen Bundesautobahn weiter gen Norden. Nerven bewahrten dabei auch die ganz neuen Sänger, welche gerade aus dem Vorkurs aufgestiegen waren und ihre erste Fahrt mit dem Chor mitmachten. Im Bus nutzten wir daher die Zeit für Spiele, Musik hören oder einfach zum (aus)schlafen. So erreichten wir am frühen Abend das Schloss Noer in Schleswig-Holstein und staunten erstmal über das prächtige Gebäude. Nachdem Zimmer bezogen und allerlei Nudeln verspeist wurden trafen wir uns nur noch zum gemeinschaftlichen Ankommen – zu Proben hatten wir die nächsten Tage noch genug. Einzig der Männerchor traf sich abends – nachdem die „Kinder“ im Bett waren –  im Gewölbekeller des Schlosses um alte und neue Stücke zu proben.

Es folgten aufregende und anstrengende Tage des Probens, des Fussballspielens und des Erkundens der Umgebung. In gerademal zehn Minuten konnte man zum Strand laufen – Badewetter gab es allerdings nicht. Die Proben waren zahlreicher als in sonstigen Chorlagern, was natürlich daran lag, dass wir auf dieser Reise ganze sechs Konzerte innerhalb einer Woche geben würden. Außerdem befanden wir uns im Entstadium der Proben für die Konzertfahrt nach Amiens, welche bereits im November auf dem Programm stand. Genauso fanden die ersten Aufnahmen und Vorbereitungen für die Reise nach Estland im kommenden Jahr statt. Viel zu tun also für die kleinen und großen Sänger, die das aber alles mit Bravour meisterten. Das erste Konzert der Reise führte uns ins nahe Kiel gelegene Preetz. Das buntgemischte Programm aus neueren und älteren geistlichen Chorwerken, sowie Volksweisen deutscher, schwedischer und ukrainischer Herkunft kam gut in der Stadtkirche an. Auch unser Ausflug in die afrikanische Musikwelt (Sijahamba und Shosholoza) durfte natürlich nicht fehlen. Ein guter Einstand also, der in den folgenden Tagen fortgesetzt werden konnte. Auch die zwei (!) Konzerte am Folgetag verliefen sehr gut. In Schönkirchen besuchten wir am Nachmittag den dortigen Jugendchor der Gemeinde und boten eine Kurzfassung unseres Programms, am Abend dann sangen wir das komplette Programm in der St. Nikolai Kirche Kappeln. Diese Doppelbelastung stellte durchaus eine Belastungsprobe dar – zeigte aber auch, dass wir die Nerven und die Kondition dafür hatten. Spätabends in der Herberge angekommen gab es noch einen Gute-Nacht-Snack und dann hieß es „Ab ins Bett!“ – außer für die Überstunden schiebenden Männer. Die probten heimlich an einer russischen Volksweise.

Der nächste Morgen wurde mit viel freier Zeit versehen – der Tag zuvor war nicht spurlos vorrüber gegangen. Ein paar kleine Korrekturproben genügten dem Chorleiterteam um Berit Walter, Stefan Puppe, Malte Klewenow und Martin Kirmse, ansonsten hieß es: Stimme schonen. Das abendliche Konzert in Gettorf erwies sich als das mit der kürzesten Anreise aber dem vermutlich kritischsten Zuhörer. Der ehemalige Knabenchorleiter Michael Pezenburg empfing uns in seiner Heimatgemeinde – passend zum Jubiläum. Wie auch schon bei den vorangegangenen Konzerten durften wir eine Orgelimprovisation erleben. An den Tasten wechselten sich von Konzert zu Konzert Malte Klewenow und Nikolaas Schmeer ab. Das Publikum bedankte sich für diesen abwechslungsreichen Abend mit Applaus und Kollekte. Weitestgehend erschöpft erreichten wir auch nach diesem Konzertabend wieder unseren Stützpunkt in Noer. Das Konzert am Freitag führte uns dann nach Neumünster in eine wundervolle Kirche mit großartiger Orgel. Dieses Konzert sollte kein ganz gewöhnliches bleiben, denn unser Stimmbildner Stefan Puppe feierte seine Ehrentag. So erweiterte der Männerchor das Programm um die heimlich geübte russische Volksweise und die Orgelimprovisation – diesmal im Duett – wurde über Themen bekannter Geburtstagslieder geführt. Eine Freude für den Chor und den Beehrten.

Samstagvormittag verabschiedeten wir die Sänger des Nachwuchschores und die Mutanten (und den ein oder anderen Mann, der vergessen hatte seinen Personalausweis einzustecken), die zurück nach Jena fuhren (tragischer Weise mit dem RWE Mannschaftsbus) – die letzte Etappe der Tour war dem Konzertchor vergönnt. Abends wurden wir nach Kiel gefahren, checkten dort auf einer Fähre nach Göteborg ein und fuhren über Nacht nach Schweden. Was für eine Fahrt! Schlafen in engen Vier-Mann-Kabinen, dauerhafter Seegang und natürlich das Schiff (mit allem an Bord, was auf so ein Schiff  gehört) auf freier See. Tief bis in die Nacht standen die Männer noch an der Reeling und sangen deutsche, englische und schwedische Männerchöre und konnten sich dabei von begeisterten Passagieren ihr Schwedisch aufbessern. Die Ankunft in Göteborg erfolgte nach ausgiebigem Frühstück mit Rührei und Köttbullar. Auch in Schweden klappte der Transfer vom Hafen zur Kirche wieder problemlos und so konnten wir zum Gottesdienst der deutschen Gemeinde in Göteborg ein paar unserer Lieder vortragen – langsam machten sich aber die kurzen Nächte auch bei den Männern bemerkbar. Im anschließend zum Gottesdienst stattfindenden Kirchenkaffee wurden wir großzügig mit Kuchen, Kaffee und Stullen versorgt und sangen zum Dank noch einige deutsche Volksweisen. Vielen der Gemeindemitglieder gefiel dies außerordentlich gut, was in anschließenden Gesprächen häufig zum Ausdruck gebracht wurde. Unsere Rückfahrt auf der Fähre begann erst am Abend, weshalb wir die Zeit in den Chorfamilien nutzen und Göteborg erkundeten (Geschäfte haben da auch Sonntags offen). Anschließend hieß es wieder eine Nacht auf der Fähre verbringen und Rückfahrt nach Kiel. Knaben und Männern war anzumerken, dass die Anspannung nun doch komplett verfolgen war. Die Jungen durften auf den Kabinen etwas länger als üblich Fernsehen und was der Männerchor in dieser windigen Nacht – wieder an der Reeling – feierte, war das Ende einer wirklich gelungenen Reise. Bemerkenswert ist noch, dass von allen Sängern nur ein einziger leichte Anzeichen von Seekrankheit zeigte. Die Busse holten uns direkt am Hafen von Kiel wieder ab und nach langer, größtenteils verschlafener Fahrt kamen alle Mann wieder heil in Jena an. Mit dabei auch die vielen Geschichten die sich ereigneten – diesmal aber brandaktuell.

Tim Wiezorek im November 2016


Anfang Oktober fuhren wir auf Jubiläumsreise nach Norddeutschland. Auf Schloss Noehr war der Chor seit über 15 Jahren nicht gewesen und nur der dienstälteste Sänger konnte alte Erinnerungen und Geschichten erzählen. Unter der Leitung von Stefan Puppe, Malte Klevenow und Berit Walther sangen wir fünf Konzerte an vier Tagen und ahnten, wie sehr so eine Konzertreise an den Kräften zerrt. Beim Konzert in Gettorf konnten wir dann doch noch den ehemaligen Chorleiter Dr. Pezenburg begrüßen. Nachdem der Nachwuchschor und die Mutanten bereits am Samstag die Heimreise antraten, fuhr der Konzertchor mit der Fähre über Nacht von Kiel ins schwedische Göteborg. Diese aufregende Fahrt war für Knaben wie Männer sicherlich das Erinnerungswürdigste des Jahres. In Göteborg sangen wir zum Gottesdienst der deutschen Kirche, sowie zum anschließenden Kirchenkaffee. Die Freizeit danach nutzten wir für Stadtbummel und Einkäufe in den Chorfamilien. Über Nacht ging es wieder mit der Fähre nach Kiel zurück und am Montagabend waren wir wieder in Jena.

Ruhiger wurde es anschließend nicht, da eine Auswahl des Chores für das Projekt „One before Zero“ nach Frankreich fahren würde. Es handelt sich dabei um ein Werk des Britten Benjamin Ellin, der das Stück anlässlich des 100-jährigen Gedenkens zum 1. Weltkrieg, für Orchester, Solisten und Knabenchor geschrieben hat. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, wurden wir nach und nach mit dem Stück warm und als wir am 09.11.2016 nach Amiens/Frankreich fuhren, waren viele Stellen schon Ohrwürmer geworden. Die Konzerte am 11.11.2016 in Amiens und 12.11.2016 in Beauvais waren großartig und machten Chor und Chorleitung ziemlich stolz.


Uraufführung „One before Zero“ von Benjamin Ellin

Anlässlich des 100-jährigen Gedenkens an die Schlacht an der Sommé im November 1916 wurde unser Knabenchor eingeladen in die französische Normandie zu reisen. Das europäische Orchsternetzwerk ONE ermöglichte uns eine fünftägige Auszeit von Studium, Schule und Beruf nur wenige Wochen nach unserer Konzertreise in Norddeutschland und Schweden. Aufgeführt wurde eine musikalische Darstellung des Ersten Weltkrieges („One before Zero“) aus der Feder des britischen Komponisten Benjamin Ellin. Am Mittwochmorgen fuhren wir also von Jena aus über Gießen, Köln und Aachen um nach einer kurzen Durchquerung Belgiens am späten Abend bei nasskaltem Nebel in unserem Hostel in Amiens anzukommen. Alle waren ziemlich erledigt von der Fahrt und so kehrte auch schon bald Ruhe ein im Chorleben. Das war auch dringend nötig, da die nächsten Tage sehr anstrengend werden würden. Nach einem guten Frühstück fuhren wir Donnerstag zu einer ersten kleinen Probe unter unserem Dirigenten, dem Leiter des Orchestre dé Picardie, Arie van Beek. Im Anschluss daran ging es zum Theaterhaus von Amiens, wo wir einen ersten Eindruck von dem gewaltigen Orchester inklusive Solisten erlangten und auch nachmittags mit ihnen probten. Am Abend wurde die kurze Freizeit noch genutzt um sich im nahe gelegenen Laden mit Käse und noch weiteren Nahrungsmitteln für daheim einzudecken. Als die Nachtruhe für die Knaben angebrochen war und diese auch schliefen, führte der Männerchor noch Sprachübungen in Form von mehreren Runden „Stille Post“ durch. Dies zahlte sich zur Probe am nächsten Vormittag enorm aus!

Nach einem entspannten Tag war es am Abend des 11.11 nun endlich soweit, die Uraufführung von „One before Zero“ stand bevor! Die Aufregung steigerte sich bis ins Unermessliche und nach 47 Minuten war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei. Vorbei die Kriegspropaganda, vorbei die Kriegstoten und vorbei die Gräuel des Krieges. Was nachhallte war die Botschaft, dass wie alle Brüder und Freunde auf dieser einen Erde sind und wir alle in der Verantwortung stehen solches Unheil nie wieder geschehen zu lassen. Großes Lob und eine sehr positive Resonanz von Zuhörern, Darstellern und unseren Begleitern waren die Belohnung für ein sehr schönes Konzert. Der weitere Dank war ein Ausschlafen am Samstag mit folgendem Kurzauftritt in der hiesigen und riesigen Kathedrale Notre Dame d’Amiens, noch vor der Notre-Dame de Paris, die zweithöchste Kathedrale Frankreichs. Nach einem freien Nachmittag fuhren wir dann zum Ort der höchsten Kathedrale Frankreichs, die Cathédrale Saint-Pierre de Beauvais. Da dieses Gebäude allerdings nie vollendet wurde fand unser Auftritt in einer ehemaligen Kirche (welche nun zu einer riesigen Scheune umgebaut wurde) statt. Auch dieses Konzert war ein voller Erfolg. Nach einer späten Rückkehr zum Hostel fuhren wir sonntags bei Zeiten wieder gen heimatlichem Volkshaus. Nach kurzer Bockwurst-Rast am Mittag kurz vor Köln (mit Raststättenblick zum bekannten Dom) kamen wir am mittleren Abend äußerst zufrieden in Jena an. Mit dem Bewusstsein, dass es nicht unsere letzte Aufführung dieses Stückes war, gingen wir glücklich auseinander und wieder in den normalen Lern-, Arbeits- und Choralltag zurück. PS: Einen ganz herzlichen Dank an dieser Stelle noch sämtlichen an diesem Erfolg Beteiligten. Namentlich erwähnt seien hier Berit Walther und Stefan Puppe, welche uns mit enorm viel Leidenschaft und Begeisterung durch das Stück und vor allem dieses anstrengende Chorjahr begleitet haben. Desweiteren dem Komponisten Benjamin Ellin, Arie van Beek (Dirigent), den Solisten (Anne Elizabeth Mason & Ronan Collett) und den Musikern des Orchestre dé Picardie einen großen Dank.

Max Pfaffendorf


Zurück in Jena begannen sofort die Vorbereitungen fürs Weihnachtsprogramm, welches in Konzerte in Thalbürgel, Schillerkirche, Pfafferode und der Stadtkirche mündeten. Für den Verein sang der Knabenchor zu Weihnachtsfeiern bei JenaWohnen und der Philharmonischen Gesellschaft. Die Knaben hatten außerdem noch Auftritte mit der Weihnachtsgeschichte nach Carl Orff in Waltershausen und zum Weihnachtsgottesdienst am 25.12.2016 in der Stadtkirche, welcher sogar im MDR Figaro übertragen wurde.


2017 – Beim Laulupidu in Estland

Zu Beginn des Jahres gab es einen Wechsel im Team der Chorleitung: Nach einer tollen Zeit als Chorassistent nahmen wir Abschied von Malte Klevenow, welchem wir an dieser Stelle aber auch nochmal einen herzlichen Dank und alles Gute für die Zukunft mitgeben wollen. Seine Nachfolge trat Lukas Baumann an, der sich sehr schnell in die Chorarbeit integriert hat und für diese mittlerweile ein fester Bestandteil ist.

Auch in diesem Jahr verreiste der Knabenchor der Jenaer Philharmonie wieder für ein Wochenende in die Rudolf-Steiner-Schule zu Coburg, um sich dort intensiv auf die Konzerthöhepunkte des Jahres 2017 vorzubereiten. Gemeinsam mit dem ehemaligen Sänger und Gastgeber Michael Große gelang es uns, eine wunderbare Zeit zu haben, die reich an Musik und Spaß war. Dabei waren auch dieses Jahr wieder unsere Köche aus Leipzig der große Bringer für die Kids. Sie verköstigten uns mit allerlei wohlschmeckenden Stärkungen für Groß und Klein. Da das Wetter trotz der winterlichen Jahreszeit mehr Sonne als Schnee zu bieten hatte, wurde sich auch viel im Freien beschäftigt. Im Vordergrund stand dabei dennoch die Probenarbeit, aber auch diese war abwechslungsreich und verbreitete gute Stimmung in der ganzen Schule. Am Samstagabend durften dann auch zum 10. Coburg-Wochenende die traditionellen Bratwürste nicht fehlen. Der Abend markierte den Abschluss einer gelungenen und abwechslungsreichen Fahrt und wir alle freuen uns bereits jetzt auf das kommende Jahr.

Über das gesamte Frühjahr fanden viele Probenwochenenden statt. Der Konzertchor studierte das Frühlingsprogramm und die estnischen Lieder ein, nebenbei probten die Männer auch noch für den Landeschorwettbewerb im Herbst. Als Frühjahrskonzerte fanden Auftritte des Knabenchores in Kraftsdorf und der Schillerkirche statt sowie ein wunderschönes Gemeinschaftskonzert im Rahmen von “Knabenchor meets friends” mit dem Dresdner Knabenchor in Thalbürgel. Der Kontakt kam über einen Ehemaligen, der zum Studium in Dresden gelandet ist und dort nun im Dresdner Knabenchor singt. Auch für die Chorleiter war es ein Wiedersehen: auch Matthias Jung stammt von der Weimaraner Dirigierschule. Der Männerchor sang zusammen mit dem Philharmonischen Chor Beethovens 9. Sinfonie im Volkshaus.

In der Mai-Ausgabe des Kraftsdorfer Gemeindeblattes wird von unserem Konzert berichtet:


Knabenchor aus Jena eröffnete den Kraftsdorfer Musiksommer 2017

Am Sonntag, dem 23. April war es endlich so weit: die 11. Saison des Kraftsdorfer Musiksommers begann mit einem Chorkonzert der Superlative. Mehr als 60 Jungen und junge Männer waren dazu angereist und füllten den gesamten Altarraum der Kraftsdorfer Kirche St. Peter und Paul aus. Der Knabenchor der Jenaer Philharmonie, dem es eine große Ehre war, unsere beliebte Veranstaltungsreihe in diesem Jahr zu eröffnen, begeisterte die zahlreichen Zuhörer von der ersten bis zur letzten Minute seines glanzvollen Auftritts. „Nun lasst uns singen, Freunde, es ist die rechte Zeit“, damit begann das erste Lied des Chores, dem man nur zustimmen und sich von der Magie und Kraft der Musik inspirieren lassen konnte. Die jungen Sänger boten unter der Leitung von Berit Walther und Lukas Baumann geistliche und weltliche Chormusik auf höchstem Niveau und verzauberten das Publikum mit ihren wunderbaren Stimmen und ihrer Vielseitigkeit. Das berührte die Herzen und Seelen tief und so mancher Konzertbesucher meinte dabei wohl einen Chor von Engeln singen zu hören. Chorwerke zum Lob und zur Ehre Gottes von Heinrich Schütz und Felix Mendelssohn-Bartholdy erklangen ebenso wie bekannte und heutzutage kaum noch gehörte schöne alte Volkslieder wie bspw. „In einem kühlen Grunde“, „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ oder „Wach‘ auf, meins Herzens Schöne“.

Zwei weitere Konzerthöhepunkte schlossen sich an. Aus einem Orgel- und Chorwerk eines britischen Komponisten aus Anlass des 100. Jahrestages der Schlachten des 1. Weltkrieges in Frankreich sang der Chor einen Choral, ein junger Sänger überzeugte bravourös als Organist an unserer restaurierten Poppe-Orgel. Der Knabenchor war an der Aufführung dieses Werkes im Jahr 2016 in Frankreich beteiligt und vom Veranstalter dazu eingeladen worden. Gesungen wurde in deutscher, englischer und französischer Sprache. Im Juni dieses Jahres wird sich der Knabenchor erneut auf eine Konzertreise begeben, diesmal geht es nach Estland. Da es für den Chor Ehrensache ist, im Gastland auch in der Landessprache zu singen, haben die jungen Sänger bereits fleißig Estnisch gelernt. Dass dies zu 100 Prozent erfolgreich sein wird, davon konnte sich das Publikum in Kraftsdorf schon mal eindrucksvoll überzeugen. Zum Abschluss ihres Programms erklangen mehrere schwung- und kraftvolle, melodiöse und fröhliche Lieder auf Estnisch und Russisch.

Bleibt uns nur noch, dem stimmgewaltigen Chor und seiner sympathischen Leitung ein herzliches Dankeschön für diesen würdevollen Auftakt unseres Musiksommers zu sagen und ihm noch viele solcher schönen Auftritte im In- und Ausland zu wünschen.

Monika Grzanna im Mai 2017


Im Juni besuchten die Kinder des Vorkurses um Stefan Puppe das Bachhaus in Leipzig. Diese Fahrt wurde vom Förderverein begleitet und bezahlt. Es ergaben sich spannende Einblicke für Groß und Klein.

Im zweiten Jahr hintereinander gastierte der Chor im Ausland, nach der Jubiläumsreise 2016 in Norddeutschland & Schweden nun bei einem fantastischen Sängerfestival vom 29.06. – 03.07.17 in Estland. Für einen Teil der Knaben war dies die allererste Flugreise und somit auch eine Erfahrung fürs Leben. Das nachhaltigste Erlebnis war aber das Singen mit 19.000 weiteren Leuten auf einer gigantischen Bühne vor einem riesige Publikum von 100.000 Personen und unseren fürsorglichen Gasteltern. Als einer von 17 Gastchören war es uns eine große Ehre dabei sein zu dürfen.

Nachdem im vergangenen Jahr das Sommerfest an den Porstendorfer See verlegt worden war, fand es 2017 wieder wie gewohnt an der Hohenwartetalsperre statt. Der Einladung des Fördervereins folgten viele Eltern, Knaben, Geschwister, Männer, Ehemalige und Freunde des Chores, sodass bei Bratwurst und Getränken am Feuer ein reger Lied- und Erfahrungsaustausch erfolgte.

Den Auftakt zur neuen Saison bildete das Konzert in Frauenprießnitz, bei welchem auch endlich die Eltern und Freunde des Chores in den Genuss der estnischen Lieder kommen konnten (wenn sie den Livestream im estnischen Fernsehen nicht schon mitverfolgt haben).

Für den Männerchor gab es ab dem Sommer nur noch ein Wort: Probenwochenende! In intensiver Arbeit wurden die Stücke für den Landeschorwettbewerb einstudiert, welche mit einem phänomenalen Ergebnis
von 23.0 Punkten, dem Sonderpreis für die beste Interpretation eines Volksliedes und der Weiterleitung zum Bundesausscheid in Freiburg (Breisgau) belohnt wurde. Dies war ein gewaltiger Kraftakt.


Weiterleitung zum Bundeschorwettbewerb vollends gelungen

Die „großen Jungs“ haben sich selbst übertroffen und ersangen sich am Samstag, den 04.11.2017 beim Landeschorwettbewerb in Sondershausen das Prädikat „mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“. Mit 23,0 Punkten wurden sie damit zum Bundeschorwettbewerb 2018 in Freiburg im Breisgau delegiert.

Trotz des jungen Alters der Chormitglieder und der anspruchsvollen Chorliteratur zeigten sie sich beim Wertungssingen äußerst souverän und schafften es, die Jury zu überzeugen. Neben dem Pflichtstück der Kategorie C1 „Nun, da der Tag“ von Paul Hindemith, standen Edgar Elgars „As torrents in summer“, „Flora gave me fairest flowers“ von John Wilbye und das moderne „Gloria“ des Eesten Anders Lemba auf dem Programm. Mit „Eudaimonia“ durften sie ein Stück des langjährigen Knabenchoristen MuGo uraufführen. Ganz besonders versüßt wurde der Abend noch durch die Auszeichnung der „besten Interpretation eines Volksliedes“ für „Untreue“ von Friedrich Silcher.

Beim letzten Bundeschorwettbewerb 2014 in Weimar ersangen sich die Männer ein „sehr gutes“ Ergebnis und wurden ebenfalls mit dem Sonderpreis „beste Interpretation eines Volksliedes“ ausgezeichnet. Die Erwartungen an den Wettbewerb in Freiburg sind entspreched hoch, ebenso wie die Vorfreude.

November 2017


In der Weihnachtszeit folgte dann noch im Rahmen der Städtepartnerschaft ein Konzert in Erlangen und auf langjährigen Wunsch ein Weihnachtskonzert im frisch renovierten Volkshaus mit Orchester zu den Klängen von Händels “Messias” und Saint Saens “Oratorio de Noel”. In der Probe danach wurde mit tatkräftiger Unterstützung des Fördervereins die Weihnachtsfeier des Knabenchores veranstaltet. Den Abschluss des Konzertjahres bildete das Weihnachtskonzert in Thalbürgel.


2018 – Männer in Freiburg, ObZ in Amiens

Es ist eine schöne Tradition geworden, dass der Knabenchor der Einladung von Michael Große folgt, um ein Wochenende in der Coburger Rudolf-Steiner-Schule zu proben. Nicht zuletzt zeigt sich das auch an der Menge der Ehemaligen, welche sich diesen Termin jährlich fest in den Kalender eintragen. 2018 waren wir daher eine besonders große Gruppe: fast alle aktiven Sänger und Mutanten waren mitgereist, außerdem durften wir eine Menge Ehemaliger begrüßen. Statt sich ein gemütliches Wochenende zu machen, arbeiteten sie hinter den Kulissen für den Chor und den Verein: fuhren zum Einkaufen, halfen unseren Köchen Anne und Thorsten in der Küche und beim Saubermachen. So konnten sich die aktiven Männer ganz auf die Proben und die Chorfamilien konzentrieren, was auch nötig war: neben dem geistlichen Programm für den Konzertsommer stand besonders das Männerchorprogramm für den Bundeschorwettbewerb auf dem Plan. Die Knaben probten derweil für die Matthäuspassion und die Oper „Hänsel und Gretel“. Außerdem stand noch die „Carmina Burana“ auf dem Programm – es gab also viel zu tun. Trotz aller Proben durfte auch der Spaß nicht fehlen, nach dem obligatorischen Braten am Samstagabend spielte eine Gruppe Männer den bekannten Choral „Jesus bleibet meine Freude“ auf einer Flaschenorgel (die Flaschen waren selbstverständlich nur mit Wasser befüllt) und die Probenassistenten Niko und Lukas begeisterten mit einer vierhändigen Klavierimprovisation in drei Akten. Nach produktiven Tagen kehrten wir am Sonntag pünktlich und etwas erschöpft heim.

Dank des Erfolges im Landeschorwettbewerb reisten die Männer nach Erfurt zu einem Preisträgerkonzert. Schon in Schale geworfen, sangen wir in der Fussgängerzone ein paar Lieder. Die gewagte Idee, noch vor dem Konzert anzugtragend Bratwurst essen zu gehen, erwies sich doch als lohnend.

Das anschließende Konzert brachten wir daher ohne größere Probleme über die Bühne. In Erinnerung bleibt aber die Rückfahrt, die wir direkt nach unserem Abgang antraten, zumindest bis die Frage „Wo ist eigentlich Andreas?“ und die Antwort „Der sitzt noch im Konzert…“ die Fahrt stoppte. Da er nur als Zuhörer mitgekommen war, hatte er unseren blitzartigen Abgang verpasst. Glücklicher Weise waren erst ein paar Meter gefahren.

Unser Männerchor war zum 10. Deutschen Chorwettbewerb 2018 nach Freiburg deligiert und zeigte sich in bester Verfassung. Nach dem erfolgreichen Abschneiden der Männerstimmen des Knabenchores der Jenaer Philharmonie beim 9. Deutschen Chorwettbewerb 2014 in Weimar waren die Erwartungen natürlich ziemlich hoch. Den damaligen zweiten Preis zu verteidigen würde schwer werden, das war vorher klar. In diesem Jahr war die Konkurrenz deutlich größer – und auch besser – als vor vier Jahren. Trotzdem schlugen sich die Männer wacker und ersangen mit 22,0 Punkten einen dritten Preis.

Einen Teil unserer „Konkurrenz“ trafen wir schon bald wieder: zu Besuch kam die Wuppertaler Kurrende auf Einladung unseres Probenassistenten Lukas Baumann. Das Konzert „Knabenchor meets Friends“ fand am 01.06. in Thalbürgel statt. Abends stoßten wir mit den alten „Wuppis“ nochmal auf einen gelungenen Chorwettbewerb an.

Chorlager Möllenbeck 2.0

Wieder einmal lud uns das Europäische Orchesternetzwerk ONE zu einem Gastpiel ins Ausland ein. Diesmal ging es nach Zilina in der Slowakei, wo die Knaben zuletzt vor gut fünf Jahren die Carmina Burana sangen. Der Besuch bescherte uns ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Benjamin Ellin dirigierte sein One before Zero, das wir 2016 in Frankreich uraufführen durften. Wir freuen uns, es am 09.11.2018 in Jena auch erstmals in Deutschland aufzuführen!


2019 – Sabbatical für Berit

Lukas und Niko, Chorlager Mulda


Chor während der Pandemie: Onlineproben mit Berit.
2020 und 2021 – Chor und Corona
2020 – Es ist so still geworden

Ausfallende Proben, Konzerte und kein Chorlager.

Das Jahr 2020 bedeutete für den Knabenchor einen Ausbruch aus den Gewohnheiten. Kurz nachdem wir unser Probenwochenende in Coburg absolviert hatten, ging – wie in allen Bereichen der Gesellschaft – gar nichts mehr.

Trotzdem gab es einzelne Aktionen. Kontaktbeschränkungen, Abstandsregelungen, Mund-Nasen-Bedeckungen: an einen normalen Probenbetrieb war in der Corona-Pause natürlich nicht zu denken. Der Einfluss von Aerosolen – die beim Singen unweigerlich verbreitet werden – auf das Infektionsgeschehen war schnell Teil der allgemeinen Diskussion. Was aber macht ein Chor, wenn er nicht proben kann?

Die Männerstimmen haben sich dafür Online getroffen – wie in so vielen Büros und Wohnungen wurde die Videokonferenz zu einem wichtigen Teil der Kommunikation, deren richtiger Umgang auch erst gelernt werden musste. Während Berit Walther und Nikolaas Schmeer die Probe leiteten und mit Klavier begleiteten, hatten alle anderen ihre Mikrofone aus, so konnten alle zusammen  – alleine zuhause – singen.

Ein weiterer schöner Höhepunkt während der erzwungenen Pause war die Produktion „Urlaub in Deutschland“ des Theaterhauses Jena, bei dem auch ein paar unserer Sänger mitwirken durften. Ganz im Sinne des Urlaubs im Grünen intonierten sie „Geh aus mein Herz und suche Freud.“ Das Theater musste sich auch neue Formen überlegen, da die normale Aufführungspraxis nicht praktizierbar war. So entstand dieses mehrfolgige Filmprojekt.

Auch wenn wir die Pause also nicht ganz tatenlos durchstanden haben, jukt es uns in Kehle und Fingern, wieder gemeinsam – und vor Publikum – zu singen. Wir freuen uns darauf, dass es jetzt langsam (und unter Wahrung der allgemeinen Regelungen) wieder los geht.


2021 – Trauer um Michael Große


Nachruf zum Tod von Michael Große

Voll tiefer Traurigkeit mußten wir von Michael Große Abschied nehmen.Mit seinem ansteckenden Engagement sowohl für die musikalische Arbeit als auch für den menschlichen Zusammenhalt prägte er den Knabenchor der Jenaer Philharmonie, dem er selbst seit dessen Gründung 1976 angehörte, bis zuletzt. Wie kein anderer lebte er die in jungen Jahren dankbar erfahrene Chorgemeinschaft, übernahm dabei frühzeitig selbst Verantwortung und wurde durch seine musikalische Kompetenz und nicht minder durch sein menschliches Einfühlungsvermögen zu einem unverzichtbaren Mitarbeiter der Chorleitung und einem Brückenbauer zwischen den Generationen der Chormitglieder.

Die Gründung des Förderverein des Knabenchores 1996 war ihm unbedingte Herzensangelegenheit und allein die von ihm seit 2008 initiierten Coburger Chorwochenenden waren tätiger Ausdruck seines immer aktiven Interesses an der Weiterentwicklung des Knabenchores.

Voller Dankbarkeit werden wir Michael Große ein ehrendes Andenken bewahren und seine Intention weitertragen.

Förderverein des Knabenchores der Jenaer Philharmonie e.V.

Die Chorleitung und der Knabenchor der Jenaer Philharmonie

Octavians

Die Rebläuse


Eines der ersten Konzerte seit Weihnachten 2019 führte uns in den Meißener Dom. Nach dem abgespeckten Chorlager 2021 in Jena, das eher einer Probenwoche glich, sangen wir Konzerte in der Stadtkirche und in Meißen. Unsere Männer hatten außerdem mit eigenem Programm ebenfalls in der Stadtkirche und in Frauenprießnitz zwei „Heimspiele“.

Klang der Stolpersteine


Im Chorlager Kloster Volkenroda 2022 – kurz vor dem Konzert.
2022 bis 2026 – Weiter bis zum 50.
2022 – Es geht wieder los

Beim MDR-Musiksommer in Magdeburg

Beim Besuch am 30.06.22 im Dom St. Mauritius und Katharina filmte der MDR.

Selten war die Aufregung im Chor bereits vor der Abfahrt so groß. Chorleiterin Berit Walther hatte bereits in den Proben mehrfach darauf hingewiesen, dass dieses Konzert von Kameras begleitet werden wird. Aufzeichnung mit dem Mitteldeutschen Rundfunk und dann auch noch in einer so großen Kirche, wie dem Magdeburger Dom. Das ganze auch noch als tagesfüllender Ausflug, denn das eigentliche Konzert findet erst abends statt und die Ankunft zurück in Jena ist auf Mitternacht terminiert. Als wir in Magdeburg ankamen, wurde uns das ganze Ausmaß bewusst. Der Dom gehört zu den größten Kirchenräumen in Deutschland. Für die heißen Sommertage sehr vorteilhaft: drin es war angenehm kühl. Unser Podest stand gefühlt in der Mitte des eigentlichen Raumes. Hinter der Kirche, im gut erhaltenen Kreuzgang, befand sich unser Raum zum Umziehen und Stärken. Das war nötig, denn bereits die Stellprobe wurde vom MDR gefilmt. Trotz der Kameras, Mikrofone und umher eilenden Mitarbeiter zogen die Jungs das ganz professionell durch.

Chorlager in Volkenroda


2023 – Heiligenstadt

Geistliches Ehemaligenkonzert im September in der Stadtkirche


2024 – Rittergut Schillbach im sächsischen Voigtland


2025 – Volkenroda 2


2026 – 50 Jahre Knabenchor